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Das sind die legendärsten Zentralschweizer Sport-Ausraster
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Dario Lezcano sieht im Spiel gegen GC im wahrsten Sinne des Wortes rot. (Bild: Printscreen SRF)

Auch sie schrieben ungehobelte Sportgeschichte Das sind die legendärsten Zentralschweizer Sport-Ausraster

6 min Lesezeit 22.09.2017, 20:17 Uhr

Die ganze Schweiz spricht über Christian Constantin, seit er den Fernseh-Fussballexperten Rolf Fringer beim Super League-Spiel zwischen dem FC Sion und Lugano in den Hintern getreten und mehrere Male ins Gesicht geschlagen hat. Doch es gibt auch in der Zentralschweiz einige Beispiele von Sport-Ausrastern – zentralplus hat die besten gesammelt.

«Agent Provocateur»: Handballer Carlos Lima vom SC Kriens

Jeder Handball-Fan hat das zerschlagene und zerschundene Gesicht von SC Kriens-Handballer Carlos Lima noch deutlich vor Augen. Dieser war 2008 bei einem Match gegen den RTV Basel kurz vor Schluss der Partie in ein Gerangel mit Basler Spielern geraten.

«Plötzlich bekam ich vom Basler Spieler Cédric Largent einen Tritt zwischen die Beine. Ich stellte ihn zur Rede. Er sagte, er habe nichts gemacht. Da stellte ich seinen Tritt nach, aus einiger Entfernung zu ihm wohlgemerkt, ohne ihn zu treffen. Darauf holte er, für mich völlig unerwartet, aus und traf mich voll mit der Faust ins Gesicht.» Mit diesen Worten erklärte der 1970 in Luzern geborene Carlos Lima Fuentes dem «Blick» gegenüber, wie er zu seinen Verletzungen damals gekommen war.

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Dabei galt der legendäre Schweizer Handball-Nationalspieler Lima selbst als kein Kind von Traurigkeit. Er hatte sogar den Ruf des Prügelknaben weg. Dabei beteuerte er, dass ihm dieses negative Image nur in der Schweiz anhafte. In Deutschland, wo er bei Lemgo gespielt hatte, und in Spanien sei er völlig unauffällig und pflegeleicht gewesen. Lima: «Natürlich bin ich ein emotionaler Spieler, der gerne auch mal provoziert. Aber das gehört dazu, das tun alle, und ich weiss, wo die Grenzen sind.» Na ja.

«Wenn mich einer zu einem Fight herausgefordert hat, habe ich nie ‹Nein› gesagt.»

Mats Hallin über seine legendäre Prügelei mit Misko Antisin (ehemals EVZ)

Der Kopfstoss der anderen Art: Stürmer-Star Dimitar Rangelov vom FC Luzern

Nomen ist omen. Das heisst, Rangelov liegt nicht weit entfernt von Rangeln. So geschehen bei einem Trainings-Streit zwischen dem Bulgaren Dimitar Rangelov und Jérôme Thiesson – das Ganze endete in einer wüsten Prügelei. Beim Stürmer brannten die Sicherungen durch. In bester Zidane-Manier streckte er seinen Teamkollegen per Kopfstoss nieder. Die Bilanz: Gebiss kaputt – Thiesson musste zum Zahnarzt!

«Ich habe ihn im Zweikampf von hinten berührt. Es war keine Absicht, keine böse Grätsche.» Dann sei Thiesson wild geworden. «Er stürzte sich auf mich und schubste. Ich dachte, er würde mich schlagen, und ich habe im Reflex zugestossen.» Rangelov bereute seine fatale Kopfnuss sofort. «Nach zwei Sekunden war mir klar, dass ich Mist gebaut habe. Ich habe mich verdammt schlecht gefühlt und wollte mich gleich entschuldigen.» Rangelov wurde sofort vom Training suspendiert. Der Bulgare entschuldigte sich beim Team und vor den Medien. «Es ist die schwierigste Zeit in meiner Karriere», sagte der 29-Jährige.

Noch sichtlich angefressen nahmen Rangelov und Thiesson zum Vorfall Stellung:

Historische Schlägerei: Mats Hallin vs. Ex-EVZ-Spieler Misko Antisin

Unvergessen ist die Keilerei im Tessiner Derby: 1987 bekam Misko Antisin (damals HC Ambri Piotta) von Mats Hallin (damals HC Lugano) ordentlich auf die Mütze. Minutenlang gaben sich die beiden Saures, das Derby gewann Lugano schliesslich mit 4:2. Auf die Prügelei angesprochen sagte Hallin 2008 zu «Blick»: Ich weiss, jeder Eishockeyfan erinnert sich noch an diese Schlägerei. Ich kannte damals meine Rolle im Team. Mein Job als ‹Big Guy› war körperbetontes Spiel, vor dem Tor aufräumen. Und wenn mich einer zu einem Fight herausgefordert hat, habe ich nie ‹Nein› gesagt.»

