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Langes Warten auf den geliebten Pfarrerssohn
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  • Rezension
Sina begeisterte auf der Bühne des Kleintheaters das Luzerner Publikum. (Bild: zentralplus/maw)

Sina rockte im Luzerner Kleintheater Langes Warten auf den geliebten Pfarrerssohn

2 min Lesezeit 23.09.2016, 16:23 Uhr

Sina entführte das Luzerner Publikum mit ihren Songs und den dazu passenden Geschichten ins Wallis. Das sehr persönliche Konzert im Kleintheater war zwar nicht perfekt, begeisterte aber die Zuhörer mit Charme, einer guten Prise Selbstironie und dem Pfarrerssohn.

Mit einem ganzen Arsenal von Instrumenten trat Sina vor das Publikum im Luzerner Kleintheater. Sie und ihre beiden Bandmitglieder Peter Wagner (an Keyboard, Gitarre, Percussion, Backings) und Michael Chylewski (an E-Bass, Gitarre und ebenfalls Backings) und im Hintergrund manchmal nicht wirklich passende Visuals, die auf eine Leinwand projiziert wurden – dieses Bild sollte durch den Abend führen.

Sina und der Pfarrerssohn

So gut wie alle im Saal des Kleintheaters wussten, dass der Einzige, der Sina je verführen konnte, der Sohn des Pfarrers war. Die schweizerdeutsche Version dieses Klassikers von Dusty Springfield ist wohl immer noch das erste Lied, mit dem man Sina in Verbindung bringt. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen, dass Sina den Song auch spielte. Doch bis es so weit war, musste sich das Publikum etwas gedulden. Denn zuerst gab es andere Klassiker, auch auf schweizerdeutsch. Unter anderem «50 ways to leave your lover», aus den 70ern und laut eigener Aussage von Paul Simon höchstpersönlich autorisiert. Den Song in der eigenen Sprache zu hören, hatte durchaus seinen Charme. Die Reaktion des Publikum bestätigte dies: Es wurde lautstark applaudiert.

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Auch Profis patzen – gekonnt

Aber auch ein Routinier wie Sina ist nicht vor kleinen Patzern gefeit – wusste diese aber souverän abzufangen. Äusserst charmant wies sie darauf hin, dass statt des angesagten Songs zuerst ein anderer komme, um dann fachmännisch in das richtige Lied einzusteigen.

Der Ablauf der Songs im Gesamten hätte an manchen Stellen etwas überdacht werden müssen. Im Anschluss an eine rasante Elvis-Presley-Huldigung in Liedform ein langsames Liebeslied zu spielen, überzeugte nicht vollends. Musikalisch allerdings wurden keine offensichtlichen Fehler zugelassen – trotz vieler Perkussionsinstrumente, Gitarren, Keyboards, Trompeten, Mundharmonikas und Melodikas. Sina und ihre Band scatteten souverän und stimmten sogar einen kurzen, aber schnellen Sprechgesang an, den man schon fast als Rap bezeichnen konnte.

Geschichten aus Sinas Leben

Zwischen Songs und Applaus erzählte Sina von ihrem Leben und früheren Gepflogenheiten. Mit trockenem Humor und tiefenentspannt nahm sie das Publikum unter anderem mit ins Wallis und in ihren Proberaum. Es wurde von Aufwachsen, Reinwachsen und Verwachsen ins Leben erzählt. Die Erzählpassagen passten jeweils perfekt auf die folgenden Songs.

Unter tosendem Applaus wurden die drei dann wieder vom Backstage nach vorne geklatscht. Dann endlich hatte auch das lange Warten des Publikums ein Ende und der erwähnte Pfarrerssohn kam zum Einsatz. Mit dem Song von Polo Hofer «Im letschte Tram» verabschiedeten sich Sina und Band endgültig und entliessen die Konzertbesucher in die noch junge Nacht.

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