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In der Stadt Zug soll ein erstes Holzhochhaus entstehen
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So sieht die Überbauung im Quartier Guthirt heute aus. (Bild: zVg)

Grundeigentümer und Stadt legen Pläne vor In der Stadt Zug soll ein erstes Holzhochhaus entstehen

3 min Lesezeit 12.09.2018, 15:20 Uhr

Nun kommt Bewegung in die Entwicklung des Zuger Guthirt-Quartiers: Mehrere Grundeigentümer und die Stadt haben am Mittwoch ihre Ideen für eine Überbauung des Gebiets Baarer-, Göbli-, Industrie- und Mattenstrasse präsentiert. Herzstück ist ein Hochhaus ganz aus Holz. Es wäre das erste im ganzen Land.

An zentraler Lage in Zug befindet sich das Quartier Guthirt mit einem städtischen Nutzungsmix aus Wohnen und Arbeiten sowie Bildungseinrichtungen. Die weitere Entwicklung des Quartiers ist nicht zuletzt geprägt vom Bebauungsplan Technologiecluster der V-Zug, der im Mai 2018 vom Grossen Gemeinderat ohne Gegenstimme gutgeheissen wurde.

Grundeigentümer gehen koordiniert vor

Im heute begonnenen Prozess geht es um ein Studienverfahren im Geviert Baarer-, Göbli-, Industrie- und Mattenstrasse sowie um einen Wettbewerb für das Hochhaus «Pi». «Die vier beteiligten Grundeigentümer (Vaudoise Versicherungen, Stockwerkeigentümergemeinschaft Baarerstrasse 94, V-Zug Immobilien AG, Kanton Zug) sehen in ihren Grundstücken Entwicklungspotential und haben sich zu einem koordinierten Vorgehen zur Realisierung ihrer Projektideen entschlossen» schreibt die Stadt Zug in einer Mitteilung. 

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Die sogenannte «Rote Post», das Gebäude entlang der Baarerstrasse, sowie ein Wohngebäude der V-Zug an der Göblistrasse werden in naher Zukunft das Ende ihrer Nutzungszeit erreicht haben und sollen durch Neubauten ersetzt werden.

Verdichtung als Ziel

Mit einem Studienauftrag unter Beteiligung von sechs Architekturbüros sollen die verschiedenen Projektabsichten untersucht werden. «Ziel der angelaufenen Verfahren ist es, das Geviert aus gesamtheitlicher Perspektive zu betrachten und die Rahmenbedingungen für eine Weiterentwicklung zu definieren», so die Stadt. 

Allen Beteiligten sei es wichtig, das Gebiet städtebaulich aufzuwerten. Es sollen Erkenntnisse gewonnen werden zur verträglichen Dichte, zur städtebaulichen Setzung und zu Freiräumen.

«Die Grundeigentümer möchten einen qualifizierten Beitrag zur Verdichtung und Innenentwicklung leisten, entsprechend dem Auftrag aus der Volksabstimmung des Jahres 2013 zum Raumplanungsgesetz», heisst es in der Mitteilung.

Im kantonalen Richtplan wurde das Gebiet einem Verdichtungsgebiet zugewiesen. Das Hochhausreglement der Stadt Zug, das seit dem 7. Mai 2018 in Kraft ist, bezeichnet das Gebiet als «geeigneten Standort für eine stadträumliche Entwicklung mit Hochhäusern».

Einmalig in der Schweiz

Insbesondere die Strassenkreuzung Baarer-/Göblistrasse biete sich dafür an. «Hier sind die Pläne der V-Zug für ein Holzhochhaus mit mehrheitlich preisgünstigen Wohnungen bereits weit gediehen», so die Stadt.  Mit ihrem Projekt «Pi» beabsichtige die V-Zug Immobilien AG, ein Innovationsprojekt nach den Grundsätzen der Nachhaltigkeit zu realisieren.

Dabei hat ein zukunftsorientierter Umgang mit den Themen Energie und Mobilität grosse Bedeutung. Das Projekt soll zeigen, dass es mit entsprechenden Vorgaben und Rahmenbedingungen möglich ist, mitten in der Stadt Zug in einem architektonisch überzeugenden Hochhaus hochwertige und preisgünstige Wohnungen zu schaffen.

Das Hochhaus in Sichtweite des zukünftigen Technologieclusters Zug setzt ein Zeichen für die Nähe von Wohnen und Arbeiten. Zudem ist die Dimension der Holzkonstruktion in der Schweiz bisher einmalig.

Gibt’s auch eine Turnhalle?

Auf der Parzelle der V-Zug Immobilien AG befindet sich heute bereits eine Wohnüberbauung der Pensionskasse von V-Zug mit günstigen Wohnungen. Diese Wohnungen stehen am Ende ihres Lebenszyklus.

«Dank dem Projekt ‹Pi› wird die Anzahl preisgünstiger Wohnungen mehr als verdoppelt», zeigt man sich bei der Stadt erfreut. Zudem werde geprüft, ob auch Räume für die ausserschulische Betreuung und eine zusätzliche Turnhalle der Primarschule Guthirt Platz finden.

Das Studienverfahren zum städtebaulichen Gesamtkonzept und der Projektwettbewerb sollen bis Mitte 2019 abgeschlossen sein. Auf dieser Grundlage erfolgt die anschliessende Ausarbeitung eines Bebauungsplans, dessen Rechtskraft für 2021 angestrebt wird.

«Wenn mehrere Grundeigentümer an einem Strick ziehen, dann ist das ein Glücksfall. Besonders wenn eine gute städtebauliche Lösung nach ökologischen Grundsätzen erarbeitet und die Anzahl zahlbarer Wohnungen noch verdoppelt wird», lässt sich Baudirektor André Wicki zitieren.

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