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Von Engelberg auf die Frutt: Auf dem Klassiker zwischen Touristen und Kinderwagen
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Der türkisblaue Engstlensee. (Bild: Franziska Landolt)

Vier-Seen-Wanderung Von Engelberg auf die Frutt: Auf dem Klassiker zwischen Touristen und Kinderwagen

3 min Lesezeit 02.09.2016, 13:02 Uhr
  • 600 m
  • 500 m
  • 14km
  • Dauer:
    •••
  • Technik:
    •••

Die Vier-Seen-Wanderung von Engelberg auf die Frutt gehört wohl zu den Klassikern für Wandervögel in der Zentralschweiz. Auch bei mir stand sie schon länger ganz oben auf der To-do-Liste. Ich wurde nicht enttäuscht.

Wir starten unsere Wanderung mit dem Bähnli, denn den Aufstieg von Engelberg nach Trübsee ersparen wir uns gerne. Nachdem wir uns von den unzähligen Asiaten mit Stöckel- und Turnschuhen verabschiedet haben, erwartet uns ein wunderschöner Blick auf den Titlis. Der Trübsee ist gar nicht so trüb, wie der Name vermuten lässt – vielmehr spiegelt sich seine Umgebung in schönster Weise darin.

Der erste Aufstieg: steil und sonnig

Wir nehmen den Aufstieg unter die zum Glück noch nicht müden Füsse. Denn von 1800 m ü. M. geht es zum Jochpass auf 2200 m ü. M. Der Aufstieg ist steil – und vor allem sehr sonnig –, der Blick zum Titlis oder auch hinüber zur Brunni-Seite lässt die Strapazen aber vergessen. Trotzdem sind wir nach 90 Minuten schon ziemlich verschwitzt und füllen unseren Flüssigkeitsspeicher im Restaurant. Wer diesen Aufstieg nicht auf sich nehmen möchte, kann alternativ nochmals Bahn fahren.

Runter zum türkisblauen Engstlensee

Auch der Weg vom Jochpass zur Engstlenalp (1851 m ü. M.) kann mit der Bahn zurückgelegt werden, wenn es gilt, seine Knie zu schonen. Wir entscheiden uns für den Fussweg. Dieser ist wunderschön, während des ganzen Abstiegs hat man den türkisblauen Engstlensee vor den Augen und sieht sogar weiter oben schon den nächsten See – der aber zu diesem Zeitpunkt noch ein paar Schweissperlen entfernt ist.

Auf dem Wanderweg sind wir nicht alleine. Einerseits kommen uns viele keuchende Wanderer entgegen (ich frage mich, ob ich beim Aufstieg vom Trübsee zum Jochpass auch so gekeucht habe, wohl schon). Andererseits stehen auch immer wieder neugierige Kühe auf dem Wanderweg. Ich hoffe, es sind keine aggressiven Mutterkühe mit ihren Jungen, und marschiere tapfer durch die Herde.

Möglichkeiten auf der Engstlenalp

Auch beim Engstlensee sind wir nicht alleine. Viele haben sich ihr Plätzchen für die Mittagsrast ausgesucht, ein paar Wagemutige sind sogar im Badeanzug auszumachen. Auch wir setzen uns kurz hin und essen ein paar Stück Käse und etwas Brot. Allzu viel möchten wir momentan nicht essen, da uns nochmals ein Aufstieg erwartet.

Obwohl unsere Route klar ist, studieren wir noch die Wegweiser – und staunen: Von der Engstlenalp geht’s in vier Stunden runter nach Meiringen. Als GA-Besitzer wären wir flexibel. Trotzdem möchten wir die zwei letzten Seen auf unserer Wanderung auch noch sehen. Wir nehmen daher die 140 Höhenmeter in Angriff. Da der Weg wie schon zuvor voll an der Sonne liegt und stellenweise sehr steinig ist, kommt mir der Aufstieg länger vor. In langsamem Tempo schaffen wir es in rund 45 Minuten.

Zwischen Touristen und Kinderwagen

Auf der Tannalp herrscht Hochbetrieb. Da diese von der Melchsee-Frutt her über einen breiten Gehweg erreichbar ist und sogar der Fruttli-Zug zur Verfügung steht, mischen sich nun unter die Wanderer auch viele Familien mit Kinderwagen und ältere Leute. Wir möchten dem Strom ausweichen und wandern dem Tannensee auf der Südseite entlang, nicht auf dem breiten Gehweg.

Beim Melchsee hingegen wird das Ausweichen schwieriger. Man könnte zwar auch wieder rund um den See marschieren, was dann aber doch einiges mehr Zeit beanspruchen würde und für uns aufgrund der Abfahrzeiten des Postautos nicht mehr drinliegt. So nehmen wir die letzten paar Meter in Gesellschaft von Kinderwagen und sogar Jugendlichen mit Hip-Hop-Musik aus der Stereoanlage unter die Füsse. Für den letzten Aufstieg zur Seilbahn Melchsee-Frutt entscheiden wir uns für den Panoramalift, denn die Sonne hat ihren Tribut gefordert.

Fazit

Die Wanderung hat gehalten, was sie versprochen hat: tiefblaue Seen, atemberaubende Aussichten, schöne Wanderwege. Und noch ein anderes Souvenir habe ich mit nach Hause genommen: einen ziemlich starken Sonnenbrand auf den Schultern und am Hals.

Routeninfos

Trübsee – Jochpass – Engstlenalp – Tannalp – Melchsee-Frutt
Wanderzeit: 4 Stunden
Länge: 14 km
Aufstieg: 600 m
Abstieg: 500 m
Einkehrmöglichkeiten: bei jedem Fixpunkt vorhanden
Schwierigkeitsgrad: mittel (Bergwanderweg), kann aber mit diversen Seilbahnen abgekürzt werden

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