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Wurst, Pfeffer, Thunfisch oder doch eher Schinken?

Im Test: Hier gibt es das beste Luzerner Schinkengipfeli

Unsere Testobjekte: sechs Schinkengipfeli aus der Stadt Luzern sowie näheren Agglo. (Bild: rbr)

Ob als Snack oder als Delikatesse für wahre Liebhaber – das Schinkengipfeli erfreut sich grosser Beliebtheit. Das Angebot in Luzern ist vielseitig. Aber welches entzückt am meisten? zentralplus hat sich auf die Suche nach dem besten Gipfel gemacht und dabei Geschmacksvariationen erlebt, die an ganz anderes erinnerten.

Fast jede Bäckerei hat den Klassiker im Angebot: das Schinkengipfeli, auch liebevoll Schigi genannt. Dank den vielen Bäckereien in Luzern und Umgebung ist die Auswahl gross, es werden verschiedenste Sorten angeboten. In unserem Test haben wir uns allerdings auf das klassische Schinkengipfeli konzentriert und auf Varianten mit Käse und Co. verzichtet.

Platz 6 – Kontroverse um Heinis Gipfel

Auf ganz unterschiedliche Meinungen stiess das Schigi der Conditorei Heini, das Lieblingsprodukt eines unserer Redaktionsmitglieder. Es sei eher teigig und habe einen fettigen und leicht verbrannten Geschmack, hiess es während des Tests. Ein Jurymitglied meinte gar, die Füllung erinnere ihn etwas an das Luxusfutter seiner Katze. Frech. Was aber auch aufgefallen ist: Während der Geschmack von den meisten als ungenügend bis mittelmässig empfunden wurde, waren gleich zwei unserer Jurorinnen vom Heini-Gipfeli hingerissen. Kurzum: Man mag es sehr oder gar nicht.

Optisch konnte es leider nicht punkten, es sehe zu platt aus. So oder so, die Preis/Leistung stimmt mit 4.30 Franken pro Stück für die meisten nicht. Trotzdem sei hier noch das Einkauferlebnis erwähnt, dieses war sehr angenehm.

Fängt zwar gut an, wechselt dann aber zu einem teigigen, fettigen Geschmack.

Auf dem letzten Platz landet Testobjekt 3, das Schigi der Heini Conditorei.
Auf dem letzten Platz landet Testobjekt 3, der Schinkengipfel der Conditorei Heini. (Bild: rbr)

Gekauft bei: Heini Conditorei, Bahnhofplatz, Luzern, 4.30 Franken pro Stück

Platz 5 – Hänggis mediterrane Variante

Beim Schigi der Bäckerei Hänggi scheiden sich die Geister. Allerdings nicht daran, ob es gut schmeckt, sondern wonach es denn nun schmeckt. Ist es einfach «zu fleischig»? Was aufgefallen ist: Gleich zwei unserer Probanden haben den Geschmack nicht mit klassischem Fleisch in Verbindung gebracht, sondern mit Thunfisch. Schöner ausgedrückt, es habe einen «mediterranen Geschmack». Was auch immer in der Füllung ist, es ist Geschmackssache. Trotzdem hat es für Platz 5 gereicht.

Luftig, schmeckt nach Kräutern, mediterraner Touch.

Was genau im Gipfel der Bäckerei Hänggi steckt, werden wir wohl nie erfahren.
Was genau im Gipfel der Bäckerei Hänggi steckt, erschloss sich uns beim Test nicht ganz. (Bild: rbr)

Gekauft bei: Bäckerei Hänggi, Pilatusstrasse, Luzern, 4 Franken pro Stück

Platz 4 – Wurst und Pfeffer bei Hug

Den vierten Platz belegt der Schinkengipfel der Bäckerei Hug. Laut unserer Jury sieht er nicht nur aus wie ein Wienerli im Teig, sondern erinnert auch geschmacklich daran. Zu wenig Formfalten und ein spezieller Würstligeschmack wurden kritisiert, ebenfalls der Füllgrad. Angemerkt wurde auch, dass an Pfeffer definitiv nicht gespart wurde. Mit 3.60 Franken ist er eher preiswert und zumindest «okay». Was bleibt noch zu sagen? Guter Durchschnitt scheint es am besten zu treffen.

Für 3.60 Franken solide, aber zu viel Füllung.

