Findet der Medienrummel nun ein Ende? Die Staatsanwaltschaft will ihr Verfahren einstellen.
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Über die Vorkommnisse an der Landammannfeier wurde viel geschrieben - mehrfach wurden die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten verletzt. (Bild: Collage zentral+)

Aus der Sicht von Markus Hürlimann Journalistin plant Buch über die Zuger Landammannfeier

2 min Lesezeit 7 Kommentare 01.05.2020, 11:33 Uhr

«Tages-Anzeiger»-Autorin Michèle Binswanger arbeitet derzeit an einem Buch über die Vorkommnisse der Zuger Landammannfeier 2014. Jolanda Spiess-Hegglin befürchtet, dass ihre Persönlichkeitsrechte erneut verletzt werden.

Sechs Jahre ist die Zuger Landammannfeier her, die an Weihnachten 2014 national Schlagzeilen machte. Was damals genau geschah, ist bis heute unklar. Fakt ist: Es kam am Rand der Feier zu einem sexuellen Kontakt zwischen den damaligen Kantonsräten Markus Hürlimann und Jolanda Spiess-Hegglin. Weil der Einsatz von K.O.-Tropfen vermutet wurde, ermittelte die Staatsanwaltschaft Zug gegen Hürlimann wegen Schändung. Dieser wiederum zeigte Spiess-Hegglin wegen Falschbeschuldigung an. Beide Verfahren wurden eingestellt.

Klar ist auch: Mehrere Medien haben nach der Feier die Persönlichkeitsrechte von Jolanda Spiess-Hegglin verletzt. Der «Blick» wurde deswegen erstinstanzlich schuldig gesprochen. Ein Urteil gegen die Weltwoche ist bereits rechtskräftig.

Auch die Journalistin Michèle Binswanger hat sich früh positioniert. Beispielsweise bezeichnete sie die mutmasslich strafbaren Handlungen an jenem Abend bezeichnete sie als «Techtelmechtel» – lange bevor die Ermittlungen dazu abgeschlossen waren.

Versuch, das Vorhaben zu stoppen

Nun arbeitet just jene Autorin des «Tages-Anzeigers» an einem Buch über den Fall. Auch Mitarbeitende von zentralplus wurden von ihr angefragt. Wie die «Luzerner Zeitung» berichtet, gibt Binswanger bei ihren Kontaktnahmen teilweise an, es solle «in erster Line um Markus Hürlimann» gehen, der «seine Sicht der Dinge bislang noch nie ausführlich dargelegt» habe.

Jolanda Spiess-Hegglin befürchtet nun erneute Spekulationen über die Vorkommnisse an jenem verhängnisvollen Abend. «Ich will nicht, dass meine Persönlichkeitsrechte noch einmal verletzt werden», wird sie in der «LZ» zitiert. «Ich will das für meine Familie nicht und auch nicht für Markus Hürlimann. Ich will, dass man uns in Ruhe lässt.»

Spiess-Hegglins Anwältin habe bereits beim Zürcher Verlagshaus Tamedia um ein Gespräch nachgesucht und gebeten, das Vorhaben Binswangers zu stoppen. Bislang ohne Erfolg.

Hier geht es zum Dossier zum Zuger Skandal

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7 Kommentare
  1. M. Moser, 02.05.2020, 07:52 Uhr

    Frau Spiess-Hegglin hat wohl Angst, dass gewisse Einzelheiten die in diesem Buch ein Thema sind, ein unvorteilhaftes Bild für Sie ergeben könnte. Nachdem der Prozess wegen Schändung eingestellt wurde, durfte man sich schon fragen, was bewog das Zuger Gericht zur Einstellung? Und ja, Frau Spiess-Hegglin manchmal ist es halt so, dass Gerichte nicht im Sinne der Anklage entscheiden und Verfahren einfach einstellen. Die Prozesse gegen die Publikationen im Blick haben sie zwar gewonnen, jetzt daraus aber schliessen zu wollen, dass ihnen daraus ein Recht erwächst jegliche weiteren Publikationen, wie das Buch von Michèlle Binswanger zu verhindern das wird so nicht funktionieren. Denn noch gilt in der Schweiz die Meinungsfreiheit, und ihre Drohungen mit dem Anwalt ist nichts anderes als eine Trotzreaktion. Lassen sie das Buch erscheinen und lesen sie es, erst dann können sie eventuell rechtliche Schritte gegen die Verfasserin einleiten. Markus Hürlimann schweigt bis heute, die einzige die einen Wirbel veranstaltet sind Sie. Wie heisst es bei Goethes Zauberlehrling: «Die Geister die ich rief, werd ich nicht mehr los.»

