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Von Fleisch, Medikamenten und Kaviar – und Schweizer Horror-Preisen
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Frisch Fleisch vom Luzerner Wochenmarkt. (Bild: Felix Kaufmann)

Jost Schumacher gegen die Schweizer Behörden Von Fleisch, Medikamenten und Kaviar – und Schweizer Horror-Preisen

3 min Lesezeit 07.01.2017, 09:18 Uhr

Anwalt Jost Schumacher geht davon aus, dass die Schweizer Bevölkerung von den eigenen Behörden ausgenommen wird. Er kritisiert dabei das antibiotikabesetzte Schweizer Fleisch und die überteuerten Importwaren.

Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich bin echt zornig, wenn ich daran denke, wie wir Schweizer von unseren eigenen Behörden ausgenommen, ausgenutzt und beschissen werden. Zwar ist es allgemein bekannt, dass wir für gleiche oder sogar schlechtere Ware viel mehr bezahlen. Wer solche Schikanen aufbaut, kann kein echter volksverbundener Schweizer sein. Lassen Sie mich ein paar besonders extreme Beispiele ausführen:

Ungesundes Schweizer Fleisch

Künstlich wird durch Einfuhrverbote und verteuertes Fleisch aus dem Ausland der Konsument gezwungen, ungesundes Schweizer Fleisch zu kaufen. Bekanntlich werden im Ausland (Frankreich, Italien und Deutschland) viel weniger Antibiotika für die Tiere verwendet als in der Schweiz. Der «Beobachter» spricht von zwei Dritteln weniger Antibiotika im Ausland als in der Schweiz. Weitere Ausnahmen in Europa sind nur Litauen und Zypern.

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«Zu allem kommt dazu, dass wir die Werbung für Schweizer Fleisch mit unseren Steuergeldern bezahlen.»

Alle wissen, dass immer mehr Schweizer auch über den Fleischkonsum antibiotikaresistent werden. Wer will da noch behaupten, Schweizer Fleisch wäre gesund, wenn wir unsere Krankheiten nicht mehr behandeln können, weil die Antibiotika nicht mehr wirken? Zu allem kommt dazu, dass wir die Werbung für Schweizer Fleisch noch mit unseren Steuergeldern bezahlen. Das schlägt dem Fass wirklich den Boden raus!

Medikamentenpreise

Kürzlich wurde bekannt, dass zwei «Betrüger» in der Schweiz verurteilt wurden, weil sie Aids-Medikamente aus Südafrika in die Schweiz importierten. Die Zöllner merkten nichts, weil die Medikamente in Packungen kamen, die für die Schweiz zulässig waren. Tatsache ist, dass die für Südafrika und die Schweiz bestimmten Aids-Produkte allesamt genau gleich bei der Firma Smith+Klein produziert wurden. Für Südafrika war der Preis 5 Franken. Für die Schweiz circa das 50-Fache.

«Ich kann nicht verstehen, dass die hiesigen Behörden solche übersetzten Preise noch decken.»

Das Umpacken auf Schweizer Vorschriften trug den «Betrügern» eine Anzeige wegen Urkundenfälschung und Betrug ein. Man warf ihnen vor, sie hätten jede Menge Geld verdient, obwohl sie die umgeleiteten Produkte unter den offiziellen Verkaufspreisen in der Schweiz an Aids-Kranke abgaben. Wer hätte wohl verdient, wenn die Medikamente normal in die Schweiz gelangt wären? Ich kann nicht verstehen, dass die hiesigen Behörden solche übersetzten Preise noch decken, sodass meines Erachtens angebliche «Betrüger» zur Selbsthilfe greifen müssen.

Importierter Kaviar

Wer pro Person mehr als 125 g Kaviar importieren will, braucht eine Bewilligung. Wer dies nicht weiss und mit 150 g in der Schweiz ankommt, muss das Mitgebrachte abgeben und es wird konfisziert. Was damit geschieht, weiss niemand. Aber es wird wohl kaum einfach weggeworfen?! Gewisse Firmen, wie etwa das Caviarhouse, verkaufen den importierten Kaviar Beluga zu 11’600 Franken pro Kilo. In Dubai und in Kiev erhält man diesen Beluga-Kaviar für 1’000 Franken das Kilo (dort ist aber bereits eine Händlermarge von circa 35 Prozent draufgeschlagen).

Somit ist der Kaviar aus Russland circa 12 bis 20 Mal teurer als in den Produktionsländern. Die Schweizer Behörden verhindern den fairen Preis durch Kontingente und Einfuhrbeschränkungenn, die niemand kennt und mit denen die Personen dann an der Grenze konfrontiert werden. Da frage ich, was soll das? Artenschutz? Woher der Kaviar kommt? – Heute meistens aus der Zucht.

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