Er will mit dem FCL in den Europacup
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Der ehemalige FCL-Stürmer Marco Schneuwly in der Swissporarena. (Bild: Roman Beer)

Interview mit FCL-Topstürmer Marco Schneuwly Er will mit dem FCL in den Europacup

7 min Lesezeit 6 Kommentare 15.05.2015, 17:24 Uhr

Der FCL ist gut in Form. Das Abstiegsgespenst wurde vertrieben. Einen grossen Anteil an diesem Erfolg hat Stürmer Marco Schneuwly. Er schiesst Tor um Tor und spielt die beste Saison seiner Profikarriere. Im Interview mit zentral+ spricht Schneuwly über seine Ziele, über den Reiz des Auslandes – und über die Tücken des Fussballerdaseins.

Die Saison ist bald zu Ende. Der FC Luzern steht auf dem sechsten Platz. Mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen konnte der Anschluss an die obere Tabellenhälfte gefunden werden. Mit ein Grund für diese Steigerung: FCL-Stürmer Marco Schneuwly.

zentral+: Viele berühmte Fussballer haben im Laufe Ihrer Karriere einen Spitznamen bekommen. Wenn Sie für sich selber einen solchen auswählen könnten, wie würden Sie sich nennen?

Marco Schneuwly: Bei YB wurde ich irgendwann mal Töff genannt. Jakob Jantscher hat jetzt mit Killer angefangen. Ich denke eine Mischung aus diesen beiden wäre noch ganz lustig.

zentral+: Wissen Sie, wie Sie in Luzern von den Fans gerufen werden?

Schneuwly: Nein, keine Ahnung. 

VERLOSUNG: Wer will aussehen wie Marco Schneuwly?

Marco Schneuwly hat sich zum Liebling der FCL-Fans geschossen. zentral+ und der FC Luzern ermöglicht es nun einem Fan, sich seinem Idol rund um die Uhr ganz nah zu fühlen: Wir verlosen ein Leibchen, einen Trainer und eine Hose von Marco Schneuwly!

Wer die drei begehrten Schneuwly-Kleidungsstücke möchte, muss hier in unserer Kommentarfunktion nur mitteilen, warum er die Klamotten ganz dringend gewinnen will. Die Redaktion wählt die beste Antwort aus.

Die Verlosung endet übrigens am Montag, 18. Mai um 19.01 Uhr.

zentral+: Man nennt Sie hier Bomber. Können Sie damit leben?

Schneuwly: Ja auf jeden Fall. Diese Saison passt es ja nicht mal so schlecht.

zentral+: Sie sagen es gerade selber. Spätestens seit der Rückrunde dieser Saison werden Sie Ihrem Übernamen definitiv gerecht. So oft haben Sie in der obersten Spielklasse noch nie getroffen. Mussten Sie 30 Jahre warten, um endlich die beste Saison Ihrer Karriere zu spielen?

Schneuwly: Ja gut, wenn man die vollen 30 Jahre nimmt, ist es an den Toren gemessen wohl nicht die beste Saison meines Lebens. In der Juniorenzeit habe ich sicher ab und zu mal etwas öfters getroffen. Aber in der Profikarriere ist es wohl tatsächlich die beste Saison – vor allem auch was die Konstanz betrifft.

Marco Schneuwly ist als Goalgetter für die Luzerner äusserst wichtig. Im Hintergrund freut sich Dario Lezcano (Bild: Dominik Stegemann).

Marco Schneuwly ist als Goalgetter für die Luzerner äusserst wichtig. Im Hintergrund freut sich Dario Lezcano (Bild: Dominik Stegemann).

zentral+: Was braucht denn ein Marco Schneuwly, um sein ganzes Potenzial abrufen zu können?

Schneuwly: Eigentlich nichts Spezielles. Das Wichtigste ist, gesund zu bleiben. Einen guten Lauf kannst du natürlich nur über eine ganze Saison durchziehen, wenn du von Rückschlägen und Verletzungen verschont wirst.

«Mit der Erfahrung spielt das eher eine zweitrangige Rolle.»

zentral+: Und welche Rolle spielt dabei das Umfeld?

