Kultur
Erlös geht an geflüchtete Schriftsteller

In Luzern erhältst du Lyrik aus dem Billettautomaten

Lyrikfans kommen im Helvetiagärtli an diesem Automaten auf ihre Rechnung. (Bild: kap)

Seit vergangenem Freitag steht im Helvetiagärtli in der Stadt Luzern ein ganz spezieller Billettautomat. Bis Ende Oktober kommen hier Lyrik-Begeisterte auf ihre Kosten. zentralplus hat den Automaten getestet.

Wer am Samstag auf dem Helvetiaplatz am Wochenmarkt einkaufen war, dem mag eine neue Installation aufgefallen sein. Neben dem öffentlichen Kühlschrank «Madame Frigo» (zentralplus berichtete) steht seit Freitag ein neuer Automat.

Am sogenannten «Autormat» lassen sich nicht etwa Busbillette kaufen, sondern kurze lyrische Texte. Das Helvetiagärtli ist die dritte Station des Automaten nach zwei Standorten im Kanton Bern. Hinter dem Projekt steht der Literaturverein Buchowski, in Zusammenarbeit mit dem Spoken Word Festival «Woerdz», das heuer vom 26. bis 29. Oktober in Luzern stattfindet.

Der Verein «Buchowski» beschreibt sich selbst als Verein «bibliophiler Enthusiasten». Das Zielpublikum des «Autormats» sind laut Benedikt Meyer, Mitinitiant des Projekts, alle «neugierigen Menschen, die Freude haben, einen Knopf zu drücken, ohne zu wissen, was passiert». zentralplus hat den Selbstversuch gewagt. Wie das Ganze funktioniert, siehst du im Video.

Zufallsgenerator wählt einen Text aus

Der Preis für einen Text beträgt fünfzig Rappen. Welchen man erhält, darüber entscheidet ein Zufallsgenerator. «Sonst würde niemand den Text der Nachwuchsautorin wählen, obschon er mindestens so lesenswert ist», erklärt Meyer. Unter den Autoren sind nebst Nachwuchstalenten auch einige sehr bekannte Namen wie Franz Hohler oder Pedro Lenz.

Der Erlös des Projekts geht an «Writers in Exile». Ziel dieses internationalen Programms ist es, politisch verfolgte Schriftsteller, die gegen Missstände schreiben, zu unterstützen. Dafür zahlt das Programm den bedrohten Autorinnen ein Stipendium und stellt ihnen eine Wohnung zur Verfügung.

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Benedikt Meyer, Literaturverein Buchowski
  • Website des Vereins Buchowski
  • Website des Deutschschweizer Pen Zentrum
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