Zwischen Paradies und Wahnsinn
So überstehst du mit Kindern eine Corona-Quarantäne

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Mit zwei kleinen Kindern in Quarantäne wird es ganz schön anstrengend. (Bild: Symbolbild: pexels)

Unsere Familie mit zwei kleinen Kinder (drei und sechs Jahre) befand sich ausgerechnet während der Adventszeit in Quarantäne. Verschiedene Ideen und Tricks haben uns geholfen, diese schwierige Ausgangslage heil zu überstehen.

Oft fühlte es sich an, als gäbe es zwei Welten. Eine Welt ausserhalb unserer Wohnung und unsere Wohnung. Wir trugen den ganzen Tag unsere bequemsten Klamotten, schliefen am Morgen aus, gingen spät ins Bett und assen, wann immer wir Hunger hatten. Eigentlich die optimalen Bedingungen für eine hochschwangere Frau, wie ich finde.

Drei Phasen

Die ersten Tage waren etwas anstrengender. Mein Mann hatte drei Tage lang hohes Fieber und ich hatte ebenfalls leichte Symptome entwickelt. Der mittlere Teil der Quarantäne war der angenehmste. Gegen Ende der Quarantäne, nach etwa 8 Tagen, konnten die Kinder kaum mehr fünf Minuten konfliktfrei miteinander spielen. Wir versuchten zwar, die Kinder einzeln zu unterhalten und ihnen eigene Spielinseln zu bieten, doch langsam aber sicher spürten wir, wie uns die Decke auf den Kopf fiel.

Also haben wir uns mit der Kinderbetreuung abgewechselt, um uns Auszeiten von den Kindern zu ermöglichen. Nichts half mir an diesen Tagen mehr als zwei Stunden in der Badewanne liegen, nachdem ich 457 Konflikte gelöst hatte. Mit vereinten Kräften und gezielter Ressourcenplanung erreichten wir das herbeigesehnte Ende der Quarantäne.  

Folgende Dinge haben uns geholfen …

Jeden Tag ein neuer Hindernisparcours

Das Erste, was ich tat, nachdem mein Mann sein positives PCR-Testresultat erhalten hatte, war zu googeln, welcher Onlineshop kleine Trampoline anbietet, mit der Möglichkeit «Heute bestellt – morgen geliefert». Der Service war fantastisch, das Trampolin stand schneller in unserem Wohnzimmer, als die Auswertung des PCR-Tests gedauert hatte. Und so bauten wir im Wohnzimmer einen Hindernisparcours auf, mit Klettergerüst, Stapelsteinen, Wobbel Board und Trampolin.

Darauf turnten, hüpften und balancierten unsere Kinder dann stundenlang. Ich lag dabei hochschwanger auf dem Sofa und döste. Natürlich war es nicht immer so friedlich. Trotzdem war ich sehr froh, dass wir bereits einen so grossartigen Schatz an Bewegungsspielzeug vorhanden hatten. Das ist nämlich kein Zufall, sondern liegt daran, dass wir unsere Verwandtschaft gebeten hatten, unseren Kindern, anstatt Krimskrams und kleinen Spielsachen, lieber einen Batzen für ein grösseres Geschenk zu geben. So kamen wir zu unserem Klettergerüst, das man beliebig umbauen kann und uns schon vor vielen langweiligen Regentagen bewahrt hat.

Unsere magischen Wichtel

Per Zufall hatte ich dieses Jahr zum ersten Mal vom Brauch der Wichteltür gehört und war begeistert. Also zogen bei uns mit einigen Tagen Verspätung zwei solche magischen Wesen ein. Die Wichtel schrieben den Kindern jede Nacht einen Brief, baten sie nicht selten um einen Gefallen und spielten hier und da kleine Streiche.

Das Ritual liess die Kinder jeden Morgen mit strahlenden Augen aus dem Bett hüpfen und als Allererstes zur Wichteltür flitzten. Dank fleissigen Grosseltern, die uns unsere Einkäufe vor die Tür stellten und auch keine Sonderaufträge ablehnten, gab es auch mit genügend Vorausplanung immer genug magische Hilfsmittel. Ob farbige Milch im Müsli, frisch gewaschene Goldtaler oder Lichterketten für den Weihnachtsbaum – für Unterhaltung war gesorgt.

Hilfe von aussen

Alle paar Tage haben wir Post bekommen. Von Bastelutensilien über Bücher und Essenspakete bis hin zu digitaler Post in Form von Sprachnotizen und Videos von Freunden und Verwandten. Dieses «In-Kontakt-Bleiben» mit der Aussenwelt, die vielen Telefonate und Videoanrufe halfen in den schwierigen Momenten, in denen sich dieser Zustand so beklemmend unendlich anfühlte. Die Post erinnerte uns immer wieder daran, dass das alles bald vorbei sein würde und es noch ein normales Leben da draussen gibt.

Danke

An diesem Punkt möchte ich mich von Herzen bedanken, bei allen unseren lieben Helferlein «aus der Aussenwelt», die für uns einkaufen waren, uns (und vor allem den Kindern) Post zugesendet, unsere Weihnachtsgeschenke besorgt und uns zugehört haben, als wir uns am Telefon über die anstrengende Situation beklagt haben.

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