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Drei Gründe für den Zuger Triumph
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Bitte immer weiterjubeln – bis zum Meistertitel für den EVZ.     (Bild: zvg)

EVZ nach 19 Jahren wieder im Final Drei Gründe für den Zuger Triumph

4 min Lesezeit 02.04.2017, 11:12 Uhr

Der EVZ steht im Final. Die Zuger gewinnen die Halbfinalserie gegen Davos und müssen nun gegen Bern ran. Doch vorher noch ein kurzer Rückblick, weshalb es für Zug in diesem Jahr geklappt hat mit dem Finale.

Es ist geschafft: Nach 19 Jahren steht der EV Zug erstmals wieder im Playoff-Final. Dank einem 5:3-Sieg in Davos entschieden die Zuger die Serie in sechs Partien zu ihren Gunsten. Bevor wir uns mit dem Finalgegner aus Bern beschäftigen, analysieren wir die Gründe, weshalb der EVZ die Bündner eliminieren konnte.

Wie erwartet lieferten sich die beiden Teams eine Serie auf Augenhöhe, in der in jeder Partie Details über den Ausgang entschieden. Jedes Spiel hat seine eigene Geschichte mit jeweils unterschiedlichen Protagonisten und entscheidenden Momenten geschrieben. Letztendlich machten die Zuger mehr Dinge richtig und kamen verdient eine Runde weiter. In der Folge heben wir einige Punkte hervor, die sich durch die ganze Serie zogen und schlussendlich den Ausschlag gegeben haben für den Zuger Sieg.

Kompakter, effizienter, souveräner

Die Zuger verliessen sich auf ihre solide, unspektakuläre und effiziente Spielweise, die sie bereits über weite Teile der Saison ausgezeichnet hat. Das System von Coach Kreis ist darauf ausgerichtet, möglichst kein Gegentor zu erhalten. Die defensive Einstellung führte dazu, dass die Zuger den Fokus darauf legten, die Räume in der neutralen Zone eng zu machen, sodass die Bündner nicht mit ihrem schnellen Umschaltspiel in die Zuger Zone eindringen konnten. So neutralisierten sie die grösste Waffe des Davoser Angriffsspiels.

Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung dieses Systems war die kompakte Aufstellung, wobei insbesondere die Rolle der Center, die sowohl defensiv absicherten als auch offensive Akzente setzten, hervorzuheben ist. Die Mittelachse um McIntyre-Holden-Immonen-Diem war ihrem Davoser Gegenpart über weite Strecken überlegen – ganz im Gegensatz zur Viertelfinal-Serie vor zwei Jahren, als das Team von Arno del Curto die Zentralschweizer dominierte.

«Tobias Stephan hat bewiesen, dass er momentan einer der besten Torhüter in diesem Land ist.»

Die geduldige, abwartende Spielweise zahlte sich für die Zuger vor allem aufgrund ihrer Kaltblütigkeit in den entscheidenden Situationen aus. In fünf von sechs Partien erzielten sie das erste Tor. Über weite Strecken konnten sie mit einer Führung im Rücken spielen, was die Davoser noch etwas mehr aus der Reserve lockte und zusätzliche Räume bei Gegenstössen ermöglichte.

In den ersten beiden Partien konnten sie sich zudem auf ein starkes Powerplay verlassen, dessen mangelnde Effizienz sie in den letzten Begegnungen durch effizientere Gegenstösse bei numerischem Gleichstand kompensieren konnten.

Besserer Torhüter

Ein wesentlicher Grund für den Zuger Erfolg lässt sich mit dem Torhüter erklären. Gilles Senn ist ein grosses Talent, das angedeutet hat, dass er ein grosser Schweizer Goalie werden kann. Tobias Stephan hingegen hat bewiesen, dass er momentan einer der besten Torhüter in diesem Land ist, und gab seinem Team in jedem Spiel die Chance, zu gewinnen.

«Just im Moment, als der EVZ ihre beiden Stars brauchte, traten sie besonders in Erscheinung – dies zog sich durch die gesamte Serie hindurch.»

In fünf von sechs Partien (mit Ausnahme der dritten Partie) wusste der EVZ den besseren Torhüter in seinen Reihen. Stephan spielte nicht nur weitgehend fehlerfrei, sondern machte in den entscheidenden Phasen Big Saves, mit denen er seine Mannschaft im Spiel hielt. Er strahlte enorme Sicherheit aus, die sich auf das gesamte Team übertragen hat.

Ausgeglichenes Team und überragende Schlüsselspieler

Neben dem Torhüter konnten sich die Zuger auf ein breiteres und ausgeglicheneres Kader verlassen, in dem besonders zwei Leistungsträger jeweils in den entscheidenden Momenten herausragten. Diaz war mit Abstand der beste Verteidiger der Serie, der nicht nur defensiv solid spielte, sondern das Offensivspiel seiner Mannschaft mit öffnenden Pässen, Übersicht und gefährlichen Abschlüssen ankurbelte.

«Die Hockey-Weisheit, wonach eine starke Offensive Spiele und eine solide Defensive Meisterschaften gewinnen würde, scheinen sich die Zuger zu Herzen genommen zu haben.»

Bei den Stürmern konnten sich die Zentralschweizer auf den Playoff-Topscorer McIntyre verlassen, der in jeder Situation wichtige Minuten abspulte. Das Game-Winning-Goal in der sechsten Partie mag die Bedeutung der beiden Schlüsselspieler illustrieren. Während einer Druckphase der Davoser gelang es Diaz, die Scheibe aus der eigenen Zone zu befördern und McIntyre anzuspielen.

Der Kanadier überlistete Senn mit einem präzisen Schuss, befreite die Zuger zwischenzeitlich aus der Umklammerung und sorgte somit für die Vorentscheidung in der Serie (obwohl die Zuger den HCD nochmals unnötigerweise zurückkommen liessen). Just im Moment, als der EVZ ihre beiden Stars brauchte, traten sie besonders in Erscheinung – dies zog sich durch die gesamte Serie hindurch.

Davos hatte zwar einige Spieler wie Ambühl, Dino Wieser oder Lindgren, die ihr Team antrieben, aber keinen einzigen Spieler, der annähernd so konstant das Spiel dominierte wie Diaz und McIntyre.

Fazit

In der dritten Saison unter Harold Kreis setzt der EV Zug nun konsequent dessen System um, was ihnen ermöglichte, die Dominanz der Davoser auf wenige Phasen zu beschränken. Die Hockey-Weisheit, wonach eine starke Offensive Spiele und eine solide Defensive Meisterschaften gewinnen würde, scheinen sich die Zuger zu Herzen genommen zu haben.

Begeisterten die Zuger Teams in den letzten beiden Jahrzehnten oft mit spektakulärem und attraktivem Eishockey, das spätestens in den Halbfinals auf den Boden der Realität geholt wurde, so führte die abgeklärte und effiziente Spielweise der diesjährigen Ausgabe zum ersten Playoff-Triumph über den HCD und Finaleinzug seit 19 Jahren – dies nach insgesamt neun verlorenen Halbfinalserien. Nun winkt dem EVZ gegen den SCB die lang ersehnte Revanche für die verlorene Finalserie von 1997.

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