Jetzt Community-Mitglied werden und profitieren!
Hilfe, wegen meinen Kids mag ich den Schnee nicht mehr!
  • Blog
  • Eltern-Blog
Auch zum Schlitteln eignet sich die Mythenregion hervorragend. (Bild: zvg)

Konflikpotenzial beim Schlitteln Hilfe, wegen meinen Kids mag ich den Schnee nicht mehr!

3 min Lesezeit 22.01.2017, 09:00 Uhr

Über die Hass-Liebe zum Schnee. Und darüber, wie die weisse Pracht zu strapazierten Nerven und Handgemenge führt.

Endlich ist er da: Der Schnee! Die Luft ist herrlich rein und klar, das Eis glitzert diamantengleich im Sonnenschein und der Boden knirscht heimelig dumpf unter den Füssen.

Ach wie liebte ich einst diese weisse Pracht!

Ja, liebte – denn seit ich Kinder habe, kann ich diesem kalten, rutschigen und dreckigen Matsch nicht mehr viel abgewinnen. Warum? Dafür kenne ich mindestens genau so viele Gründe, wie die Inuit Wörter für das grauweisse Zeugs haben.

Dreimal die Nerven verlieren

Am Schlimmsten? Das ewige und nie-aufhören-wollende schneetaugliche Anziehen von drei entweder eher unselbstständigen oder einfach nur sehr faulen Kindern. Dreimal Thermohose, Thermoshirt, dicke Socken, Skihose, dicker Pulli, Schal und Mütze – das macht mich echt fertig! Am schlimmsten nehmen mich jeweils die Handschuhe mit. Ich meine, was ist bloss so schwierig dran, in jedes der fünf Löcher genau nur einen von fünf Fingern zu stecken?

Bis wir dann endlich draussen sind, haben ich dreimal die Nerven verloren, mein Jüngster hat sich fünfmal die Handschuhe wieder ausgezogen und der Mittlere hatte sechs Tobsuchtsanfälle, da seine Socken (imaginäre?) Rümpfe bilden. Und während dessen hat der zuerst angezogene Älteste mit seinen vom morgigen Schulweg noch nassen, dreckigen Schuhen wegen Durst, Klo-Gang und weiss-nicht-noch-was geschätzte hundertfünfunddreissigmal die Wohnung durchquert. Juhu!

Handgemenge beim Schlitteln

Komm, wir gehen schlitteln, versucht dann mein Mann am Wochenende dem Schnee doch noch was Gutes abzugewinnen. Also hoch zum Konsi. Die Vorfreude steigt, die Kleinen und ich sind endlich mal gut gelaunt. Doch oben angekommen dann Geschrei und Handgemenge.

Warum? Ich Rabenmutter habe es doch tatsächlich gewagt drei zwar identische Schlitten, aber – Achtung, jetzt kommts: in drei verschiedenen Farben zu kaufen! Hätte mir doch klar sein sollen, dass nur der grüne Schlitten super-ninjago-mässig schnell unterwegs ist, während der blaue mit den süssen Schneemänner drauf, sogar für den Zweijährigen zu babymässig ist. Ganz zu schweigen von dem roten, der doch voll so ein langsamer, doofer Meitli-Schlitten sei.

Spass im Schnee?

Das Resultat der Schlittenzuteilung: Der eh schon gereizte Vierjährige (Achtung, die Killer-Rümpfli sind zurück!) hat mal wieder ein Tobsuchtsanfall, der Kleine zieht sich nicht nur die Handschuhe, sondern ganz stolz auch die Jacke aus und die Hose runter und mein Mann und ich wechseln uns schön ab beim Nerven verlieren.

Und das alles ohne eine einzige Abfahrt den Hügel runter. Spass im Schnee? Das ist etwas für die anderen, merkt jetzt auch mein Mann. Und während wir von lauen Frühlingsnachmittagen, Ferien in Thailand und Tropennächten reden, hoffen wir insgeheim, dass bei so vielen warmen Worten der doofe Schnee vielleicht ein bisschen schneller wegschmilzt.

Dann, einige Stunden später. Die Kids sind im Bett und mein Mann und ich auf dem Sofa. Mit je einem wohlverdienten grossen Glas Rotwein in der Hand. Da beginnt es draussen leise zu schneien. Im warmen Lichte der Laterne wirkt unser Garten wie eine verzauberte Märchenlandschaft. Ich meine den Boden heimelig knirschen zu hören, stelle mir vor wie das Eis morgen im Sonnenlicht diamantengleich glitzert und wie pur und rein die Luft draussen sein wird.

Ach, wie liebe ich diese weisse Pracht!

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

In diesen Artikel haben wir viel Zeit investiert. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF