Mobilitätsvergleich zwischen Schweizer Städten Luzern hat vergleichsweise am meisten Autos

3 min Lesezeit 02.11.2017, 11:18 Uhr

Im Rahmen des Städtevergleich Mobilität, der von den sechs grössten Deutschschweizer Städten erarbeitet wurde, zeigte sich Folgendes über Luzern: In der Leuchtenstadt zeigt die Umsetzung des städtischen Reglements für eine nachhaltige Mobilität langsam Wirkung. Im Vergleich mit den anderen Städten gibt es aber noch Potenzial zur Förderung der umweltgerechten Mobilität.

Seit der Publikation des ersten Städtevergleichs Mobilität vor fünf Jahren ist die Anzahl der Einwohner sowie der Beschäftigten in allen sechs beteiligten Städten gestiegen, fasst das Luzerner Tiefbauamt zusammen. Trotzdem habe die Fahrzeugmenge beim motorisierten Individualverkehr (MIV) in fünf Städten abgenommen oder nur leicht zugenommen (St. Gallen). Dafür verzeichneten alle Städte eine Zunahme bei den ÖV-Passagieren und den Velofahrenden. In allen Städten habe die Zahl der verunfallten Personen mit einer Verletzungsfolge gemessen an der Einwohnerzahl deutlich abgenommen.

Die sechs Städte Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Winterthur und Zürich hätten ähnliche Herausforderungen zu meistern: Sie wachsen auf begrenztem Raum, die Siedlungsdichte nimmt zu, die Zahl der Arbeitsplätze und damit auch die der Pendler steigt genauso wie die Ansprüche an eine gute städtische Lebensqualität. Alle sechs Städte seien daher bestrebt, eine stadtgerechte Mobilitätsplanung zu betreiben.

Hier zeigten sich Unterschiede in den Mobilitätskulturen zwischen den drei Grossstädten und den drei Mittelstädten. Die meisten Ähnlichkeiten weisen laut dem Luzerner Tiefbauamt die drei Grossstädte Basel, Bern und Zürich auf. In diesen drei Städten sei der Anteil des Öffentlichen Verkehrs und des Fuss- und Veloverkehrs am Gesamtverkehr der städtischen Bevölkerung mit 77% überdurchschnittlich hoch. Zudem besitze in Basel und Zürich nur jede dritte Person ein Auto, schweizweit sei es im Durchschnitt jede zweite Person.

33 Prozent der Luzerner fahren hauptsächlich mit dem Auto

Die drei mittelgrossen Städte Luzern, St. Gallen und Winterthur weisen untereinander ebenfalls grosse Ähnlichkeiten auf, jedoch ist die Bedeutung des MIV vergleichsweise höher als in den Grossstädten: 33% der Luzerner Bevölkerung und 35% der Einwohnenden in St. Gallen und Winterthur benutzen den MIV als Hauptverkehrsmittel.

Auf 1000 Einwohnende kämen in Luzern 456 Autos – der höchste Wert im Städtevergleich. Dies könne mit der grossen Firmenfahrzeugflotte erklärt werden. Den niedrigsten Motorisierungsgrad hat Basel. Dort kommen auf 1000 Einwohnende 336 Autos. In Luzern nahm der Anteil der autofreien Haushalte von 40 auf 44 Prozent zu. Hier liegt Bern mit einem Anteil von 57 Prozent autofreier Haushalte an der Spitze.

Trotz vieler Autofahrer: Der Öv- und Veloverkehr nimmt zu

In Luzern sind mehr Menschen mit dem Auto oder dem Motorrad unterwegs als in Basel, Bern oder Zürich. Betrachte man die Verkehrsmengen im Stadtgebiet zeige sich aber, dass die Umsetzung des städtischen Reglements für eine nachhaltige Mobilität Wirkung zeige. Die MIV-Belastungen insbesondere im Stadtkern sinken, während der ÖV und der Veloverkehr im gleichen Masse stärker genutzt werden. Diese Entwicklung verlaufe jedoch noch relativ langsam und soll mit der konsequenten Umsetzung der städtischen Mobilitätsstrategie weiter gefördert werden.

Die Erkenntnisse aus dem Städtevergleich Mobilität fliessen in Luzern in die aktuelle Verkehrsplanung der Stadt ein.

 

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