Aeschi in Afrika

2 min Lesezeit 09.02.2016, 12:04 Uhr

Verschiedene Schweizer Politiker reisen derzeit durch Eritrea um sich ein Bild von der Situation dort zu machen. Mit von der Partie ist auch der Zuger SVP-Nationalrat Thomas Aeschi. In einem Reisetagebuch schreibt der Zuger beim «Blick» über seine Eindrücke.

 So schreibt er etwa, dass unter den Gesprächspartnern ein grosser Konsens darüber zu herrschen, dass die überwiegende Mehrheit der neu in Europa ankommenden Eritreer als «Wirtschaftsflüchtlinge» zu bezeichnen seien.

Aeschi schildert, dass es der Delegation möglich sei, sich jederzeit frei zu bewegen, Fotos zu machen und Gespräche mit den Eritreern über politische und andere Fragen zu führen.  Man werde kaum kontrolliert, es sei «von einem Überwachungsstaat nichts zu sehen.» Aeschi räumt im Artikel zwar ein, dass Eritrea nicht das Paradies auf Erden sei, da es arm sei und jungen Menschen wenig Perspektiven biete. «Aber es ist auch nicht die Hölle, als die es manchmal beschrieben wird», so der SVP-Nationalrat.

Anhand von Gesprächen mit Eritreern habe er erfahren, dass sich die Regierung während der letzten zwei Jahre stark verändert habe, Löhne gestiegen seien und Investitionen in die Bildung getätigt worden seien. Aeschi schreibt dazu: «Aus diesem Grund plädiere ich dafür, dass die Schweiz dringend ihre Beziehungen zu Eritrea vertieft», um eine nachhaltige Lösung für die eritreische Migration in die Schweiz zu finden.

Ähnlich wie Aeschi argumentierte auch die grüne Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli in der «SonntagsZeitung». Sie habe in Eritrea «keine eritreische, sondern eine westliche Lügengeschichte gesehen». Das Land sei nicht das afrikanische Nordkorea, im Westen werde ein falsches Bild vermittelt. Diese Aussagen kritisiert SP-Nationalrat Carlo Sommaruga im «Tages-Anzeiger» scharf. Er findet, es sei «peinlich», zu behaupten, in Eritrea herrschten keine nordkoreanischen Verhältnisse. «Dass sie sich nach einer Woche im Land und begleitet von der Behörde ein Urteil über die Zustände in Eritrea erlaubt, ist skandalös», so Sommaruga.

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