Schneuwly: Mit der Erfahrung spielt das eher eine zweitrangige Rolle. Ein ruhiges und stabiles Umfeld ist gerade am Anfang sicher auch wichtig. Aber mit den Jahren habe ich gelernt, mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Inzwischen kann ich von mir behaupten, einen guten Weg gefunden zu haben, um auch schwierige Situationen gut wegzustecken und auf dem Boden zu bleiben, wenn es mal rund läuft.

zentral+: Trotzdem scheinen Sie sich in Luzern ziemlich wohl zu fühlen. Welche Bedingungen sind dafür ausschlaggebend?

Schneuwly: Diesbezüglich muss es vor allem in der Mannschaft stimmen. In einem Team braucht es immer eine gesunde Mischung aus unterschiedlichen Typen – von allem ein bisschen. Wichtig ist, dass eine Mannschaft sowohl auf als auch neben dem Platz harmoniert. Wir sind viel unterwegs, auch da darf der Spass nicht zu kurz kommen.

zentral+: Und das ist bei Luzern der Fall?

Schneuwly: Ja, absolut. Ich fühle mich sehr wohl im Team.

«Es fägt hier richtig.»

zentral+: Was war vor einem Jahr ausschlaggebend, dass Sie sich für den Wechsel nach Luzern entschieden haben?

Schneuwly: Die Umgebung kannte ich ja schon aus der Zeit beim SC Kriens. Auch die ideale Infrastruktur mit dem neuen Stadion und den Trainingsplätzen hat dabei eine Rolle gespielt. Wir haben hier die perfekten Voraussetzungen. Das gesamte Paket hat einfach gepasst. Hinzu kamen die Länge des Vertrags und natürlich auch der Lohn, welcher einiges besser ist als in Thun.

zentral+: Sind Sie auch nach einem Jahr noch der Überzeugung, dass die Entscheidung richtig war?

Schneuwly: Auf jeden Fall. Ich konnte eine super Saison spielen. Aber auch in der Vorrunde, als es noch nicht so lief, habe ich immer wieder betont, dass ich es nicht bereue, nach Luzern gekommen zu sein. Es fägt hier richtig. Und inzwischen konnte auch jeder sehen, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt.

zentral+: Luzern bereut Ihren Wechsel noch viel weniger. Ausser auswärts gegen den FCZ gewinnt der FCL nur dann, wenn Sie treffen. Wie wichtig sind Sie für das Team?

Schneuwly: Ich konnte mir im Laufe der Saison einen hohen Stellenwert in der Mannschaft erarbeiten. Es hat einfach von Anfang an wunderbar gepasst. Gleich im ersten Testspiel konnte ich ein Tor schiessen. Das hat sich dann so weitergezogen. Auch im ersten Pflichtspiel im Europapokal und später in der Meisterschaft habe ich sofort getroffen. Das hilft einem Stürmen natürlich extrem. Es freut mich sehr, der Mannschaft helfen zu können.

«Wenn Basel den Cup holt, ist der fünfte Platz doppelt interessant. Dieser muss jetzt für die verbleibenden Spiele unser Ziel sein.»

zentral+: Der FCL hat die Wende noch gepackt. Das Thema Abstieg ist vom Tisch. Welche Ziele haben Sie sich mannschaftsintern für die letzten vier Spiele noch gesteckt?

Schneuwly: Wir wollen jetzt natürlich in der Tabelle noch so weit nach oben kommen wie nur möglich. Wir sind zurzeit gut in Form. Beim Tabellennachbarn St. Gallen ist das Gegenteil der Fall. Wenn Basel den Cup holt, ist der fünfte Platz doppelt interessant. Dieser muss jetzt für die verbleibenden Spiele unser Ziel sein.

zentral+: Und Sie persönlich? Wird die 20er Marke noch geknackt?

Schneuwly: Das würde der Saison noch die Krone aufsetzen. Aber ich mache mir hier sicher keinen Druck. Wenn es klappt, wunderbar. Aber ich nehme mir diesbezüglich nichts Konkretes vor.

zentral+: Durch Ihre Leistungen werden Sie auch interessant für andere Vereine. Es gab Gerüchte, dass der Karslruher SC interessiert sei. Denken Sie überhaupt über den Schritt ins Ausland nach?

Schneuwly: Es liegt kein konkretes Angebot vor. Aber das ist zum jetzigen Zeitpunkt für mich auch kein Thema. Priorität hat die laufende Saison. In der Sommerpause ist dann noch genug Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen. Aber grundsätzlich ist das Ausland natürlich auch für mich reizvoll.

