Gesellschaft
Impfung für alle bis Ende Sommer

Das musst du zum Impfstart im Kanton Luzern wissen

Ab Mittwoch wird im Kanton Luzern gegen Corona geimpft. (Bild: Unsplash/Dimitri Houtteman)

Der Kanton Luzern startet am Mittwoch mit den Corona-Impfungen. Vorrang haben Bewohnerinnen von Alters- und Pflegeheimen, wenn möglich auch deren Personal. Der Rest der Bevölkerung dürfte Ende Frühling an der Reihe sein.

Luzern ist einer der ersten Schweizer Kantone, die ab Mittwoch Corona-Impfungen durchführen. Wie die Strategie genau aussieht, hat er in einer Mitteilung beschrieben. Hier findest du Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wer wird als Erstes geimpft?

Ganz im Sinne der Impfstrategie des Bundes werden zuerst Bewohner und Personal von Alters- und Pflegeheimen geimpft. Dies, weil den Kantonen zu Beginn nur wenige Dosen zur Verfügung stehen. Die erste Lieferung umfasst rund 5000 Dosen, erklärt Gesundheits- und Sozialdirektor Guido Graf gegenüber zentralplus. Im Januar werden weitere Lieferungen erwartet. Pro Person sind zwei Impfungen nötig. Diese werden vor Ort in den Heimen von mobilen Impf-Teams von Curaviva durchgeführt. Wer für Ferien eine Impfung braucht, geht aktuell noch leer aus.

Was ist mit Risikopatienten, die zu Hause leben?

Momentan gibt es für Risikopatienten ausserhalb der Alters- und Pflegeheimen nicht genügend Impfstoff. Bis dieser vorhanden ist, erarbeitet die Arbeitsgruppe mögliche Lösungsansätze. Mobile Risikopatienten können sich zu einem späteren Zeitpunkt in einem Impfzentrum oder beim Hausarzt impfen lassen. Für Leute, die nicht mobil sind, bestehen auch schon Lösungsansätze. Sobald die Details geklärt sind, wird der Kanton aktiv informieren.

Wann kann sich jeder impfen lassen?

Der Kanton Luzern hat bereits im Sommer mit der Planung einer Impfstrategie begonnen. Deshalb konnte man nun auch rasch reagieren, wie Graf erklärt. «Wir waren gut vorbereitet.» Voraussichtlich frühestens im Frühling 2021 kann sich die breite Bevölkerung impfen lassen. Der Startschuss kann fallen, sobald mehr Impfdosen vorhanden sind. Graf rechnet zwischen März und Mai mit einer grösseren Lieferung. «Die Anzahl Impfdosen gibt die Geschwindigkeit vor», sagt er. Der Kanton will die Öffentlichkeit frühzeitig informieren, sobald die Impfung allen zur Verfügung steht. Läuft alles nach Plan, könnten bis Ende Sommer alle impfwilligen Luzernerinnen geimpft sein. Dabei sein wird auch Graf: «Ich lasse mich ebenfalls impfen, aber erst, wenn es für alle möglich ist.»

Wer bekommt keine Impfung?

Die Wirkung bei unter 16-Jährigen ist noch nicht ganz klar, weshalb sie von der Impfung ausgeschlossen werden. Auch Schwangere werden nicht geimpft, weil die Folgen für den Fötus noch nicht bekannt sind.

Muss ich mich impfen lassen?

Es gibt keinen Zwang, die Impfung ist kostenlos. Für Fragen rund um die Corona-Impfung wird der Bund eine Hotline einrichten.

Wo kann ich mich impfen lassen?

Das Haupt-Impfzentrum ist auf der Luzerner Allmend geplant und wird durch den Kantonalen Führungsstab betrieben. Da die breite Bevölkerung mangels Impfstoff in den kommenden Wochen noch nicht geimpft wird, dient das Zentrum vorerst als Bezugsort der Impfstoffe für die mobilen Teams. Sobald sich auch der Rest der Luzerner impfen lassen darf, wird es öffentlich zugänglich gemacht. Es müssen aber nicht alle aus dem Kanton nach Luzern reisen. Auch in den Regionen Sursee/Nottwil, Hochdorf und Willisau/Entlebuch sind Impfzentren geplant. Welche Zentren dann tatsächlich realisiert werden, hängt von der Liefermenge und dem Lieferzeitpunkt ab und wird in enger Zusammenarbeit innerhalb des Kantonalen Führungsstabs entschieden.

Kann ich mich auch bei meinem Arzt impfen lassen?

Corona-Impfungen in Arztpraxen und Apotheken sind erst möglich, wenn genügend Impfdosen vorhanden sind. Ausserdem sind noch nicht alle logistischen und administrativen Fragen geklärt. Sobald dies jedoch geschehen ist, sollen auch Ärzte und Apotheker impfen dürfen.

Welches sind die Herausforderungen für den Kanton?

Der Kanton allein kann sich nicht um alles kümmern. Deshalb sind die Aufgaben aufgeteilt: Entgegennahme, Lagerung und Transport übernimmt beispielsweise die Firma Galliker aus Altishofen. Bei der Bestelladministration erhält der Kanton Unterstützung von Stöckli Medical aus Oberkirch. Auch der Bund soll mithelfen: Der Kanton erwartet, dass der Impfprozess durch eine Software unterstützt wird. Derzeit ist man daran, «zahlreiche Merkblätter für Impfinteressierte» zu erstellen.

Wie kann ich helfen?

Derzeit sucht der Kanton Freiwillige, die beim Impfen helfen. Die Rekrutierung des Personals für die Impfzentren läuft.

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