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Früchte und Schnittblumen aus der Stadt

So kommst du in Luzern kostenlos zu Obst

In der Stadt Luzern können verschiedene Obstsorten kostenlos geerntet werden. (Bild: Themenbild Pexels)

Blumen und Obst aus der eigenen Stadt? Dies ist sehr nachhaltig, da die Transportwege kurz gehalten, lokale Arten bewahrt und die Regionalität gestärkt werden. Wie du kostenlos zu Luzerner Obst kommst und warum lokale Schnittblumen zu bevorzugen sind, verrate ich dir in diesem Blog.

Die Stadt Luzern verändert sich, veränderte sich schon immer. So fällt mir auf, dass je länger, desto mehr langweiliges Immergrün aus den Rabatten und Freiflächen der Stadt Luzern verschwindet. Im Auftrag der Bevölkerung und aus eigenem Antrieb bewegt sich Stadtgrün Luzern (früher: Stadtgärtnerei) in Richtung Biodiversitätsförderung und Schwammstadt. Das bedeutet, dass die in den 80ern gepflanzten und eher nicht nützlichen Immergrün für Magerstandorte und eine Vielzahl diverser heimischer Pflanzen weichen und Flächen entsiegelt werden.

Die Stadt Luzern verzichtet beim Unterhalt auf Pestizide und bevorzugt es, Blumen, Bäume und weitere Pflanzen selbst zu züchten. Diese stammen aus der eigenen Gärtnerei am Rotsee, welche mit der «Bio-Knospe» zertifiziert ist. Trotz dieser und vieler anderer Massnahmen verpasste die Stadt Luzern im Jahr 2017 knapp das Grünstadtlabel Gold. Auf Druck der Stadtluzerner Politik sollen nun nebst Eichen und Kastanien auch vermehrt Obstbäume Einzug ins städtische Gebiet erhalten.

Kostenloses Obst von Stadtluzerner Bäumen

Ein Postulat im Stadtluzerner Parlament forderte im Jahr 2019 mehr öffentliche Obstbäume, um Kindern besser aufzeigen zu können, woher ihr Essen stammt. Ein Ausbau des Obstbaumbestandes wird seither kontinuierlich geprüft. Nach Angaben der Stadt Luzern wird beim Ausbau des Obstinventars darauf geachtet, standortgeeignete, vielfältige und ökologische Hochstammsorten zu verwenden.

Das Beste daran: Das Obst, das vorhanden ist oder künftig vorhanden sein wird, gehört der Luzerner Stadtbevölkerung. Es darf vom Boden aufgenommen und gar abgelesen werden, und es ist in Bio-Qualität (Grünstadt-Label). Natürlich sind die Bäume und Wiesen sorgfältig zu behandeln: Äste sollen nicht abgebrochen und Wiesen nicht zu stark beansprucht werden.

Neue Karte zeigt Standorte

Lange war jedoch nicht bekannt, wo diese Obstbäume stehen und wo also von diesen profitiert werden kann. Eine öffentlich zugängliche Karte macht nun die Standorte einsehbar. Die Karte ist seit dem Juni dieses Jahres online verfügbar. Auf der Karte sind alle Bäume der Stadt verzeichnet, von welchen kostenlos gepflückt werden darf. Darunter viele Aprikosen-, Zwetschgen-, Kirschen-, Birnen-, Äpfel- oder Nussbäume.

Ich wünsche allen einen guten Appetit und gutes Mosten. Und falls du keine Mostpresse hast, kannst du diese bei der Umweltberatung der Stadt Luzern kostenlos ausleihen.

Stadtluzerner Blumen

Über biologisch produziertes Essen weiss man zwischenzeitlich viel, und der Trend geht klar in Richtung Nachhaltigkeit. Was wissen wir jedoch über Bio-Blumen? Ich gehe davon aus, dass der spontane Blumenstrauss oft eingekauft wird, ohne zu hinterfragen, woher die Blumen eigentlich stammen oder wie sie produziert wurden. Ebenso wenig wird wahrscheinlich darüber nachgedacht, wie die Luzerner Kapellbrücke geschmückt wird.

Kleiner Strauss der Stadtblüte.
Kleiner Strauss der Stadtblüte aus der Stadt Luzern. (Bild: Barbara Lantschner)

Einigen mag es bekannt sein, dass die hier verkauften Blumen mehrheitlich aus den Niederlanden stammen. Rund 37 Prozent aller Blumen kommen jedoch auch aus Äthiopien, Ecuador, Italien, Kenia oder Sambia. Diese Pflanzen werden vielfach in Monokulturen angebaut und mit vielen Pestiziden behandelt, was die Umwelt nachhaltig schädigt. Auch die Arbeitsbedingungen sind oft sehr schlecht, da die Pestizide ohne angemessene Schutzkleidung gespritzt werden oder auch Ausbeutungen der Arbeitenden vorkommen. Fair-Trade-Label schützen zwar die Menschen, biologisch angebaut sind sie deswegen jedoch nicht.

Aus diesen Gründen greift Stadtgrün Luzern so oft wie möglich auf ihre eigenen Blumen zurück. Damit unterstützt sie zudem die in der Schweiz stark angeschlagene Biodiversität: Lokale Blumen dienen als Nahrungsquellen für heimische Insekten, welche auch unsere Obstbäume befruchten.

Neues Angebot beim alten Krematorium

Doch wie sieht es mit dem privaten Konsum aus? Wo kann man ohne schlechtes Gewissen nachhaltige Blumen kaufen und das lokale Gewerbe unterstützen? Meine Recherche zeigt, dass es hier nicht sehr viele Alternativen zu ausländischen Blumen gibt. Das betrübt mich etwas, da doch auch in unserer schönen Schweiz wunderbare Blumen wachsen würden.

Ein Unternehmen jedoch stach mit seinem Angebot heraus: Die gelernte Gärtnerin und studierte Landschaftsarchitektin Barbara Lantschner startete Anfang dieses Jahres das Start-up Stadtblüte. Auf einer brachliegenden Fläche im alten Krematorium hat sie einen vielfältigen Blumengarten angelegt. Erhältlich sind die pestizidfreien Blumen zwischen April und Oktober. Weitere Flächen werden folgen, denn die Blumen sollen nicht nur in Form von Schnittblumen erfreuen, sondern auch ungenutzte Flächen innerhalb der Stadt optisch und biodivers aufwerten.

Weitere Anbieter

Nicht nur meine Partnerin und ich, sondern auch unsere heimischen Insekten werden sich an diesem Konzept hoffentlich noch lange erfreuen dürfen. Des Weiteren bieten einzelne stadtnahe Bauernhöfe ebenfalls Schnittblumen zum Selberpflücken an. Das am Helvetiaplatz sitzende Blumengeschäft «floral design» setzt ebenfalls auf Pflanzen aus der Schweiz oder aus Norditalien. Auch am Wochenmarkt können lokale Blumen gekauft werden. Ob alle biologisch sind, kann ich nicht sagen. Aber lokal sind sie auf jeden Fall und tendenziell weniger gespritzt als diejenigen aus dem Ausland.

Verschiedene Anbieter bieten in Luzenr lokale Schnittblumen an.
Verschiedene Anbieter bieten in Luzern lokale Schnittblumen an. (Bild: zvg)

Haben wir einen Anbieter vergessen? Hier kannst du deine nachhaltige Schnittblumen-Unternehmung in der Stadt Luzern melden.

Verwendete Quellen

              

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