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Jedes zweite Wochenende ist mein Kind weg
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Scheidungskinder sind oft zwischen Stuhl und Bank. (Bild: Pixabay)

Wenn Mama und Papa getrennte Wege gehen Jedes zweite Wochenende ist mein Kind weg

3 min Lesezeit 25.08.2019, 10:26 Uhr

Trennungen sind schmerzhaft für die Beteiligten, dies gilt insbesondere für die kleinsten. Doch eine Trennung muss für die Kinder nicht das Ende der Welt sein. Wer seine beiden Elternteile regelmässig sieht, kommt gut über eine Scheidung hinweg.

Wenn zwei sich trennen, was ist mit dem dritten? Ich habe mich, als mein Sohn ein Jahr alt war, von seinem Vater getrennt. Keine einfache Entscheidung, aber für uns die richtige. Wir entschieden uns einvernehmlich, dass er seinen Sohn jedes zweite Wochenende zu sich nimmt.

Plötzlich alleine

Die ersten Wochenenden waren sehr ungewohnt für mich. Wenn man sich gewohnt ist, ein Kleinkind die meiste Zeit in seinem Alltag um sich zu haben, ist die Stille alleine schon fast unheimlich. Ich wusste gar nicht was mit meiner Zeit anzufangen und fühlte mich sogar überfordert.

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Meinen Sohn vermisste ich sehr. Meine freien Wochenenden füllte ich mit Terminen, Verabredungen und Anlässen, so dass ich nur noch unterwegs war. Es machte Spass und es war schön, wieder Zeit zu haben für diese Dinge. Nach einiger Zeit merkte ich aber, wie mich diese Wochenenden mehr strapazierten, als zu entspannen – was ja eigentlich der Sinn von freien Tagen sein sollte.

Bei Mama bleiben

Schwierig waren Momente, bei denen mein Sohn am Wochenende nicht bei seinem Vater bleiben wollte. Ich fühlte mich innerlich zerrissen. Einerseits steht seinem Vater die Zeit zu und es ist wichtig, dass auch sie eine Bindung aufbauen. Andererseits möchte ich meinen Sohn nicht zu Besuchen zwingen.

Ich versuchte verschiedene Methoden. Da ich merkte, dass unser Kind weniger Mühe hat, wenn ich noch etwas Zeit mit ihm am neuen Ort verbringe, blieb ich am Anfang oft noch eine halbe Stunde. So konnte er sich entspannt an die neue Situation gewöhnen.

Es fühlte sich nie falsch an, ihn bei seinem Vater zu lassen. Jedoch musste ich erst Vertrauen aufbauen, da mein Ex-Partner vorher nicht oft mit ihm alleine war. Es brauchte ein paar Wochen, bis ich mir nicht mehr viele Gedanken machte. Nach den ersten Ferien mit Papa fiel ihm der Abschied von mir dann leicht.

Reden, reden und nochmal reden

Da mein Sohn noch sehr klein war, als wir uns trennten, konnte ich ihm die Situation noch nicht so gut erklären. Ich bin selber als Scheidungskind gross geworden und kenne die Situation, den Papa nur jedes zweite Wochenende zu sehen, nur zu gut.

Es ist sicherlich nicht optimal, doch man geniesst die Zeit mit dem Vater umso mehr. Wenn man damit aufwächst, hat es auch nichts befremdliches an sich. Ich biete meinem Ex-Partner auch Kontakt neben den Wochenenden an, da es mir wichtig ist, dass mein Sohn zu seinem leiblichen Vater ein gutes Verhältnis pflegt.

Mit meinem Ex-Partner pflege ich eine offene und ehrliche, aber auch eine sachliche Kommunikation, was ich als sehr wichtig empfinde. Es ist für beide Parteien nicht einfach. Schlussendlich ist jedoch unser Ziel das gleiche: ein glückliches Kind.

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