Konrad Graber
Luzern: Teil des Tourismuslands Schweiz

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Die Zentralschweizer Tourismusbranche hat sich seit damals im Jahre 2000 gut gehalten. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Wer sich in unseren Bergen bewegt, stellt fest, dass wir das Paradies vor der Türe haben. Wir leben in einer Gegend, wo andere von weit her für ihre Ferien anreisen.

Wie jedes Jahr rannte ich (neustens unter dem Begriff Trailrunning bekannt) am letzten Sonntag wieder einmal von Alpnach auf den Pilatus. Dies stellt für mich einen persönlichen Fitness-Test bzw. Gesundheits-Check dar. Dieses Jahr war ich besonders gespannt, weil wir im Ständerat gerade eine Mammut-Session absolvierten und der laufende Wahlkampf zusätzlich auch kräftemässig fordert. Die Laufzeit von etwas unter zwei Stunden zeigt auf, dass ich offensichtlich auf Kurs bin.

Ein warmer Empfang am Gipfel

Aufgrund der Nebellage waren bereits um acht Uhr viele Wandernde und Bahnfahrende unterwegs, und es bildete sich am Billettschalter an der Talstation eine Kolonne. Ich habe dort ein Billett für die Rückfahrt gekauft und eine Tasche mit trockenen Kleidern zum Transport mitgegeben. Die Bedienung war trotz des Ansturms sehr freundlich. Auf den letzten hundert Höhenmetern meines morgendlichen Laufes ertönten heimatliche Alphornklänge von Pilatus-Kulm. Sie gaben mir den letzten Kick. Auf dem Gipfel angekommen war ich wieder einmal überrascht, wie viele Touristen aus fernen Ländern den Luzerner Hausberg besuchen. Aber auch Einheimische tranken bereits einen Kaffee. Auf der Terrasse des Bergrestaurants genoss ich den wunderbaren Blick aufs Nebelmeer, das sich hundert Höhenmeter weiter unten ausbreitete. Überzeugt hat mich auch die Speisekarte mit vielen lokalen Gerichten. Und das Mineralwasser stammt aus dem Luzernischen Knutwil. Die Verantwortlichen der Pilatusbahnen leisten wirklich eine sehr gute Arbeit. Bei der Talstation blieb deshalb das aufliegende Formular «Was ich Ihnen sagen wollte» leer. Ich habe aber auch schon ein Lob niedergeschrieben. Kein Wunder, dass nach diesem Sommer die Pilatusbahnen wohl einen Rekordsommer zu verzeichnen haben werden.

Ein weit verbreitetes Bild

Ähnlich verhält es sich wohl auch bei den Titlis-Bahnen, den Rigi-Bahnen und der Stanserhorn-Bahn. Die Stanserhorn-Bahn wirbt am Radio jeweils mit dem Zusatz «bei Luzern», was aufzeigt, wie wichtig die Leuchtenstadt für den Tourismus der Zentralschweiz ist. Die Stanserhorn-Bahn fällt zudem auf mit einem überdurchschnittlich freundlichen Bahnpersonal. In der Cabrio-Bahn werden oft schon auf der Bergfahrt die Menu-Spezialitäten des Bergrestaurants bekannt gegeben. Oder die Passagiere werden auf beobachtbares Birk-oder Gämswild aufmerksam gemacht. Die freundliche Begleitung regt den Appetit an und wird dazu führen, dass viele auf dem Berg konsumieren und aufs Stanserhorn zurückkehren. Freundlichkeit ist wohl die beste Tourismusförderung, die auch einem starken Franken trotzt.

All diese Beispiele zeigen: Der Zentralschweizer Tourismus ist gut unterwegs.

Auch das Wandergebiet auf Melchsee-Frutt wartete dieses Jahr mit einer Attraktion auf. Es wurden drei Bartgeier ausgewildert, die bei ihren ersten Flugversuchen bewundert werden konnten. Die «Stiftung Pro Bartgeier» hat an ihrem Informationsstand ausgezeichnete Arbeit geleistet und viele Besucher, darunter Bundespräsidentin Sommaruga, für diesen Vogel begeistert. Es bleibt zu hoffen, dass das Gebiet zwischen Tannalp, Engstlenalp und Schaftal weiterhin für den sanften Tourismus erhalten bleibt. Die Attraktivität von Melchsee-Frutt liegt in der Vielfalt des Angebots, im Sommer und Winter. All diese Beispiele zeigen: Der Zentralschweizer Tourismus ist gut unterwegs.

Tourismus Unterstützung zugesagt

In der abgeschlossenen Session haben die Eidgenössischen Räte im Rahmen der Standortförderung die Unterstützung für den Tourismus von 220 Millionen auf 230 Millionen erhöht. Die Erhöhung war heftig umstritten. Ich stimmte zu, weil der Schweizer Tourismus gute Arbeit leistet, unter dem starken Franken besonderes leidet und die Gegenmassnahmen in dieser Branche sehr beschränkt möglich sind. Zudem musste ich feststellen, dass die Rekordergebnisse der Bergbahnen in der Zentral­schweiz nicht repräsentativ sind für den Schweizerischen Tourismus. Offensichtlich präsentiert sich die Situation beispielsweise im Kanton Graubünden wesentlich kritischer. Dem Zentralschweizer Tourismus kann man aber nur gratulieren. Wer sich in unseren Bergen bewegt, stellt fest, dass wir das Paradies vor der Türe haben. Wir leben in einer Gegend, wo andere von weit her für ihre Ferien anreisen. Dazu gilt es auch Sorge zu tragen.

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