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Hier steppt der Bär … äh, der Huerenaff
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So darf es sein: Viel Handarbeit steckt in den Kostümen. (Bild: AURA/Emanuel Ammon )

Luzerner Fasnacht: Was man nicht verpassen darf Hier steppt der Bär … äh, der Huerenaff

5 min Lesezeit 22.02.2017, 15:06 Uhr

Ab Donnerstagfrüh bebt, knallt und trötet es wieder in allen Luzerner Gassen – so laut, dass manch einem der Kopf schwirrt. zentralplus hilft, im fasnächtlichen Chaos den Überblick zu behalten. So kann die fünfte Jahreszeit beginnen!

Nur noch wenige Stunden und die Leuchtenstadt verwandelt sich wieder in einen Hexenkessel. Ein Holdrio in der linken, die Trompete oder Konfettipistole in der rechten Hand, mit Maske, Kostüm oder Perücke bewaffnet, ziehen ab Donnerstag Tausende durch die während der Fasnacht etwas engeren Gassen Luzerns.

Wild, laut und tosend, aber neuerdings auch ein bisschen geordnet wird es die nächsten sechs Tage in Luzern zu- und hergehen. Für Ordnung sorgt auch zentralplus: Wir haben aus dem ausufernden Programm die Klassiker, die besten Plätze und die – selbstverständlich total subjektiven – Highlights zusammengestellt.

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Die Klassiker für Einsteiger und Nostalgiker

Los geht es am frühen Morgen des «Schmudo»: Um Punkt fünf Uhr wird die Fasnacht traditionell mit dem Urknall der Fritschitagwache gestartet. Fritschivater Rolf Willimann setzt sich mit seiner Gefolgschaft in Bewegung. Das Ziel ist der Frischibrunnen am Kapellplatz: Sobald er dort auf der Bühne parat ist, wird der Fötzeliregen gezündet. Ein farbenfrohes Spektakel, das sich Fasnachtsneulinge und Traditionsbewusste keinesfalls entgehen lassen sollten.

Gehört zu den Klassikern der Luzerner Fasnacht: Der Fötzeliregen am Kapellplatz.

(Bild: jwy)

Ähnlich laut und knallig startet die zweite Fasnachtshälfte mit dem zweiten Fixpunkt im frühmorgendlichen Fasnachtsprogramm: die Tagwache der Weyfrösche am Güdismontag. Um sechs Uhr geht es auf dem Kapellplatz los. Und für alle Einsteiger: Achtung, Orangen!

Die Umzüge für Familien und Schaulustige

Nach der Tagwache, die von den meisten nicht ohne das eine oder andere Huerenaff-Kafi durchgestanden wird, sollte man sich am Schmutzigen Donnerstag erst mal richtig stärken – und um 14 Uhr wieder parat stehen. Dann beginnt der grosse Umzug an der Haldenstrasse. Rund 40 Nummern – darunter einige ganz wilde – bilden einen Zug durch die Luzerner Strassen. Die Route führt vom Luzernerhof über die Seebrücke via Bahnhof und Pilatusstrasse ins Neustadtquartier.

Impressionen von der Luzerner Fasnacht.

Unter der Egg: Einer der Hotspots der Luzerner Fasnacht.

(Bild: Alain Brunner)

Wer nach einem Tag Pause – oder Durchfeiern – noch nicht genug hat, wird am Samstag in Kriens erwartet. Um zwölf Uhr eröffnen die Guuggenmusigen die Strassenfasnacht. Wer es besinnlicher mag (naja), besucht bereits um 10.30 Uhr die Guuggermesse in der Galluskirche. Für Jöh!-Reaktionen ist ab 14 Uhr an der Kinderfasnacht auf dem Dorfplatz gesorgt. Musik und Festbetrieb gibt es bis Mitternacht.

Am Fasnachtssonntag wartet dann der nächste traditionsreiche Umzug in Littau, dem jeweils Tausende beiwohnen. Los geht’s um 14 Uhr.

Am Güdismontag geht die Strassenfasnacht in der Stadt weiter. Um 14 Uhr startet der Fasnachtsumzug mit der Wey-Zunftmeister-Kutsche am Luzernhof und führt wie am Schmudo über die Seebrücke via Pilatusstrasse in die Neustadt.

Die besten Plätze für Standfeste und Bewegungsfaule

Kapellplatz: Treffpunkt der Frühaufsteher, denn hier spielt sich sowohl am Schmudo als auch am Güdismontag die Tagwache ab.

Jesuitenplatz/Bahnhofstrasse: Wer die Fasnacht lieber moderner mag, ist hier genau richtig. Rund um den Jesuitenplatz und entlang der Bahnhofstrasse befindet sich die Partymeile, an der nicht nur Guuggen schränzen, sondern wuchtige Bässe dröhnen und einfache Schlagerakkorde erklingen. Was den Traditionalisten ein Dorn im Auge, ist dem jungen Partyvolk sein Mekka (zentralplus berichtete).

