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Nächstes Jahr wird alles anders und besser, oder?
Vorsätze für das neue Jahr mit Kindern

  • Lesezeit: 4 min
Mit Schnauz, aber ohne Maske: Auch Kinder freuen sich auf Silvester.
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Mit Schnauz, aber ohne Maske: Auch Kinder freuen sich auf Silvester. (Bild: Adobe Stock)

Schwups: schon wieder ist ein Jahr vorbei und die Kinder wieder ein paar Zentimeter gewachsen. Zeit für ein kleines Resümee und einen Blick nach vorne.

Welches sind unsere Vorsätze für das neue Jahr mit unseren Kindern und was bleibt uns vom 2021? Die Gewissheit, dass Corona unseren Familienalltag noch länger als gewünscht dominieren wird. Wobei man sagen kann, bis vor kurzem kamen wir eigentlich ohne grosse Einschränkungen durch die Corona-Zeit.

Naja, beinahe … zu Beginn des Jahres mussten die Kinder teilweise auf ihr geliebtes Fussballtraining verzichten, im Sommer wurden viele Anlässe wegen der Corona-Auflagen gestrichen und auch in der Adventszeit gab es keine gemeinsamen Weihnachtsfeiern.

Wie sieht die Lehrerin eigentlich aus?

Und auch wir Eltern merken, es ist alles ein wenig distanzierter. Mit den Lehrerinnen haben wir nur sporadisch per SMS oder Mail Kontakt. Das letzte Mal miteinander gesprochen haben wir am Elterngespräch und dies mit Maske. Wissen wir überhaupt, wie die Lehrerin ohne Maske aussieht?

In der Schule der Jungs war ich in diesem Jahr überhaupt nicht. War dies doch noch vor einem oder zwei Jahren total anders. Beinahe jeden Monat gab es einen Schulbesuchstag. Ok, das muss ja nicht so häufig sein, aber gar nie in der Schule zu sein ist auch seltsam.

Videos und CDs sind kein Ersatz für richtige Erlebnisse

Und wie sieht es mit Traditionen aus? Im Februar wollte ich den Jungs doch die heissgeliebte Luzerner Fasnacht zeigen. Der Plan: mit ihnen ein Kostüm basteln und gemeinsam durch die Strassen ziehen. Ok, stattdessen musste halt eine Guggenmusig-CD reichen. Aber auch grosse Feste und Feiern fielen kleiner aus. Gerne hätte ich den Jungs auch erstmals das Klausjagen in Küssnacht gezeigt. Youtubevideos sind halt wirklich nicht das Gleiche.

Und wie sieht es mit den grossen Samichlaus-Umzügen aus? Alles verschoben und abgesagt. «Versuchen wir es im neuen Jahr wieder, dann wird alles besser», sage ich dann jeweils zu meinen Jungs und hoffe insgeheim, dass das so auch stimmt.

Kein Handy, kein Eintritt

Seit Corona hat sich auch die Planung verändert. Spontan sein ist nicht mehr so einfach. Oder wie kann ich mit den Jungs kurz in die Bibliothek ein Buch holen gehen, wenn ich das Handy zu Hause vergessen habe? In Zeiten des Zertifikats unmöglich. Und was soll man machen, wenn man noch schnell ein Schoggistängeli in der Migros kaufen will und blöderweise die Maske in der falschen Jacke verstaut hat.

Zugegeben, das sind kleine Einschnitte, für die Kinder sind sie zum Teil aber einschneidend. Oder wie soll man dem Kleinen erklären, dass wir sein Gotti nicht besuchen können, weil sie gerade in Quarantäne ist. Oder warum er seit neustem in der Schule eine Maske tragen muss, sogar beim Turnen. «Bald haben wir es geschafft», höre ich mich wieder sagen. Naja, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Die Folgen der Quarantäne

Der Höhepunkt des Jahres kam aber im November. Lange spürten wir nicht viel von Corona. Aber plötzlich, wie aus heiterem Himmel, war ich positiv. Von heute auf morgen stand unsere kleine Welt kopf. Die Kinder mussten «dank» mir zehn Tage zu Hause bleiben und durften vom Fenster aus ihren Gspändli beim Fussballspielen zuschauen, psychologisch war dies nicht gerade fördernd.

Ok, auch dies haben wir schliesslich einigermassen gut überstanden. Dennoch hinterliess diese Zeit bei meinen Kindern ihre Spuren. Beim Grossen, weil er «eingesperrt» war und beim Kleinen, weil ich aus Sicherheitsgründen auf Distanz ging. Kaum war diese Zeit vorbei, holte er sich die verpasste Geborgenheit zurück. Jede Nacht kuschelte er daraufhin immer noch näher an mich ran.

Und unsere Vorsätze mit unseren Kindern?

Was mich aber am meisten beschäftigt, ist eine ganz bestimmte Aussage des Grossen: Erst kürzlich meinte er zu mir: «Mami, wieso bist du so viel weg?» Ich schaute ihn mit grossen Augen an: «Wie, was meinst du damit? Ich bin nur zweimal in der Woche weg?» «Ja eben, Papi ist aber immer da …» Ok, stimmt, seit Corona ist Papi im Homeoffice, ein Papi, der jeden Tag zur Arbeit fährt, kennen sie beinahe nicht mehr. Gut, das ist gar nicht mal so schlimm. Und was bringt uns das 2022, welche Vorsätze fassen wir für uns zusammen mit unseren Kindern? Ich bin überzeugt, langweilig wird es uns nicht …

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