Schwerer Stand für neue Bands
Deshalb läuft es in der Eventbranche nach wie vor harzig

  • Lesezeit: 3 min
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Sitzkonzerte sind nicht mehr notwendig: Cyril Montavon kann mit seiner Band Shakra wieder «normal auftreten» (Bild: Anima Nigra)

Endlich geht wieder etwas in der Konzertbranche. Doch noch bestehen Probleme. Beispielsweise müssen erst die gehorteten Tickets für all die verschobenen Konzerte «abgearbeitet» werden, schreibt Kulturblogger Cyril Montavon in seinem Blogpost.

Seit ein paar Monaten werden wieder Konzerte und Veranstaltungen durchgeführt. Wie viele andere ist die Eventbranche von akutem Personalmangel betroffen. Und auch das Coronavirus macht den Veranstaltern immer wieder einen Strich durch die Rechnung.

Alles neu macht der Frühling 2022?

Gross war und ist die Freude in der Eventindustrie. Wir können und dürfen endlich wieder unserer Passion nachgehen und veranstalten, konzertieren, bewerben und betreuen. Gleich zu Beginn der Öffnungen fühlte man sich ein bisschen wie im Abenteuerland. Viele Mechanismen und Abläufe schienen verloren gegangen zu sein, vielerorts war eine gewisse Nervosität sowie Ungewissheit spürbar.

Von gut besucht bis eher spärlich interessiert

Auch ich habe in der Zwischenzeit über 20 Konzerte gespielt, mit meinen zwei Bands. Unter anderem in grossen Hallen, die gut bis sehr gut besucht waren. Ebenso in kleinen Clubs, die teilweise früher schon zu kämpfen hatten und dies auch heute noch müssen.

Augenscheinlich war für mich vor allem, dass das Publikum aus einer riesigen Vielzahl an Veranstaltungen auswählen kann, ja gar muss. Verschobene Konzerte, kurzfristig angesagte Konzerte und zahllose weitere buhlen um die Gunst der Menschen. Auf der Strecke bleiben leider vielfach die kleinen, aber feinen Konzerte und Clubs, die vor allem mit Herzblut betrieben werden.

Mit angezogener Handbremse

Möglicherweise hat der unnötige Krieg in der Ukraine auch einen Einfluss auf das Konsumverhalten des Publikums. Aus meiner Warte scheint es aber schon so, dass eine gewisse Trägheit eingesetzt hat. Und zwar beim Publikum UND den Künstlern.

Man hat sich irgendwie daran gewöhnt, nicht mehr so viele Veranstaltungen zu besuchen oder zu spielen, und sich seine Nebenschauplätze geschaffen. Oft fällt mir auf, dass man unter Musikerinnen über Müdigkeit und Motivationsprobleme spricht, obwohl man doch endlich wieder ohne Einschränkungen seiner Passion nachgehen kann.

Was bringt die Zukunft in der Eventbranche?

Ich vermute, dass es noch eine Weile dauern wird, bis sich die Eventbranche von der Pandemie erholen wird. Publikum, Musiker und Veranstalterinnen müssen sich zuerst wieder an die neu gewonnenen Freiheiten gewöhnen und erst ihre gehorteten Tickets für all die verschobenen Konzerte «abarbeiten».

Neue Projekte und Bands werden es vorderhand eher schwer haben und brauchen einen langen Atem, um sich dem Publikum präsentieren zu können. Und das Publikum wird sich daran gewöhnen müssen, dass Konzerte und Veranstaltungen teilweise leider auch kurzfristig abgesagt werden können. Es bleibt also nach wie vor spannend und Flexibilität ist angesagt.

Zurück zur Essenz?

Abschliessend lässt sich – zumindest aus meiner Sicht – sagen, dass die letzten zweieinhalb Jahre vor allem eines bewirkt haben: Die Lust auf das Wesentliche ist zurückgekehrt, die Freude am ursprünglichen, kreativen Schaffen sowie eine gewisse Nonchalance, was die Massenkompatibilität der Werke angeht.

Wenn es schon schwierig respektive noch schwieriger als zuvor ist, dann doch bitte ohne Kompromisse und Zugeständnisse. Insofern dürfen wir uns bestimmt auf viele tolle kreative Outputs aus vielen verschiedenen künstlerischen Ecken (und Kanten) freuen.

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