Guggenmusigen und ihre Grinden in Luzerns Gassen.

Guggenmusigen und ihre Grinden in Luzerns Gassen.

(Bild: jwy)

Mühlenplatz: Ein guter Platz für all jene, die keine zehn Zentimeter Bewegungsraum um sich herum brauchen. Zu viele tummeln sich jeweils zu den Konzerten der Guuggen am Ende der Altstadt.

Mit dem Zug an die Fasnacht

Noch diesen Mittwoch können die Spezialbillette für die Anreise gekauft werden. Für 14 Franken (Halbtax: 7 Franken) gibt es das Luzerner Fasnachtsbillett. Es ist gültig für eine Hin- und Rückfahrt an einem der Fasnachtstage ab einem Ort der Zentralschweiz nach Luzern. Für 18 Franken gibt’s den Fasnachtspass und damit freie Fahrt mit Bahn und Bus in Stadt und Agglomeration – gültig für die Zonen 10 und 28.

Unter der Egg: Wohl der Treffpunkt an der Luzerner Fasnacht. Man ist schnell bei den Kult-Ur-Fasnächtlern am Kornmarkt, nahe bei den Guuggenkonzerten auf der Rathaustreppe, an allen Hotspots der Altstadt. Wer Platzangst hat, sollte diesen Platz jedoch lieber meiden. Neuerdings gilt bei Grossandrang über den Rathaussteg sogar Einbahn – aus Sicherheitsgründen. Unter der Egg ist aber nicht nur an den drei traditionellen Fasnachtstagen der Bär los, sondern insbesondere auch am «Rüüdige Samschtig»: Die Herrengesellschaft Fidelitas Lucernensis lockt mit ihrem Programm bis 23 Uhr immer mehr Fasnächtler an.

Beizen: Nicht nur auf der Strasse hält der Wahnsinn Einzug, sondern auch in zahlreichen Beizen. Zu den Klassikern gehören alle rund um den Rathaussteg, wie der Stadtkeller, das «Doorzügli» oder die Rathausbrauerei. Auf der anderen Reussseite locken die Fasnachtsbeizen zur Ente und Bistro du Théatre an der Fasi-Meile Buobenmatt, in der Kleinstadt die Laterne oder Tschuppis «wunderbare Hafenkneipe».

Vögeligärtli: Wer am Schmutzigen Donnerstag morgens lieber im Bett bleibt, kann den Pegel am späteren Nachmittag im Vögeligärtli nachholen. Bei der Kaffeeschlacht gibt es dünnes Kafi mit Schuss à discretion – zumindest theoretisch. Denn den Event als Geheimtipp zu bezeichnen, wäre wohl etwas vermessen: Gut möglich, dass man eine halbe Stunde für ein Kafi anstehen muss.

Für Maskenliebhaber und Kreative

Im Piratenkostüm aus dem Fasnachtsshop oder dem last-minute besorgten Affen-Einteiler aufzukreuzen – das schafft jeder. Doch zu einer richtigen Verkleidung gehört ein «Grend». Diese Tradition würdigt die Maskenliebhaber-Gesellschaft Luzern mit ihrem «Goldene Grend». Am Güdismontag ab 20 Uhr ist der Laufsteg im Hotel Schweizerhof frei, um Mitternacht folgt die Prämierung.

Die besten Konzerte für Tanzmäuse und Partylöwen

Natürlich locken zahlreiche Maskenbälle während der fünften Jahreszeit. Zu den bekanntesten in der Stadt gehört der Schmudo-Ball ab 20 Uhr im Schweizerhof, der Residenz des Präsidenten des Luzerner Fasnachtskomitees, Patrick Hauser. Der Eintritt ist kostenlos.

Er (oder sie) würde sicher zustimmen: Die Fasnacht kann kommen.

Er (oder sie) würde sicher zustimmen: Die Fasnacht kann kommen.

(Bild: Alain Brunner)

Wer am «Schmudo» bereits tagsüber sein Tanzbein schwingen mag (was nicht bei jeder Verkleidung ganz einfach ist), wird in der Buobenmatt-Passage bedient. Dort hauen ab 15 Uhr bis Mitternacht jenste Guuggen in die Pauken. Am Güdismontag gibt’s nochmals dasselbe.

Bei manchen nähert sich die Erleichterung, bei anderen leise Wehmut über die ausklingende Fasnacht, wenn am Güdisdienstag um 19:30 Uhr der Monsterkorso losgeht. Von der Hauptpost an der Bahnhofstrasse aus zieht der Abschiedstross via Schweizerhofquai durch die Altstadt bis zum Mühleplatz. Der laute und knallige Abschluss der Fasnacht.

Hinweis: Alles zur fünften Jahreszeit finden Sie in unserem Fasnachts-Dossier.

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