Als einziger Kanton hat Luzern bisher eine Busse ausgesprochen
  • Gesellschaft
Wer sich nicht an eine Quarantäne-Anordnung hält, kann mit bis zu 5'000 Franken gebüsst werden.

Selbstisolation und Quarantäne Als einziger Kanton hat Luzern bisher eine Busse ausgesprochen

2 min Lesezeit 4 Kommentare 21.05.2020, 10:34 Uhr

Wer am Corona-Virus erkrankt ist oder im Verdacht steht, damit infiziert zu sein, muss sich zu Hause selber isolieren. Doch kontrolliert wird das Contact Tracing durch die Kantone kaum.

Seit ein paar Wochen setzt der Bundesrat im Kampf gegen das Corona-Virus auf eine Eindämmungsstrategie. Wer mit einer infizierten Person Kontakt hatte, muss für zehn Tage in Quarantäne. So soll eine abermalige Ausbreitung des Lungenfiebers und ein neuerlicher Anstieg der Fallzahlen verhindert werden.

Derzeit befinden sich rund 230 Personen in Isolation und rund 500 weitere in Quarantäne. Das zeigt eine Umfrage der Luzerner Zeitung, die von 23 der 26 Kantone eine Rückmeldung erhalten hat. Die über 700 Leute müssen jeden Kontakt zu anderen Menschen konsequent meiden.

Nur in Basel-Stadt gab es einen Polizeieinsatz

Aber wie wird kontrolliert, ob diese Vorgabe auch konsequent umgesetzt wird? Generell gilt: Die Kantone treten zwar regelmässig, aber in unterschiedlichen Abständen telefonisch mit den betroffenen Personen in Kontakt. Aber darüber hinaus überprüfen sie nicht, ob sich Betroffene an die Quarantäne- oder Isolationsmassnahmen halten. Viele Kantone setzen nach eigenem Bekunden auf Eigenverantwortung und Vertrauen.

Ist jemand nicht erreichbar, wird nach mehreren erfolglosen Anruf-Versuchen die Polizei informiert. Nur Basel-Stadt bejaht die Frage, ob es in diesem Zusammenhang schon zu einem Polizeieinsatz gekommen sei.

Busse bis zu 5’000 Franken

Noch einen Schritt weiter ging einzig der Kanton Luzern. Gemäss Artikel 83 des Epidemiengesetzes dürfen Bussen bis zu 5’000 Franken ausgesprochen werden, wenn sich jemand einer angeordneten Quarantäne entzieht und dabei fahrlässig handelt. Aus diesem Grund haben die Luzerner Behörden eine Busse ausgesprochen. «Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes» will das Gesundheitsdepartement keine weiteren Auskünfte zu diesem Fall erteilen.

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4 Kommentare
  1. Silvan Studer, 22.05.2020, 11:41 Uhr

    @alle: Es ist nicht leicht, zu einer vernünftigen Einschätzung des Virus zu kommen.
    Ich bin auch eher nicht obrigkeitshörig, und versuche mir selber ein Bild zu machen.
    Es mag an verschiedenen Hotspots ziemlich gewütet haben, aber man darf auch sagen, dass es z.B. im Kanton Luzern bei den Todesraten statistisch irrelevant war.
    Wir haben 20 Tote in bald 3 Monaten. So leid mir jeder Einzelne tut: in diesem Zeitraum sterben normalerweise durchschnittlich in LU ca. 750 Personen, weil man nun einmal geboren wird und stirbt.
    Wüssten wir nichts von Corona, käme niemand auf die Idee, dass hier etwas Ausserordentliches vor sich geht. So sind die Zahlen nun einmal.
    Wir wissen auch, dass die Ansteckungen schon vor den Massnahmen zurückgegangen sind.
    Die Massnahmen wirken also hier für uns übertrieben, das spüren die Menschen und beginnen sich, der Bevormundung zu widersetzen.
    Wenn man die massiven Kollateralschäden der Massnahmen einberechnet, wirkt es noch unverständlicher.
    Ich halte mich weiterhin ans gründliche Händewaschen und vermeide zu engen Kontakt zu Fremden, aber das muss jetzt reichen. Apps und Masken brauchen wir nicht.

  2. mebinger, 21.05.2020, 16:52 Uhr

    Genau deswegen werde ich nie das Tracing APP installieren. Erstens gehe ich nicht wegen eines harmlosen Virus in die Quarantäne und zweitens traue ich dem Staat nicht über dem Weg. Da wäre der erste schritt zur totalen Überwachung und der Saat hat schon so oft gelogen, weshalb sollte er plötzlich die Wahrheit erzählen

    1. Udo, 21.05.2020, 19:46 Uhr

      Du besch secher au eine vo dene Päiasse wo god go demonstriere! Harmloses Virus, isch secher alles en Verschwörig und en Lüg, bi ganz dinnere Meinig, nicht!

    2. Hans Peter Roth, 22.05.2020, 10:27 Uhr

      Herr Ebinger, sie enttäuschen mich mit Ihrer Bemerkung zum „harmlosen Virus“. Die wissenschaftlichen Berichte und Katastrophenmeldungen aus andern Ländern müssten doch auch bei Ihrem kritischen Geist angekommen sein? Zudem müsste Ihre eigene Lebenserfahrung darauf hinweisen, dass scheinbar Harmloses sich plötzlich zu einer Lebensbedrohung entwickeln kann. Ich plädiere damit nicht für ein angstvolles Leben, sondern nur für ein vernünftiges.

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