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Hommage musste ohne die Komponistin stattfinden
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Konnte wegen ihres Gesundheitszustands nicht nach Luzern reisen: Die geehrte russische Komponistin Sofia Gubaidulina. (Bild: PD)

KKL-Konzert zum 85. Geburtstag Sofia Gubaidulinas Hommage musste ohne die Komponistin stattfinden

3 min Lesezeit 2 Kommentare 29.01.2017, 11:10 Uhr

Am Samstag fand das erste von insgesamt zwei Portrait-Konzerten zu Ehren von Sofia Gubaidulinas 85. Geburtstag im KKL Luzern statt. Eine russische Komponistin, die zu den bedeutendsten Komponisten der Gegenwart gezählt wird – und langsam über ihren Ruhestand nachdenkt.

Das Publikum erhielt am Konzert  nicht nur einen Einblick in die zentralen und bedeutendsten Werke der Komponistin, sondern auch in ihr Leben. Die Veranstaltung im gut besetzten Luzerner Saal begann mit einer kurzen Werkeinführung durch Professor Antonio Baldassarre, Leiter Forschung und Entwicklung des Departements Musik an der Hochschule Luzern.

Hierbei erfuhr das überwiegend ältere Publikum von der kurzfristigen Absage Gubaidulinas, nicht persönlich vor Ort sein zu können. Ihrem Grusswort, das von Daniel Dodds, künstlerischer Leiter der Festival Strings Lucerne, vorgelesen wurde, konnte entnommen werden, dass der Komponistin dieser Entscheid nicht einfach gefallen war und sie das Publikum um Entschuldigung bittet. 

Gubaidulina lebt seit 1991 in Deutschland. Ihr momentaner Gesundheitszustand liesse es leider nicht zu nach Luzern zu reisen, da sie sich «schwach und kraftlos» fühle. Dennoch wünsche sie dem Publikum «zwei anregende musikalische Anlässe».

Über die korrekte Aussprache des Namens der Komponistin waren sich Baldassarre und Dodds uneinig. Aus diesem Grund wurden in der Pause vereinzelt Stimmen laut, die sich fragten: Wie wird der Name Sofia Gubaidulina eigentlich korrekt betont?

Platzwechsel, zurückhaltender Applaus und Highlights

Der gestrige Abend war nicht nur von musikalischen Highlights geprägt, sondern auch von einem etwas zurückhaltenden Publikum und einem stetigen Platzwechsel, nicht nur seitens der Solisten. So wurde zu Beginn von vereinzelten Zuschauern die Chance genutzt, sich aus den übrigen freien Plätzen den Besten zu suchen. Ein jeweiliger Platzwechsel der Solisten zwischen den Stücken brachte dabei Abwechslung in das Bühnenbild und schaffte keineswegs Unruhe.

«Die Instruktion, wann geklatscht werden darf und wann nicht, führte zu mehr Verwirrung beim Publikum.»

Ein erstes Highlight des Abends stellte die Chromatische Fantasie d-Moll (BWV 903) für Cembalo von Johann Sebastian Bach dar. Das kleine, rote Kielinstrument, bei welchem die Saiten mit Kielen gezupft, anstatt wie beim Klavier mit einem Hämmerchen angestossen werden, zog alle Blicke auf sich. Obwohl seine typischen hohen Töne teilweise fast ein wenig zu leise waren, überzeugte der Cembalist Vital Julian Frey durch seine musikalischen Fähigkeiten und sein Können.

Zweites Highlight des Abends

Das Streichquartett, welches das Werk «Reflections on the theme B-A-C-H» aufführte, stellte musikalisch das zweite Highlight des Abends dar. Es handelte sich dabei um eine schöne, harmonische Melodie, die im Vergleich zu den anderen Stücken dem Publikum mehr Emotionen und einen stärkeren Applaus entlocken konnte.

Vielleicht beruht diese Beobachtung aber auch von der Tatsache her, dass die Instruktion zu Beginn des Konzerts, nämlich wann geklatscht werden darf und wann nicht, zu mehr Verwirrung beim Publikum geführt hatte, als dies eigentlich vorgesehen war. Dieser Verwirrung wurde versucht Abhilfe zu schaffen, indem hinter der Bühne ein «Vorklatscher» eingesetzt wurde; was nur bedingt funktionierte, da dieser aus der Distanz gar nicht gehört werden konnte.

Introitus für Klavier und Kammerorchester von Gubaidulina

Den Abschluss des Abends stellte das Stück «Introitus für Klavier und Kammerorchester» von Sofia Gubaidulina dar, anhand welchem das Können der Komponistin dem Publikum erneut offenbart wurde. Bedauerlich war allerdings, dass das Klavier so vor das Orchester gestellt wurde, dass letzteres fast komplett vom Klavier bedeckt wurde. So war es für das Publikum kaum möglich, die Gestik des Dirigenten zu verfolgen, da dieser hinter dem Klavier stand.

Nach dem Konzert wurden wehmutige Stimmen aus dem Publikum laut bei dem Gedanken, dass Gubaidulinas das Komponieren ruhen lassen würde. Allerdings meinte eine Besucherin, dass sie insgeheim nicht glaube, dass sich Gubaidulina tatsächlich – trotz ihres hohen Alters – zur Ruhe setzen werde. Sie hoffe demnach und sei gespannt auf weitere grandiose Werke einer der wichtigsten Komponistin unserer Zeit.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, kann sich auf der Homepage des KKLs noch Tickets für das Gala-Konzert am Sonntagabend reservieren.

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2 Kommentare
  1. Hanspeter Lüthi, 30.01.2017, 16:38 Uhr

    Wir schätzen die Kritiken in Zentralplus über Kultur. Deshalb hoffen wir dass das Niveau des Geschreibsel zum Gubaidulina-Abend ein einmaliger „Ausrutscher“ ist.

  2. Marc Unternährer, 29.01.2017, 12:11 Uhr

    In der ganzen sogenannten „Konzertkritik“ findet sich nur ein einziger inhaltlicher Satz zur Musik: „Es handelte sich dabei um eine schöne, harmonische Melodie, die im Vergleich zu den anderen Stücken dem Publikum mehr Emotionen und einen stärkeren Applaus entlocken konnte.“ Ansonsten ein leerer Erlebnisbericht, der keinesfalls der Komponistin oder den Aufführenden gerecht wird. Bitte nehmt Kulturberichterstattung ernst! Alles andere ist respektlos.

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