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Monique Frey

Ein guter Deal für den Luzerner Verkehr

Staus und Wartezeiten sollen mit den GVK in Zukunft minimiert werden.

Das Gesamtverkehrskonzept (GVK) des Agglomerationszentrums Luzern ist endlich geboren. Die Auswirkungen für den privaten und den öffentlichen Verkehr sind im Verhältnis zur Investition ein guter Deal.

Das Gesamtverkehrskonzept (GVK) des Agglomerationszentrums Luzern ist endlich geboren. Ziel ist es, dass zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und Abend der Verkehr wieder flüssiger wird, die Busse fahren können und damit ihren Fahrplan einhalten. Dies soll mit einem Verkehrslenkungssystem erreicht werden: Den Bussen wird eine Busspur zugewiesen, beziehungsweise wird mit Lichtsignalanlagen eine Strasse für den Bus freigeschaltet. Dies ist dort nötig, wo auf Grund der Platzverhältnisse keine separate Busspur ausgeschieden werden kann. Was hat das für Auswirkungen auf den motorisierten Individualverkehr (MIV)? Dieser wird an gewissen Stellen dosiert, das heisst, es können nur so viele Autos in die Stadt reinfahren, wie diese auch ohne Staus abwickeln kann. Endlich ist man auch in Luzern zur Einsicht gelangt, dass eine smarte Verkehrslenkung allen nützt. Wenn die Busse ihre Fahrpläne wieder einhalten können, werden vermehrt Leute umsteigen und damit Platz auf den Strassen machen. Dieser Platz steht den Bussen auch zu, transportieren sie doch zum Beispiel über die Seebrücke ebenso viele Passagiere wie der MIV, beanspruchen aber nur einen Bruchteil der Strassenkapazität.

Die ersten Reaktionen sind recht positiv. Man will dem Konzept eine Chance geben, auch von den Automobil- und den Detaillistenverbänden.

Ein Top-Deal verglichen mit anderen Lösungen

Und was kostet nun das Ganze? Mit nur 8 Millionen Franken können die Massnahmen umgesetzt werden, um damit die Verkehrsprobleme der Stadt Luzern entscheidend zu entschärfen. Ein Klacks zu den Kosten eines Bypasses mit Spange Nord, welcher nicht mehr verspricht als das Gesamtverkehrskonzept. Mit 2 Milliarden wird nicht mehr erreicht, als das GVK nun anstrebt. Etwas mehr, da das GVK eine Verminderung des MIV während den Stosszeiten von 5 Prozent erwartet, mit Bypass und Spange Nord wird eine Verminderung des MIV auf der Seebrücke von 8 Prozen angestrebt. Wir können also beruhigt die Übung Bypass und Spange Nord abbrechen. Wenn dem Prinzip und System, welche hinter dem GVK stehen, noch mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, erhalten wir ein gutes und langfristig funktionierendes Verkehrssystem in Luzern zu einem Schnäppchenpreis.

Zu wenig für den Veloverkehr

Und wo sollen diese zusätzlichen Mittel eingesetzt werden? Das GVK schlägt leider kaum zusätzliche Projekte für den Veloverkehr vor. Burgdorf und Winterthur zeigen auf, wie eine Modalsplitänderung zu Gunsten der Velofahrenden erreicht werden kann. Dafür braucht es eine gute Infrastruktur mit Velobahnen und Fahrradstrassen. Auf diesen können Velofahrende schnell und sicher ihr Ziel erreichen, und so steigen auch viel mehr Leute auf den Sattel um. Mit zusätzlichen Mitteln soll auch der ÖV in der Agglomeration ausgebaut werden. Der Kanton hat leider in seinen Sparrunden auch empfindliche Angebotseinschränkungen beim ÖV beschlossen. Diese müssen spätestens bei der nächsten kantonalen Budgetrunde im Herbst 2015 rückgängig gemacht werden. Es braucht nur einen Bruchteil der 180 Millionen Franken, die der Kanton für die Spange Nord aufwenden will, um das ÖV Angebot so auszubauen, dass der Umsteigeeffekt wieder Platz auf den Strassen schafft.

Mit dem GVK geht man in die richtige Richtung, da auf das Umsteigen auf energieeffiziente und platzsparende Mobilität gesetzt wird. Dies fördert man nicht mit super teuren Infrastrukturprojekten, sondern mit einem gut ausgebauten, fahrplanstabilen und schnellen ÖV, guter Infrastruktur für Velofahrende und FussgängerInnen sowie mit einer bewussten Kommunikation, die eine Verhaltensänderung bewirkt.

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