Für sein «Opfer» Misko Antisin gab es einige Jahre später Trost: 1990 wechselte der Schweiz-Kanadier zum EVZ, in der achten Saison wurde er mit den Zugern Schweizer Meister. In Zug packte der Publikumsliebling mit dem Dackelblick, der so gerne Feuerwehrmann geworden wäre, immer auch wieder mal seine Fäuste für minutenlange Boxkämpfe aus.

Die legendäre Prügelei im Video:


Wiederholungstäter: Rangelovs Kick in Genk

Der emotionsgeladene Spieler bleibt in Luzern nicht nur wegen dem Thiesson-Kopfstoss in Erinnerung: In den Europa League Playoffs 2012 im belgischen Genk verlor er die Nerven und liess sich zu einer Tätlichkeit gegen den Genk-Verteidiger José Nadson hinreissen. Er kickte diesem ins Bein, obwohl der Ball längst weg war – das gab die Rote Karte. Der FCL verlor die Partie und somit auch die Möglichkeit auf europäische Topspiele – und die damit verbundenen drei Millionen Franken Erlöse. Bei einer anderen Gelegenheit stiess er dereinst einen unliebsamen «Blick»-Reporter mitsamt Kleidern in ein Wasserbecken.

Rangelov (gelbes Shirt) kriegte nach seinem Kick auf den am Boden liegenden Belgier die Rote Karte – und der FCL flog aus dem Wettbewerb.(Quelle: fcl.fan-fotos.ch)

Rangelov (gelbes Shirt) kriegte nach seinem Kick auf den am Boden liegenden Belgier die Rote Karte – und der FCL flog aus dem Wettbewerb.(Quelle: fcl.fan-fotos.ch)

Südamerikaner haben einfach Temperament: Dario Lezcano vom FC Luzern

«Zwei Tore, zwei Karten und ein Ausraster» – so titelte das Online-Portal des Schweizer Rundfunks das Wechselbad der Gefühle, das der FCL-Spieler und Top-Scorer Dario Lezcano 2015 beim Heimsieg der Luzerner gegen die Grasshopper Zürich erlebte. Der Mann aus Paraguay traf früh zum 1:0 und besorgte in der 77. Minute auch den vermeintlichen Siegtreffer zum 3:2. Doch die unermüdlichen Hoppers fanden noch einmal zurück und schafften den Ausgleich.

Das war dann offenbar zu viel für Lezcano. Der Stürmer reklamierte bei Schiedsrichter Fedayi San und sah innert Sekunden zweimal die gelbe Karte – Platzverweis! Zu allem Überfluss schlug Lezcano dem Unparteiischen danach die Karten auch noch aus der Hand. Im Anschluss liess der Paraguayer nicht vom Unparteiischen ab und verletzte ihn mit einem leichten Kopfstoss und einem Schubser im Brustbereich. Wegen Tätlichkeit am Schiedsrichter wurde er für acht Spiele gesperrt. Autsch!

Hier flippt Lezcano aus – sein Ausraster im Video:

Wenn der Schiedsrichter in der 5. Liga einfach zurückschlägt

Auch malträtierte Schiedsrichter haben mal die Schnauze voll. So geschehen 2015 bei einem Meisterschaftsspiel auf der Luzerner Allmend zwischen den 5.-Liga-Mannschaften des Luzerner Sportclubs (LSC) und des FC Luzern a (Breitensport). Das Spiel wurde schon in der 10. Minute beim Stand von 0:0 abgebrochen – nach einer Gelben und einer Gelb-Roten Karte gegen zwei FC Luzern-Spieler. Was dann passierte, ist nicht restlos geklärt. Offenbar trat der Rot-Sünder dem Schiedsrichter gegen das Schienbein und beleidigte ihn. Daraufhin rastete der Schiedsrichter völlig aus.

Anscheinend packte er besagten Spieler am Hals und versuchte ihn ins Gesicht zu schlagen. Dann sei ihm dieser hinterhergerannt und habe versucht, ihn weiter zu schlagen, berichtete der gepeinigte Kicker. Der Schiedsrichter konnte nur mit Hilfe von rund zehn Spielern und Funktionären beider Teams beruhigt werden. Und am Ende war der Schiedsrichter noch vollends der Bösewicht. «Er kam zu spät zum Spiel, trat arrogant auf und war von Anfang an mit dem Spiel überfordert», behaupteten FCL-Spieler nach dem «Kick».

Helblings Schiedsrichter-Check

Der letzte in der Riege hat gar nicht so lange her überragiert: Beim Meisterschafts-Auftaktspiel gegen den HC Davos (8. September) fuhr der EVZ-Verteidiger Timo Helbling Schiedsrichter Micha Hebeisen über den Haufen. Zwar entschuldigte sich der 36-Jährige unmittelbar danach bei Hebeisen und gab nach dem Spiel zu, «etwas übermotiviert» Richtung Ecke gefahren zu sein. Er wies aber auch dem Referee eine Mitschuld zu: «Er hatte auch nicht so eine gute Position.»

Das Resultat des Checks: Helbling wurde für sechs Spiele gesperrt (zentralplus berichtete.) Am 29. September wird Helbling im Spiel gegen Fribourg wieder einsatzberechtigt sein.

Helblings Check im Video:

 

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