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  2. Martin Schleiss, 01.05.2020, 21:13 Uhr

    Zitat aus einem Republik-Artikel: Michèle Binswanger, preisgekrönte Journalistin und Autorin eines missglückten Kommentars zu Jolanda Spiess-Hegglin auf dem Höhe­punkt der Schlamm­schlacht, die bis heute rund um diese Medien­affäre in den sozialen Netzwerken jede Contenance vermissen lässt. https://www.republik.ch/2019/06/21/das-zoegern-und-zaudern-um-eine-medienaffaere

    Und ausgerechnet sie soll die Affäre aufarbeiten und nüchterne Fakten präsentieren? Wenn ich das sehe, würde ich seitens Jolanda Spiess-Hegglin auch wollen, dass dieses Buch nicht erscheint, respektive eine einseitige Darstellung befürchten.

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  3. Joseph de Mol, 01.05.2020, 20:07 Uhr

    Frau Spiess-Hegglin hat wohl gute Gründe, dass sie die Publikation dieses Buches verhindern will. Die Geister, die sie rief, wird sie jetzt nicht mehr los und fürchtet erneutes Ungemach. Und es gibt meiner Meinung etliche Indizen, die darauf hindeuten, dass die «Angelegenheit» an der Landamman-Feier doch zumindest teilweise anders war, als von Hegglin-Spiess behauptet. Die Öffentlichkeit hat jedenfalls ein nicht unerhebliches Interesse, dass die gesamte Wahrheit endlich ans Licht gerückt wird. Und dazu ist es wichtig, dass Direktinvolvierte wie Herr Hürlimann endlich auch gebührend zu Wort kommen und ihre Sicht der Dinge vortragen können.

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    1. Martin Schleiss, 01.05.2020, 21:28 Uhr

      Welche stichhaltigen Indizien sind das denn, die Sie zu kennen glauben? Und Sie glauben wirklich, dass eine voreingenommene Bloggerin des Tages-Anzeigers in der Lage und willens ist, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt?

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  4. Hugo Ball, 01.05.2020, 17:56 Uhr

    Endlich! Binswanger ist eine ausgewiesen gute, knallharte, nüchterne und redliche Journalistin. Diese Recherche wird einiges zu Tage befördern, davon bin ich überzeugt, dass die Inszenierung und Behauptungen von Frau J. Spiess-Heggin arg ins Wanken bringen könnte. Ideal wäre eine Partnerschaft mit Julia Onken als Co-Autorin!

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  5. mebinger, 01.05.2020, 14:08 Uhr

    Wäre aber schon interessant, die Sicht von Markus Hürlimann zu hören. Es ist aber mehr als bedenklich, wenn versucht wird ein Buch zu verhindern, bevor es überhaupt geschrieben wurde, das geht zu weit!

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    1. M. Moser, 02.05.2020, 08:31 Uhr

      Ich denke Herr Hürlimann wird sich zu diesen Vorfällen nicht mehr äussern. So bleibt als einzige Protagonistin noch die Jolanda Spiess-Hegglin. Und die macht momentan alles andere als eine gute Figur… Ich habe als Kind gelernt… Dr Gschider git nah… könnte auch für Frau Spiess-Hegglin. Und nein, Frau Spiess-Hegglin ob sie die «Gschidi» sind darf bezweifelt werden…

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