Zuerst einkaufen, dann joggen?
Kinderwagen: diese Kriterien waren uns beim Kauf wichtig

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Den passenden Kinderwagen zu finden, ist gar nicht so einfach – vor allem, wenn sich die jeweiligen Ansprüche unterscheiden. (Bild: Peter Limacher)

transportieren nicht nur Kinder. Sie sind Familienpolitikum, Einkaufshilfe und Sportgerät. Welche Kriterien waren uns beim Kauf wichtig und kann damit wirklich gejoggt werden?

Es gibt viele Dinge, an die gedacht werden muss, bevor ein zur Welt kommt. Eins davon ist die Anschaffung eines Kinderwagens. Mein Tipp: rechtzeitig machen! Denn die Wartezeit für einen kann schon mal mehrere Monate betragen.

Die Wartezeit ist aber nicht das einzige, das den Kauf eines Wagens erschwert. So kamen bei uns Ansprüche an das «Ding» hinzu, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Kriterien für den perfekten Kinderwagen: Ästhetik vs. Funktionalität

Für meine Frau war klar: Schön muss er sein. Für mich hingegen schien «praktisch» ein weitaus sinnvolleres Kriterium. Nebenbei hatte ich mal gelesen, dass es Kinderwagen gibt, mit denen gejoggt werden kann.

So sassen wir Stunden vor dem Laptop, suchten und fanden nichts. Eines der Probleme: Schönheit und Funktionalität sind nicht leicht zu filtern. Kaum ein Modell behauptet von sich, entweder hässlich oder unpraktisch zu sein.

Suchkriterien eingrenzen

Zum Glück – zumindest für mich – kam noch das Kriterium «» hinzu. Zwar wurde dieses nur unter Protest genehmigt, es schränkte die Suche nach dem optimalen Kinderwagen aber sehr ein. Von einst unzähligen Varianten und Modellen mit unterschiedlich vielen Rädern blieben unter Berücksichtigung der Eignung für sportliche Aktivitäten nur noch eine Handvoll möglicher dreirädriger Wagen übrig.

Wie es sich herausstellte, waren die verbleibenden Modelle in meinen Augen alle relativ praktisch. Zumindest sahen sie online so aus. Sie erfüllten meine Anforderungen also ganz. Meine Frau hingegen war noch nicht wirklich überzeugt.

Ab in die Läden

So machten wir uns auf, die regionalen Babyläden unsicher zu machen und das arme Verkaufspersonal mit Fragen zur Ausstattung und vor allem zu den möglichen Farb- und Stoffkombinationen zu quälen.

Blau ist er geworden. Marineblau, um genau zu sein. Und als er nach mehreren Monaten endlich abholbereit im Laden stand, freuten wir uns beide. Zumindest kurzfristig. Denn die kompetente Frau im Laden erklärte uns, dass wir mit dem Joggen noch etwas warten müssen. Mit «etwas Warten» meinte sie ungefähr sechs Monate. Denn das Kind müsse sitzen können. Vorher sei Joggen mit dem Kinderwagen ungesund. «Aha», sagte ich. «Doof», dachte ich.

Praktisch und sportlich

Als Emil im letzten Juli zur Welt kam, stellte sich der Wagen tatsächlich als praktisch heraus. Gerade beim Einkaufen bietet er genügend Platz. Und wenn die Shoppingliste etwas länger ist, schnalle ich Emil in die Babytrage und fülle die Wanne mit Säcken voller Esswaren, Haushaltsutensilien und enorm vielen Windeln.

Mit dem Joggen hingegen musste ich mich noch etwas gedulden. Umso grösser waren die Freude und auch der Druck in diesem Frühjahr. Denn mein Kriterium für den Kauf dieses Kinderwagens muss ich ja irgendwie rechtfertigen. Gerade, da ein Joggingwagen nicht wirklich billig ist. Daher tracke ich meine Fahrten mit Emil und es zeigt sich Erstaunliches.

Um die Horwer Halbinsel

Stand jetzt sind Emil und ich über zweihundert Kilometer gejoggt. Das mag im ersten Moment nach wenig klingen. Aber Emils und meine Bedürfnisse müssen für einen Run übereinstimmen. Er sollte müde sein – sonst wird ihm schnell langweilig. Ich hingegen sollte einigermassen fit sein. Ebenfalls braucht es ein freies Zeitfenster. Dann aber ist es grossartig.

Meist rennen wir zusammen die Horwer Halbinsel. Das sind von uns aus etwa fünfzehn Kilometer. Emil macht das im Schlaf. Ich bin danach ziemlich gerädert. Erstaunt war ich über meine Pace, die sich von meinen Regenerationsläufen kaum unterscheidet. Einzig bergauf ist es wesentlich anstrengender. Dafür ist es durchaus ein gutes Training.

Nicht auf Biegen und Brechen

Ab und zu schläft Emil nicht ein, hat keine Lust oder er wacht früher auf. Dann geht es halt auf den Spielplatz oder mit dem Bus nach Hause. So flexibel müssen Babyjoggende sein. Regen und schlechte Witterung sind hingegen kein Problem. Zumindest nicht für Emil, denn er ist im Wagen mit dessen Regenschutz bestens geschützt.

Lohnt sich also ein Wagen, der zum Joggen geeignet ist? Ja, würde ich sagen. Ich finde es wunderbar, dass ich meine «Freizeit» und mein Bedürfnis nach Bewegung mit Emil teilen kann. Es ist für mich grossartig, mit einem ausgeruhten Kind nach dem Sport nach Hause zu kommen und das gemeinsame Abendessen vorzubereiten. Wenn ich dann noch ein paar parlierende Joggende ausgestochen habe und beim Vorbeirennen noch ein gespielt lockeres «Grüezi» über die Lippen bringe, umso besser.

PS: Falls sich jemand für unser Modell interessiert – einfach melden. Ich gebe gerne Auskunft. Zumindest, wenn ich nicht ganz ausser Atem bin.

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2 Kommentare
  1. Mira, 25.07.2022, 07:18 Uhr

    Irgendwie stereotyp: „Für meine Frau war klar, schön muss er sein…“ Oder war es umgekehrt und sie joggt damit heute?

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    1. Peter Limacher, 26.07.2022, 21:48 Uhr

      Liebe Mira, es tut mir sehr leid, wenn diese Aussage auf dich stereotypisch wirkt. In unserem Fall war mir die Ästhetik unseres Wagens jedoch wirklich egal, meiner Frau aber sehr wichtig. Darum habe ich auch geschrieben, dass es für meine Frau klar war und nicht etwas wie «für die Frau», «für alle Frauen» oder für «Frauen im Allgemeinen». Mir ist sehr bewusst, dass dies ein heikles Thema ist und wie du in den anderen Blogs von mir lesen kannst, machen uns klassische Rollenbilder und Stereotypen den Alltag auch nicht immer leicht. Inzwischen ist meine Frau auch schon mit mir und Emil Joggen gekommen, im Grossen und Ganzen nutze aber vor allem ich diese Möglichkeit.

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