Wer es pfeffrig, ansonsten aber eher unaufgeregt mag, ist bei der Bäckerei Hug an der richtigen Adresse.
Wer es etwas pfeffrig, ansonsten aber eher unaufgeregt mag, ist bei der Bäckerei Hug an der richtigen Adresse. (Bild: rbr)

Gekauft bei: Bäckerei Hug, Schwanenplatz, Luzern, 3.60 Franken pro Stück

Platz 3 – Fancy Gipfel by Sutter

Auf Platz 3 ist das Agglo-Schinkengipfeli der Bäckerei Sutter in Horw. Unter unseren Testgipfeli ist es äusserlich unverwechselbar. Auf dem Gipfel sind kleine Krümel (woraus die wohl bestehen) und könnte somit optisch mit einem Nuss- oder Mandelgipfel verwechselt werden. So interessant die Streusel des Horwer Gipfels auch sind, richtig überzeugen konnte er geschmacklich nicht.

Krokant ist ein Plus, ist aber zu fade gewürzt. Geschmacklich enttäuschend.

Das Schigi der Bäckerei Sutter in Horw erinnert optisch an einen Nussgipfel.
Das Schigi der Bäckerei Sutter in Horw erinnert optisch an einen Nussgipfel. (Bild: rbr)

Gekauft bei: Bäckerei Conditorei Sutter in Horw, 3.80 Franken pro Stück

Platz 2 – Jöö und fein bei Moos

Das Schinkengipfeli der Bäckerei Moos hat Anklang gefunden. Was die Konsistenz anbelangt, war sich die Jury jedoch nicht einig. Die einen empfinden sie als schön saftig, andere taxieren sie als unangenehm. Sie sind sich jedoch einig, dass das Fleisch gut gewürzt ist. Dass das Schigi mit 4.30 Franken sicher zur Upper Class gehört, scheint unsere Jury nicht zu stören.

Das Fleisch hat eine unangenehme Konsistenz, schmeckt aber gut, ist gut gewürzt.

Das Schigi der Bäckerei Moos ist aussen herzig und innen gut gewürzt.
Das Schigi der Bäckerei Moos ist aussen herzig und innen gut gewürzt. (Bild: rbr)

Gekauft bei: Bäckerei Konditorei Moos, Kramgasse, Luzern, 4.30 Franken pro Stück

Platz 1 – Solider Gipfel von Bachmann

Zum Sieger küren dürfen wir das Schinkengipfeli vom Confiseur Bachmann. Der Gipfel vom omnipräsenten Beck überzeugte nicht nur mit seiner Frische und seinem Aussehen, sondern trumpft auch geschmacklich gross auf. Mit seinen 3.80 Franken bewegt sich das Schigi preislich sogar im unteren Mittelfeld. Trotz bester Bewertung gab es auch kritische Stimmen. So schmecke es nicht so pfiffig und etwas teigig im Abgang, grundsätzlich aber «fein».

Solides und gutes Schigi to go.

Platz 1 belegt das Schinkengipfel des beliebten Confiseur Bachmann.
Testobjekt 1 belegt gleichzeitig Platz 1 unseres Tests: das Schinkengipfel des beliebten Confiseurs Bachmann. (Bild: rbr)

Gekauft bei: Confiseur Bachmann, Pilatusstrasse, Luzern, 3.80 Franken pro Stück

So haben wir getestet

Die Schinkengipfeli wurden alle am Vormittag des Tests gekauft, die Verkostung fand um 16 Uhr statt. Erhitzt wurden die Gipfeli fünf bis sechs Minuten bei 200 Grad Celsius. Es wurde blind getestet, die Jurymitglieder wussten nicht, von welchen Bäckereien die Gipfel waren. Bewertet wurden Geschmack, Aussehen, Frische, Konsistenz, Füllgrad, Gesamteindruck und Preis/Leistung, wobei der Geschmack stärker gewichtet wurde.

Fazit

Ob unser Fachgremium zu kritisch war, lässt sich nicht sagen. Die Jury war zumindest erstaunt, wie unterschiedlich die getesteten Schinkengipfeli schmecken, positive Kommentare hielten sich eher in Grenzen. Womöglich muss man das fleischige Teiggebäck frisch aus dem Bäckereiofen geniessen. Ein Geschmacksorgasmus bleibt aber vermutlich nur den wahren Schigi-Gourmets mit geschultem Gaumen vorbehalten. Schlussendlich lässt sich wohl nur sagen, dass Schinkengipfeli schlicht und einfach Geschmacksache sind.

Eine Präferenz unserer Tester war beim Innenleben auszumachen. Sehr fein pürierte Füllungen kamen weniger gut an, als wenn noch ersichtlich war, dass hier Schinken verarbeitet wurde.

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So isst zentralplus – Vom Gourmet bis zum Fast-Food – der eat’n drink-Blog befasst sich mit alltäglichen und besonderen gastronomischen Erlebnissen aus den Kantonen Zug und Luzern.
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