Kneipenwirtin: «Wir wollen nur überleben»
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Die beiden «Kneipe»-Wirtinnen Irène Bergmans (links) und Claudia Egli (rechts) kämpfen ums Überleben. (Bild: Archivbild)

Luzerner Beizen hoffen auf mehr Platz Kneipenwirtin: «Wir wollen nur überleben»

3 min Lesezeit 04.11.2020, 17:20 Uhr

Weil sie im Sommer gute Erfahrungen gemacht haben, wollen drei Luzerner Beizen weiterhin einen Aussenbereich bewirtschaften – manche im Winter, andere erst im Frühjahr. Ob das klappt, ist offen. Klar hingegen ist: Die Zeit drängt.

Derzeit liegen bei der Stadt Luzern drei Baugesuche von Gastrobetrieben auf – alle mit demselben Wunsch: eine Bewilligung für die Bewirtschaftung eines Aussenbereichs. Damit sollen – wie schon im Sommer – Ausfälle wegen der Corona-Pandemie kompensiert werden. Oder zumindest abgefedert.

Die Stadt Luzern gab Ende September bekannt, dass man den Gastrobetrieben weiter entgegenkommen will und Aussenplätze bis Ende 2021 – oder gar darüber hinaus – bewilligen kann. (zentralplus berichtete).

«Filou & Bengel»

Eines der Lokale, die davon Gebrauch machen wollen, ist das Kaffeehaus Filou & Bengel beim Vögeligärtli. Dieses hatte in den Sommermonaten einen Aussensitzplatz in Betrieb und nutzte dafür den Boulevardbereich und den Parkplatz Nummer 9 direkt vor der Haustüre. Nun will das Lokal, das die Besucher gemäss Website «gross, dick und glücklich» machen will, den Aussenplatz bis Ende 2021 weiterhin benützen und hat ein dementsprechendes Gesuch eingereicht.

Der zusätzliche Platz helfe «das Überleben unseres Lokals zu sichern und all unsere Mitarbeiter weiterhin beschäftigen zu können», schreibt Betreiber Roger Gmür im Baugesuch.

Ein Bild aus sonnigeren Tagen: die Aussenbestuhlung von «Filou & Bengel».

«EssWerk»

Die IG Arbeit betreibt an der Unterlachenstrasse das Bistro EssWerk, das vor allem Mittagsmenüs anbietet. Für externe Gäste ist das Lokal aber im Moment nicht zugänglich. «Unsere räumlichen Verhältnisse, insbesondere im Treppenhaus und der Essensausgabe verunmöglichen eine Umsetzung der notwendigen Schutz- und Hygienemassnahmen», schreiben die Betreiber.

Deswegen wollen sie nun ein Bistro für Take-away im Aussenbereich erstellen. Vorgesehen ist ein überdachter Stand aus Fichtenholz, der zur Essensausgabe benutzt werden soll. Das Angebot soll Mittagsmenüs, vorportionierte Salate und alkoholfreie Getränke umfassen.

IG Arbeit Luzern Unterlachenstrasse Neustadt Tribschen
Das Gebäude der IG Arbeit an der Unterlachenstrasse. Auf dem Platz rechts der Rampe soll nun gewirtet werden.

«Die Kneipe»

Eine weitere Antragsstellerin ist «Die Kneipe» in der Bruchstrasse. Das trendige Lokal hat in den Sommermonaten gute Erfahrungen mit dem Aussensitzplatz gemacht. «Wir waren über den Mittag immer ausgebucht», sagt Wirtin Irène Bergmans auf Anfrage. Nun will Bergmans mit ihrer Mitwirtin Claudia Egli den Vorplatz des Lokals und den angrenzenden Parkplatz erneut nutzen – allerdings erst im kommenden Sommer.

«Wir wollen nur überleben – reich werden wir sowieso nicht.»

Irène Bergmans, Wirtin «Die Kneipe»

Im Winter würde eine Bewirtung keinen Sinn machen, so Bergmans weiter. Umso wichtiger sei der Aussenplatz im Sommer. «Er ist essenziell für unser Überleben.» Pro Tag würde nämlich rund die Hälfte des Umsatzes fehlen. Darum hoffen die Beizerinnen auch, dass die Stadt ihnen dieses Mal beide beantragten Parkplätze bewilligt und nicht bloss einen, wie im Sommer. «Für Autofahrer sind es bloss ein paar Parkplätze, die wegfallen. Für die Beizen steht viel mehr auf dem Spiel.»

Aber ob «Die Kneipe» überhaupt die Wintermonate überlebt, ist noch unklar. «Wir wissen nicht, wie weit wir kommen», sagt Bergmans. «Wir wollen nur überleben – reich werden wir sowieso nicht.»

«Die Kneipe» will im Frühjahr wieder die Parkplätze als Aussenbereich nutzen.

Wann und ob die drei Baugesuche bewilligt werden, ist noch unklar. Fakt ist aber, dass der Winter unerbittlich näher rückt – und das Coronavirus noch keine Anzeichen zeigt, in den Winterschlaf zu gehen.

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