Corona ist schuld: Von drei Jahren «Freiruum» Zug bleibt am Ende nur eines
  • Regionales Leben
Hat mit seinem Projekt viel wertvolle Zeit verloren: Marco Husi, Manager des «Freiruum» in Zug. (Bild: Simon Bertschi)

Rückschlag für die Zwischennutzung Corona ist schuld: Von drei Jahren «Freiruum» Zug bleibt am Ende nur eines

3 min Lesezeit 5 Kommentare 23.01.2021, 18:02 Uhr

Eigentlich hätte der «Freiruum» in Zug drei Jahre lang Menschen verbinden sollen. Doch wegen Corona kam alles anders. Wenn die Zwischennutzung nach dem Lockdown wieder öffnet, bleibt dem Projekt nur noch ein Jahr. Wir haben mit «Freiruum»-Manager Marco Husi über die spezielle Situation gesprochen.

Die Zwischennutzung «Freiruum» in der Shed-Halle auf dem Zuger LG-Areal hat innert kürzester Zeit die Herzen der Zuger erobert. Für viele sind die Sportattraktionen und die liebevoll und urban gestalteten Bars und Aufenthaltsbereiche bereits nicht mehr wegzudenken. Darum ist klar, dass das Projekt auch nach der neuen Überbauung in grossen Teilen weiterbestehen soll. Zumindest haben die Verantwortlichen diese Absicht geäussert (zentralplus berichtete).

Doch wie in vielen anderen Bereichen des Lebens und der Gesellschaft kam im vergangenen Jahr auch beim «Freiruum» einiges anders als erhofft und geplant. Im August 2019 mit viel Elan gestartet, folgte im März 2020 der Lockdown und auch während des Sommers kam nie die Normalität auf, wie sie sich die Menschen hierzulande gewohnt sind.

Eigentlich noch gar nicht richtig losgelegt

Offen sind aktuell immerhin der neue Indoorspielplatz «Spiilruum» sowie der beliebte Trampolinpark. «Der Spielplatz ist für Kinder ab zwei Jahren und wird gut genutzt. Es darf aber maximal eine Begleitperson dabei sein», sagt Freiruum-Manager Marco Husi. In der Trampolinhalle gibt es über den Tag verteilt mehrere fixe Zeitfenster, während derer höchstens 50 Leute zugelassen sind.

Zu schaffen macht Husi vor allem, dass für das «Freiruum»-Projekt wertvolle Zeit verstreicht. «Wir sind ja eine Zwischennutzung und können folglich nur einen beschränkten Zeitraum für unsere Ideen nutzen. Bislang konnten wir aber noch gar nicht richtig zeigen, was der Freiruum›  eigentlich alles kann.»

Der «Freiruum» war vom ersten Tag an ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt.

Die Idee des unkomplizierten Zusammenkommens an einem spannenden Ort sei bisher leider nicht wirklich umsetzbar gewesen. Sprich: Wer in den Monaten, während derer die Shed-Halle offen war, im «Freiruum» vorbeikam, musste sich an Abstandsregeln und die Maskenpflicht halten. Freisein und sich einfach gehenlassen ist anders.

Bislang noch keine Abgänge

Schade sei insbesondere, dass man keine finanziellen Reserven aufbauen konnte und somit fast ohne Budget starten müsse, wenn die Lockerungen aufgehoben werden. «Grosse Sprünge liegen zu Beginn wohl nicht drin. Da wir sehr gut gestartet waren, ist die Situation umso ärgerlicher», sagt Husi.

Um den finanziellen Schaden für das Gesamtprojekt so gut es geht im Rahmen zu halten, würden die bei der Betreiberfirma eingesparten Betriebskosten nach unten weitergegeben. Das heisst, dass die Kosten für die einzelnen Gastronomen reduziert werden. «Bis jetzt ist jedenfalls noch kein Essensstand abgesprungen», so Husi.

«Da die Zwischennutzung bis Ende 2022 befristet ist, haben diese Events dann vielleicht halt nie stattgefunden.»

Marco Husi, Manager des «Freiruum»

Enttäuscht ist er auch, da im letzten Jahr die Eishockey-WM und die Fussball-EM zu Grossereignissen im «Freiruum» hätten werden sollen. Immerhin steht die Fussballweltmeisterschaft 2022 noch an und die Europameisterschaft wurde auf dieses Jahr verschoben. Ob sie stattfindet, ist wohl aber auch nicht in Stein gemeisselt.

«Da die Zwischennutzung bis Ende 2022 befristet ist, haben diese Events dann vielleicht halt nie stattgefunden», blickt der «Freiruum»-Chef in die Zukunft. Denn in welcher Form der «Freiruum» tatsächlich erhalten bleibt, müsse sich erst noch weisen.

Alles nochmal auf Anfang

«Im Moment schauen wir von Tag zu Tag», sagt Marco Husi. «Wir versuchen den finanziellen Aufwand möglichst auf null runterzufahren, damit wir unsere Strukturen und unser Team erhalten und, sobald wieder möglich, Vollgas geben können.» Es sei schon ein komisches Gefühl, denn sollte das Projekt im Sommer wieder zu laufen beginnen, gehe es nach nicht weniger als zwei Jahren eigentlich nochmal von ganz vorne los.

Energie gibt Husi vor allem der grosse Rückhalt in der Bevölkerung, wie er erzählt. «Wir müssen es nun halt nehmen, wie es ist. Wichtig ist, dass wir gedanklich voll am Projekt dranbleiben und unsere Visionen und Ideen nicht aus den Augen verlieren.»

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5 Kommentare
  1. M. Hausmann, 26.01.2021, 17:48 Uhr

    Danke, zentralplus, für diese Berichterstattung und toitoitoi dem ganzen Freiruum-Team für die Zeit nach dem zweiten Lockdown! Ich freue mich schon darauf, wieder in den Freiruum kommen zu können und hoffe, dass ihr dann noch möglichst viele eurer Ideen umsetzen könnt und natürlich dass es auch nach 2022 noch einen Freiruum geben wird!

  2. mebinger, 24.01.2021, 12:41 Uhr

    Corona trägt da keinerlei schuld. Schuld idt die desaströse hysterische Corona-Politik

    1. Paul Bründler, 25.01.2021, 10:41 Uhr

      @mebinger: Sie haben natürlich recht. Ich finde die Medien sollten langsam zum Klartext übergehen.
      Ausserdem: Hat man eigentlich schon einmal eine Umfrage gemacht bei Menschen im Alter 80+, ob sie diese Massnahmen überhaupt wollen?
      Wenn ich so alt bin möchte ich nicht, dass die Jungen meinetwegen auf ihr Leben verzichten müssen, damit ich allenfalls ein bisschen länger leben kann. Ich fände das sehr egoistisch von mir.
      Hat man das schon mal erhoben, oder passt das nicht ins Corona-Framing?
      Ich kenne übrigens persönlich einen 90-jährigen, der Covid-19 überstanden hat.

  3. mebinger, 24.01.2021, 12:40 Uhr

    Corona ist daran völlig unschuldig, die Schuld trägt die desaströse tödliche und unnötige Corona-Politik

    1. Klare Worte, 25.01.2021, 10:43 Uhr

      Klare Worte. Endlich ist der Schuldige gefunden! War ja eigentlich klar.

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