Bibliotheken in Luzern und Zug kämpfen mit Besucherverlust
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Daniel Tschirren, der stellvertretende Direktor der Zentral- und Hochschulbibliothek (Bild: giw).

Winterzeit als Hoffnung Bibliotheken in Luzern und Zug kämpfen mit Besucherverlust

2 min Lesezeit 11.01.2021, 16:30 Uhr

Bibliotheken dürfen aktuell geöffnet haben. Aber sind die Zentralschweizer überhaupt in Leselaune? Die Bibliotheken der Kantone Luzern und Zug geben Einblick in ein turbulentes vergangenes Jahr.

Im Lockdown waren sie für rund zwei Monate geschlossen. In der gegenwärtigen Situation dürfen Bibliotheken offen haben – zumindest für die Ausleihe und Rückgabe. Lesesäle bleiben jedoch zu. Um sich dem wandelnden Markt anzupassen, wurde vieles digitalisiert und gar ein Streaming-Dienst ins Leben gerufen (zentralplus berichtete). Hat sich der Aufwand gelohnt?

Gemäss Dani Tschirren, stellvertretender Direktor der Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) in Luzern, ist im Frühling ein massiver Einbruch der Ausleihzahlen verzeichnet worden. Und danach? «Seit der Wiedereröffnung im Mai zeigt sich ein uneinheitliches Bild», so Tschirren weiter. Beim Standort an der Sempacherstrasse, die als Kantonsbibliothek gilt, seien die Ausleihen wieder enorm angestiegen.

Systemwechsel sorgt für leichten Einbruch

Bei den Standorten an der Uni/PH und der Hochschule Luzern (HSLU) sei jedoch ein Rückgang von bis zu 20 Prozent gegenüber des Vorjahres verzeichnet worden. «Dies ist sicherlich ursächlich auf die Schliessung der Hochschulen für den Präsenzunterricht zurückzuführen», sagt Tschirren.

Im vergangenen Dezember seien die Zahlen dann an allen Standorten rückläufig gewesen – weil Luzern zusammen mit anderen Schweizer Bibliotheken auf das neue System «swisscovery» umgesattelt hat, einem Dienst, der Zugriff auf den gesamtschweizerischen Medienbestand ermöglicht.

Winter sorgt für Hoffnungsschimmer

Ein ähnliches Szenario spielte sich in Zug ab. Während die Ausleihzahlen bis August rückläufig waren, hat die Bibliothek Zug im zweiten Halbjahr mehr Bücher ausgeliehen als noch im Vorjahr. «Im Dezember 2020 gab es eine Zunahme von 12 Prozent», sagt Maria Nätscher von der Bibliothek Zug gegenüber zentralplus. «Somit zeigt sich auch bei uns die Tendenz, dass Corona in den Wintermonaten zu einer verstärkten Nachfrage nach Büchern führt.»

Gesamthaft verbucht aber auch die Bibliothek Zug schwächere Zahlen als noch im Jahr davor. «2020 gingen die Ausleihzahlen bei den physischen Büchern im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent zurück.» Würde man die Lockdown-Monate noch abziehen, wären es immer noch 14 Prozent weniger.

Rege genutzt wurde dafür das digitale Angebot – allerdings eher im Bereich von Streaming, E-Paper und E-Audio als bei den E-Books.

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