Euphorie hält meist nicht lange an
Schwierige Suche nach dem passenden Hobby für den Sohn

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Ein beliebtes Hobby: Fussballspielen. (Bild: Symbolbild: Pexels)

Fussball, Eishockey, Kunstturnen oder Tennis? Mein Sohn kann sich nicht entscheiden, welche Sportart er jetzt eigentlich machen möchte. Wir machen uns also auf die Suche nach dem richtigen Hobby, nur um zu merken, dass es dann plötzlich in eine ganz andere Richtung geht.

Wir beginnen mit Geräteturnen, denn der Papi war ein begeisterter Turner. Das gefällt unserem Sohn ebenfalls sehr gut, da kann er sich so richtig austoben und ist am Abend auch richtig müde. Und er macht schnell grosse Fortschritte. Schon bald präsentiert er uns beinahe einen Spagat.

Es fehlt nicht viel, bis er ganz am Boden ist. Der Kleine präsentiert uns dies jeweils ganz stolz. Für einen richtigen Wettkampf ist er aber noch zu klein. Er muss dafür bis zum nächsten Jahr warten. Dann ist es so weit, mit grosser Freude präsentiert uns der Kleine das Jahresprogramm und wir schreiben uns alle Wettkämpfe ein.

Die Folgen von Corona

Doch dann kommt Corona und alles wird anders: keine Wettkämpfe, kein Training und schon gar keine Perspektive, ab wann es wieder normal wird. Am Anfang sind wir noch optimistisch und reden auf unseren Sohn ein. «Wart ab, schon bald kannst du wieder mit deinen Gspändli trainieren.» Aber irgendwann sind auch wir ruhig. Nach einer gefühlten Ewigkeit darf er dann wieder einmal in der Woche trainieren.

Wir sind glücklich über jede Möglichkeit, die sich bietet. Leider muss er aber auch das Jahr darauf wieder auf die Wettkämpfe verzichten. Zwar wäre er jetzt gross genug, jedoch wird alles wegen Corona abgesagt. Okay, wir vertrösten ihn noch einmal für eine Saison. Mittlerweile kann der grosse Bruder wieder zweimal in der Woche ins Fussballtraining und der Kleine sitzt genervt zu Hause. Bis er sich entscheidet – auch er will Fussball spielen und das Turnen soll der Vergangenheit angehören.

Jetzt nun Fussball

Gesagt, getan: Im Fussball mausert sich der Kleine rasch zu einem dominanten Spieler, man hört ihn die ganze Zeit. Ob das von mir kommt, frage ich mich? Egal, der Kleine ist glücklich und spult seine Kilometer ab. Sehr gut, die Energie kann wieder rausgelassen werden.

Ob er denn noch ein zweites Hobby haben dürfe, fragt er mich eines Abends vor dem Zubettgehen. «Natürlich, es ist einfach immer eine Frage der Organisation und der Leistungen in der Schule», antworte ich ihm. Damit öffne ich unbewusst eine grosse Wunschtüte.

Oder doch Eishockey?

Denn mein Sohn weiss nicht, was er denn am liebsten noch machen will. Die Begeisterung geht vom Eishockey über das Skifahren, vom Schwimmen bis hin zum Tennis. Zum Glück gibt es in den Ferien für jede mögliche Sportart separate Schnupperwochen. Gestartet wird im Winter mit einem Eishockeytraining.

Zu Beginn ist die Euphorie riesig, die Schlittschuhe aus der Sicht meines Sohnes schon fast gekauft. Doch zum Glück verfliegt diese Euphorie nach einigen Tagen genauso schnell, wie sie gekommen ist. Puh, ich habe mich schon schwitzend in der Garderobe stehen sehen, wie ich meinem Sohn helfe, die Ausrüstung anzuziehen.

Fürs Eishockey ist eine Ausrüstung nötig.
Fürs Eishockey ist eine aufwändige Ausrüstung nötig.

Oder doch was anderes?

Vom Eishockey geht es weiter zum Trampolin. Auch hier verfliegt die Begeisterung nach wenigen Tagen. Das Springen auf dem Trampolin kann dann doch nicht mit dem Fussball mithalten, sagt der Sohn am Ende des Schnupperns. In den nächsten Ferien wird dann noch eine weitere Sportart ausprobiert.

Dieses Mal soll es das Schiessen sein, genauer gesagt, das Luftpistolenschiessen. Die Begeisterung ist riesig, die Bewunderung der Pistolen auch. Mein beklemmendes Gefühl (muss es wirklich eine solche Sportart sein?) wächst immer mehr. Nach Abschluss der Woche ist die Begeisterung noch immer gross und die Anmeldung für den Schützenverein liegt weiter auf dem Esstisch.

Auf zu neuen Ufern

Doch dann kommt der Tag, an dem sich plötzlich alles ändert. Der Kleine kommt nach der Schule nach Hause und streckt mir einen Zettel hin. «Ich weiss jetzt, was ich machen will», sagt er mit einem verschmitzten Lächeln, «ich werde ein Instrument lernen. Im Moment weiss ich aber noch nicht, welches es sein soll.»

Der Zettel ist eine Einladung für den Instrumentenparcours der Musikschule. Ich blicke vom Zettel zu meinem Sohn und weiss, das ist nur der Anfang. Statt um Sport dreht sich in den nächsten Wochen bei uns zu Hause alles nur noch um die Musik. Ob wir etwas finden? Wir werden es sehen …

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1 Kommentare
  1. Michel von der Schwand, 09.05.2022, 14:29 Uhr

    Das Instrument ohne grosses Talent wird dann schnell zum Luzerner-Rahmkäse-Spot. Dann schon lieber ein untalentierter Sportler, denn die üben nicht zu Hause. Sei kein Helikoptervater!

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