«Ich will nicht ins Ausland, nur damit ich im Ausland war. Die Umgebung müsste passen – auch für die Familie.»

zentral+: Was muss passieren, dass Marco Schneuwly in der nächsten Saison nicht mehr in Luzern spielt?

Schneuwly: Es müsste ein wirklich gutes Angebot vorliegen. Ich will nicht ins Ausland, nur damit ich im Ausland war. Die Umgebung müsste passen – auch für die Familie. Mein Sohn kommt nächstes Jahr in den Kindergarten. Und schliesslich muss vor allem auch der FC Luzern ja oder nein sagen, ich habe noch einen Vertrag bis 2017.

zentral+: Im März wurden Sie dreissig. Früher oder später wird auch Ihre Karriere zu Ende sein. Haben Sie bereits Pläne für danach?

Schneuwly: Konkret noch nicht. Ich habe Maschinenzeichner gelernt und die Berufsmatura abgeschlossen. Momentan mache ich eine Weiterbildung im Personalwesen. Dieser Bereich würde mich interessieren. Solange ich noch aktiv spiele, ist es natürlich nicht möglich, Berufserfahrung ausserhalb des Fussballs zu sammeln.

«Wenn sich etwas Interessantes ergibt, bin ich dem Gedanken auch nicht abgeneigt, als Trainer einzusteigen.»

zentral+: Und im Fussballbusiness zu bleiben ist keine Option?

Schneuwly: Die Trainerausbildung habe ich auch angefangen. Inzwischen habe ich das C+ Diplom. Als aktiver Fussballer sollte ich es bis zum B-Diplom schaffen. Wer weiss, vielleicht packt es mich dann. Wenn sich etwas Interessantes ergibt, bin ich dem Gedanken auch nicht abgeneigt, als Trainer einzusteigen.

zentral+: Das ist ja jetzt noch in weiter Ferne. Trotzdem haben Sie den grössten Teil Ihrer Karriere bereits hinter sich. Ist Ihre Karriere bis jetzt so verlaufen, wie Sie sich diese als Jungprofi vorgestellt hatten?

Schneuwly: Ehrlich gesagt hatte ich damals eigentlich keine konkreten Vorstellungen. Ich habe einfach gehofft, dass es stetig bergauf geht. Sicher habe ich manchmal davon geträumt, eines Tages bei einem grossen Verein im Ausland zu spielen. Aber an dieser Vorstellung festgebissen habe ich mich nie.

zentral+: Gibt es eine Entscheidung in Ihrem Leben, die Sie heute anders treffen würden?

Schneuwly: Nein, ich glaube nicht. Bis jetzt habe ich es immer ganz gut getroffen. Auch damals, als ich für ein Jahr an Kriens ausgeliehen wurde, hatte ich eine super Zeit. Jede Station meiner Karriere hat mich geprägt und mir auf meinem Weg weitergeholfen.

zentral+: Marco Schneuwly ist nicht nur der Bomber auf dem Fussballfeld, sondern auch ein Mensch aus Fleisch und Blut. Wofür interessieren Sie sich neben dem Platz?

Schneuwly: Ich spiele sehr gerne Golf. Das hat sich während meiner Zeit bei YB entwickelt. Im Moment hat allerdings die Familie Vorrang. Der Kleine hat natürlich immer Freude, wenn ich einmal zuhause bin und wir etwas zusammen unternehmen können.

zentral+: Als Fussballspieler sind Sie viel unterwegs. Kommt die Familie oft zu kurz?

Schneuwly: Ja das ist schon etwas der Fall. Als Aussenstehender hat man schnell das Gefühl, Fussballer hätten viel mehr Freizeit als andere. Aber eigentlich ist eher das Gegenteil der Fall. Zu trainingsfreien Zeiten steht die Regeneration im Vordergrund. Wenn wir beispielsweise am Samstag ein Spiel haben kann ich am Freitag natürlich nicht den ganzen Tag unterwegs sein. Auch kann ich nicht einfach über Auffahrt ein verlängertes Wochenende im Tessin verbringen. Da ist von Seiten der Familie sicher viel Verständnis gefragt.

FCL-Stürmer Marco Schneuwly mit zentralplus-Sportautor Saverio Genzoli (Bild: Roman Beer).

