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Lasst uns die alternative Kultur nicht töten
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«Wir legen mit diesem Blog den Eid ab: Hoffnung+Kiwi ist an jedem Viertelvorfritig anwesend!» (Bild: Viertelvorfritig )

Ein Appell an die Zuger Kulturszene Lasst uns die alternative Kultur nicht töten

3 min Lesezeit 22.11.2017, 10:27 Uhr

In Zug ist es Zeit, dass Kulturschaffende Verantwortung übernehmen. Nicht für sich selbst, sondern für andere. Hoffnung+Kiwi möchte mit diesem Blogeintrag mit gutem Beispiel vorangehen und schwört einen Eid. Teil davon: der Viertelvorfritig rund um Barkeeper Pascal.

«Die alternative Kultur in Zug ist tot.» Du denkst, wir übertreiben? Wir versichern dir: Die Aussage stammt nicht von uns. Sie wurde uns zugetragen. Und irgendwie finden wir Gefallen daran, über diesen Satz nachzudenken. Denn in Zug scheint er eine Präsenz zu geniessen. Selbstverständlich wird nicht ständig über den Tod von alternativer Kultur in Zug geredet. Wohl aber über die Lebendigkeit einer Szene. Und diese Lebendigkeit wird vielfach an dem gemessen, was lebendig ist: den Menschen.

Kulturelle Veranstaltungen, die dem Kommerz untreu sind, haben einen schweren Stand. Das ist logisch. Sie bedienen Nischen. Und doch ist ein Klagen zu hören, dass zu wenige Leute den Weg an Veranstaltungen finden. Diesen Stimmen geben wir gerne Recht. Natürlich gibt es Ausnahmen. Da findet im Sommer das grossartige Waldstock Festival statt. Alle gehen hin. Im Winter gibt es zu Weihnachten die Afterdinnerparty in der Galvanik. Viele gehen hin. Doch es gibt einige Veranstaltungen, die wenig Publikum anziehen. Auch diese könnten wir aufzählen. Das lassen wir. Sie haben es nicht verdient. Denn es ist nicht die mangelnde Qualität der Anlässe, die das Ausbleiben von Besuchern rechtfertigen könnte. Es liegt vielmehr am fehlenden Verantwortungsbewusstsein von Kulturliebhabern und Kulturschaffenden.

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Die Sache mit dem Nutzen

Es ist nicht so, dass niemand Verantwortung übernimmt. Es ist aber so, dass viele dies nur dann tun, wenn ein eigener Nutze im Zentrum steht. Hat die eigene Band eine Plattentaufe, wird gross Werbung gemacht. Steht die eigene Kunstvernissage vor der Türe, werden sogar Karten verschickt. Und dieser grosse, temporäre Aufwand führt nicht selten zu Frustration. Zumindest, wenn das erhoffte Publikum ausbleibt. Und dann beginnt das Klagen. Das Publikum hätte einen im Stich gelassen. Vielleicht ist es in solchen Momenten schwierig, über den Tellerrand zu schauen. Doch es würde sich lohnen.

So könnten sich die Klagenden fragen, wie oft sie andere im Stich gelassen haben. Um selbstkritisch bei uns anzufangen: Wir waren nicht an dem Illuminate Festival. Wir gingen Zabranjeno Pusenje nicht hören. Wir haben auf die Tun it Up Bar verzichtet. Und wir haben auch kein einziges Mal Werbung für diese grossartigen Anlässe gemacht. Weil wir keinen Nutzen für uns sahen. Wir standen nicht auf der Bühne. Dann übernehmen wir auch keine Verantwortung. Und mit dieser Haltung sind wir nicht alleine. Und darin sehen wir den Grund, warum viele Anlässe schlecht besucht sind. Weil niemand ausser den direkten Beteiligten sich für sie einsetzen. Und das finden wir stossend.

Ein Versprechen

Wir möchten nicht moralisieren. Wir sind selbst Sünder. Wir wollen etwas ändern. Und Verantwortung übernehmen. Ohne selbst auf der Bühne stehen zu müssen. Ein geeigneter Tag für eine solche Veränderung ist der Donnerstag. Dann ist jeweils Viertelvorfritig. Kennst du? Das ist in der Galvanik. Da bedient dich der charmante Barkeeper Pascal. In hübschen Unterhosen und mit Schürze. Aber vor allem mit einem: viel Liebe!

Denn Pascal ist Barkeeper und Gründer des Viertelvorfritigs in einem. Da steckt viel Herzblut drin. Es gibt feine Tapas. Ein DJ lässt die Plattenteller kreisen. Hin und wieder spielt eine Band. In einem Büchlein werden interessante Cocktails mit ihrer Geschichte präsentiert. Alkohol ist an diesem Abend ein Genuss. Und die Atmosphäre ebenfalls. Doch das grosse Publikum bleibt manchmal aus. Obwohl Pascal wöchentlich gut Werbung macht. Es liegt nicht an ihm. Es liegt daran, dass nur wenige ihre Verantwortung wahrnehmen. Die Verantwortung, an Veranstaltungen teilzunehmen und so einen belebten Treffpunkt für eine Szene zu schaffen.

Wir möchten mit einem Beispiel vorangehen. Wir legen mit diesem Blog den Eid ab: Hoffnung+Kiwi ist an jedem Viertelvorfritig anwesend! Und vielleicht ziehst du mit uns. Sodass wir uns in einigen Jahren nicht vorwerfen müssen: «Die alternative Kultur in Zug ist tot. Und wir haben sie getötet.»

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