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Schräg, schräger, schräger Mittwoch

Offene Bühne in Zug: Ein Kaleidoskop der Kleinkunst

Sergio Sardella führt durch den «Schrägen Mittwoch» – und findet vor allem den Backstage-Bereich wertvoll für Kulturschaffende. (Bild: zvg)

Kürzlich durfte ich die 99. Ausgabe der offenen Bühne «Schräger Mittwoch» in Zug als Moderator und Comedian begleiten. Diese Veranstaltung in der Galvanik bietet Kulturschaffenden nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne wertvolle Möglichkeiten.

Wenn Maria Greco als Kulturinstanz aus Baar ruft, bin ich immer bereit, auf der Bühne diesen herzlichen Anlass zu begleiten. Auf der Bühne sieht man buchstäblich ein Potpourri der Kleinkunst, und alle möglichen Genres der grossen und kleinen Kultur sind eingeladen.

Da gibt es Abende, wo man einen Troubadour mit Mundartgesang hören kann, der dann gefolgt wird von einer jungen Stepptänzerin. Diese ist bereits vierfache Schweizer Meisterin und begeistert das Publikum mit den fliegenden Schuhen. Egal ob ein Magier mysteriös den Tisch durch die Lüfte schweben lässt oder ob ein Newcomer der Comedy-Szene einen Beitrag bringt. Das Publikum beim «Schrägen Mittwoch» schenkt den Künstlern auf der Bühne ihre ungeteilte Aufmerksamkeit.

Älteste offene Bühne der Schweiz

Der Event darf sich im einundzwanzigsten Jahr seines Bestehens zu Recht «älteste offene Bühne» der Schweiz nennen. Mit viel Herzblut werden jährlich mehrere Mittwochabende mit verschiedenen Künstlern zusammengestellt. Für das Publikum ist es einfach ein erfrischender Mix von sehr unterschiedlichen Kulturszenen. Für die Künstler im Backstage ein befruchtendes Kennenlernen unter Kulturschaffenden.

Es ist immer spannend, neue Menschen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft über Kantons- oder Landesgrenzen bei der sogenannten «Show behind the Show» kennenzulernen. Ich persönlich liebe den Austausch. Wann hat man schon die Möglichkeit, mit einem Magier hinter der Bühne zu sprechen und sich im Close-up durch magische Momente verblüffen zu lassen? Man knüpft Kontakte, tauscht Nummern und Social-Media-Adressen aus. Und trifft dann plötzlich die Eine oder den Anderen bei ganz anderen Anlässen oder Mixed-Shows irgendwo in der Schweiz plötzlich wieder an.

Sergio Sardella am «Schrägen Mittwoch». (Bild: zvg)

Jungen Künstlern Chancen bieten

Ich bin selber seit über zwanzig Jahren auf den Bühnen und an Anlässen in der deutschsprachigen Schweiz unterwegs und durfte einigen meiner Begegnungen beim «Schrägen Mittwoch» wiedertreffen.

Es ist toll, dass man solche Gefässe schafft und pflegt, damit auch Neulinge der Kulturszene die Möglichkeit erhalten, vor Publikum aufzutreten und sich mit ihrer «Gabe» zu präsentieren. Über die Qualität der Darbietung, die Professionalität bei der Präsentation und den Geschmack der Künstler oder des Publikums kann man immer geteilter Meinung sein. Der Mittwoch im April in der Galvanik war schräg, speziell, interessant und auch aufmunternd frisch! Ich liebe diese Art von freier und offener Bühne und freue mich, dass Maria Greco am 11. Mai 2022 zur 100. Jubiläumsausgabe der ältesten offenen Bühne «Schräger Mittwoch» einlädt!

Wer wagt, gewinnt

Ich bin als Comedian dankbar, dass ich diese Chance in der Vergangenheit hatte. Auch ich hatte als junger Künstler meine ersten Versuche vor Publikum an offenen Bühnen in Zürich, Basel, Bern, Solothurn, Luzern und auch in Zug.

«Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!» heisst es – «Stimmt!» pflichte ich da bei … Nur muss man auch die Chance dazu kriegen.

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