FCL-Stürmer Marco Schneuwly mit zentralplus-Sportautor Saverio Genzoli (Bild: Roman Beer).

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6 Kommentare
  1. Cédric Güggi, 16.05.2015, 13:50 Uhr

    Weil Mungge13 im nächsten Jahr oft im Ausland ist, werde ich alleine an die Spiele gehen müssen. Das Schneuwly-Trikot würde mich sehr darüber hinwegtrösten. Mungge13 wäre dann jeweils wenigstens mit dem Leibchen im Stadion anwesend.

  2. Tamara Müller, 16.05.2015, 12:42 Uhr

    Ich will die Kleidung unbedingt, weil ich den als Saisonkartenbesitzerin den FCL in guten und schlechten Zeiten unterstütze. Ich würde mich freuen, wenn ich zukünftig mit der Schneuwly-Ausrüstung an die Spiele gehen könnte.
    Als Gegenleistung würde ich sehr gerne etwas für den FCL Nachwuchs spenden. Damit kann ich einen sehr kleinen Beitrag leisten, dass Erfolge wie der Youth Cup Sieg der U21 Mannschaft weiterhin möglich sind. Und wer weiss, vielleicht wird ja einmal ein Spieler aus unserem eigenen Nachwuchs unser neuer Bomber und somit Nachfolger von Marco Schneuwly.

    Mir wäre würde ein allfälliger Gewinn sehr viel bedeuten, doch ich finde es hat auch andere gute Antworten. Deshalb wäre mein Vorschlag, dass man den Gewinn aufteilen und 2 Personen glücklich machen könnte. Beispiel: Das Leibchen und die Hose für mich 🙂 und den Trainer für den 2. Sieger.
    Geteilte Freude ist doppelte Freude!

  3. Mats Michel, 16.05.2015, 09:39 Uhr

    Werde im kommenden Jahr viel im Ausland sein. So kann ich das Schnweuly-Trikot im Ausland tragen und der Echte kann in Luzern bleiben!

  4. Deborah Müller, 15.05.2015, 22:31 Uhr

    Danke zentral+ für das tolle Interview. Wirklich sehr interessante Fragen und Marco Schneuwly beweist mit seinen Antworten einmal mehr, dass er ein sympathischer Fussballer ist.

    Ich möchte die Klamotten von Marco Schneuwly ganz dringend, weil er für mich viel mehr als nur der Bomber ist. Er ist nicht nur der Stürmer, der Tore am Laufmeter schiess, sondern er ist mit seiner Art auch ein Vorbild. Er hat ein riesiges Kämpferherz, zeigt eine enorme Leistungsbereitschaft und grossen Siegeswillen. Marco Schneuwly gibt immer sein Bestes und macht alles für den Erfolg. Genau dies wollen die Fans in der Zentralschweiz sehen. Aufgrund seiner Leistungen und der richtigen Einstellung ist er für jeden Nachwuchsfussballer ein Vorbild. Zudem ist er für die Mannschaft enorm wichtig. Als Leistungsträger übernimmt er Verantwortung und war schon im Sommer kurz nach seinem Wechsel zu Luzern ein Leader innerhalb des Teams. Was ich persönlich noch schöner finde, als seine tollen Leistungen und sein grosser Einsatz auf dem Fussballplatz, ist sein Verhalten neben dem Platz. Er ist ein bodenständiger, ehrlicher Mensch. Von seiner ruhigen und bescheidenen Art, könnten viele andere Fussballer noch lernen.

    Ich finde es toll, dass wir beim FCL eine solche Persönlichkeit wie Schneuwly in unseren Reihen haben. Ich schätze Marco Schneuwly als Fussballer und als Mensch und es wäre toll, wenn ich die Ehre habe „seine“ Klamotten zu tragen und somit meine Verbundenheit ihm gegenüber noch deutlicher zeigen könnte. Ich würde mich rüüdig über die Kleidung meines Lieblingsspielers freuen und sie mit grossem Stolz tragen.

  5. Jörgen Stehr, 15.05.2015, 22:16 Uhr

    Ich brauche das Schnweuly Dress ganz dringend um allen meinen Zürcher Sport Kollegen zu zeigen, welches der beste Fussballclub und die schönste Stadt der Schweiz ist!

  6. Marco Segattini, 15.05.2015, 19:49 Uhr

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.