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Der FCL hat ein Goalieproblem
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War mit seinem Aussetzer mitverantwortlich für die unnötige Niederlage gegen Thun: FCL-Goalie David Zibung. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Die bittere Niederlage gegen Thun zeigt’s Der FCL hat ein Goalieproblem

3 min Lesezeit 21.10.2018, 09:00 Uhr

Am Ende heisst es 0:2. Die vierte Niederlage im sechsten Heimspiel. Dabei hätten die Luzerner die Premiere auf dem neuen Rasen wegen eines klaren Chancenplus gewinnen müssen. Aber ein arger Schnitzer von Goalie David Zibung (34) zwingt sie in die Knie.

Man kann Guillaume Faivre nun wahrlich nicht vorwerfen, dass er zur Business-Klasse der Schweizer Torhüter gehört. Dafür fehlt seinen Leistungen meist die Konstanz. Aber gegen den FCL ist Thuns Goalie ein entscheidender Faktor auf dem Weg zum Sieg. Stark, wie er den Schuss von Blessing Eleke in der 42. Minute abwehrt.

Ein Goalie von Faivres Format steht beim FCL nicht zwischen den Pfosten. Und das muss der sportlichen Führung ernsthafte Sorgen bereiten. Der vor der Saison neu verpflichtete Mirko Salvi (24) hat seine Position wegen zu vieler haltbarer Gegentore an David Zibung eingebüsst. Doch nun ist einer der FCL-Helden beim grossen 3:2-Sieg über den davor verlustpunktlosen Leader und Meister YB zur tragischen Figur gegen Thun geworden.

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So erklärt Zibung seinen Aussetzer

In der 64. Minute lässt er einen Aufsetzer von Chris Kablan nach vorne abprallen. Dejan Sorgic, der frühere FCL-Spieler, bedankt sich mit dem 0:1. Von diesem Schock erholt sich der dahin bessere und offensiv gefährlichere Gastgeber nicht mehr. «Ich habe den Ball eigentlich zur Seite abprallen lassen wollen», sagt Zibung dazu. «Aber der Ball hatte einen Drall. Im Nachhinein hätte ich wohl besser versucht, ihn zu fangen. Es tut mir leid fürs Team, das einen grossen Aufwand betrieben hat.»

«Das Wettkampfglück ist nicht auf unserer Seite gewesen.»

René Weiler, FCL-Trainer

Zibung ehrt es, dass er sich vor den Medienschaffenden nicht verkrochen hat. Aber man kann es drehen und wenden, wie man will: Der FCL hat im Jahr 1 nach dem Abgang von Jonas Omlin ein Goalieproblem, das ihn schon ein paar Punkte gekostet hat. Und das kann in dieser engen Zehnerliga gravierende Folgen haben.

FCL-Trainer René Weiler ist sich bewusst, dass «wir so einen Match nicht verlieren dürfen. Wir waren nie in Gefahr, in Rückstand zu geraten. Dass man dieses 0:1 verhindern kann, das weiss Dave.»

Reagiert der FCL auf dem Transfermarkt?

Bestätigt er damit, wenn auch indirekt, dass er ein Goalieproblem hat? Nach einem kurzen Zögern antwortet Weiler: «Nein.» Dann bemüht er die alte Fussball-Weisheit, dass es halt Tor sei, wenn ein Goalie einen Fehler mache. Und dann lässt er noch die Ergänzung folgen, dass «das Wettkampfglück nicht auf unserer Seite gewesen ist.»

Riecht alles ziemlich nach Ausrede. Vermutlich hat sich Weiler zum ersten Mal, seit er im Sommer Trainer in Luzern geworden ist, als «Schönfärber» versucht. Und das ist ihm nachzusehen, weil er das Goalieproblem des FCL nicht von heute auf morgen lösen kann.

Salvi und Zibung sind ein Risiko für die defensive Stabilität und verhindern so eine Weiterentwicklung der Mannschaft, die Weiler anstrebt. Aber bis zur Winterpause ist er auf Gedeih und Verderben auf dieses Duo zwischen den Pfosten angewiesen. Erst dann kann der FCL auf dem Transfermarkt reagieren und sein grösstes Problem aus der Welt schaffen.

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