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77 Bombay Street sorgen für einen «magic moment»
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77 Bombay Street waren das Highlight des Abends. (Bild: zvg)

Season Opening in der Chollerhalle Zug 77 Bombay Street sorgen für einen «magic moment»

4 min Lesezeit 14.09.2019, 13:29 Uhr

Die Chollerhalle hat die Saison 2019 eingeläutet. Mit Rob Spence, Ay Wing, Pull n way und Vocabular trugen auch lokale Künstler aus Zug und Luzern zu einem gelungenen und unterhaltsamen Freitagabend bei. Für das Highlight des Abends sorgten 77 Bombaystreet.

Im Rahmen des New Season Opening hat sich das Team der Chollerhalle am letzten Freitag mit viel Musik und etwas Comedy bei ihren Gönnern bedankt und dem Publikum das aktuelle Programm präsentiert. Die erfrischende Vielfalt der Darbietungen der geladenen nationalen Künstlern, widerspiegelte das breite Repertoire der Kultur- und Eventhalle.

Zugs Kunstszene begeisterte

Den Anfang machten Pull n way aus Cham. Kaum den Teeniejahren entflohen, verdeutlichen die beiden Sängerinnen, warum es wichtig und richtig ist, dass die Chollerhalle auch jungen, aufstrebenden Künstlerinnen eine Plattform bietet. Unterstützt durch treibende Triphop-Rhythmen und sphärische Keyboardklänge, gelang es der Band das Publikum von Anfang an mit ihrer elektronischen Popmusik in die richtige Stimmung für einen energiegeladenen Event zu versetzen. Pull n way performten grundsolide. Erst die zaghaften Antworten im Interview mit Hausmoderator Phil Dankner dürften den Zuschauern bewusst gemacht haben, dass hier junge Menschen am Anfang ihrer Karriere auf der Bühne standen und überzeugten (zentralplus berichtete).

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Bereits im nationalen und internationalen Showgeschäft etabliert, hat sich der Comedian Rob Spence. Der Stadtzuger mit seinem charmanten australischen Akzent feierte in der Chollerhalle ein Heimspiel, das er gekonnt zum Vorteil aller Anwesenden zu Nutzen wusste. Seine Luzerner Frau habe er nicht geheiratet, um an den Schweizer Pass zu kommen, sondern wegen ihrer Cumuluskarte. Und Zug sei ihm bisweilen etwas zu eng, weil hier zu viele in Briefkästen wohnen würden, spottete der Australier.

Spence kann auch mal böse sein

Was Spence von anderen seines Faches unterscheidet, ist neben seiner unglaublichen Vielseitigkeit (Pantomime, Zauberei, Tanz, Standup-Comedy) vor allem der Mut, aus der humoristischen Komfortzone herauszukommen. Spence greift durchaus auch mal dezent zu schwarzem Humor und kitzelt an der Grenze des guten (Schweizer) Geschmackes – ohne diese allerdings zu überschreiten. Voraussehbare, vielleicht plumpe Pointen kaschiert er mit seiner charakteristischen Mimik, mit der er es anders als andere Schweizer Comedians schafft, das Aufkommen von Fremdscham zu verhindern. Dass dieses Konzept funktioniert und begeistert, bewies Rob Spence auch am New Season Opening eindrücklich. Am 8. Mai 2020 wird er im Theatercasino Zug erneut dazu Gelegenheit haben.

Ay Wing brachte einen Hauch Glamour auf die Bühne.

Den Abschluss des Zuger Trios machte die Sängerin Ay Wing mit einer imposanten Darbietung ihrer Form von elektronischer Popmusik. Die gebürtige Baarerin lebt zurzeit in Berlin und tourt mit ihrer Band (Drums, Keyboard, Bassgitarre, E-Gitarre) quer durch Europa. Dabei setzt die Independent-Künstlerin und Managerin sehr stark auch auf etablierte Musikstream-Plattformen und die Veröffentlichung von Musikvideos. Ihr Showcase eröffnete Ay Wing dann auch mit dem am selben Tag veröffentlichten Clip zu ihrem Song «Fortunes», der lückenlos in die live-performance mündete.

Leadsängerin Alexandra Landtwing bestach in der Chollerhalle vor allem durch eine emotionsgeladene Stimme, die durch Mark und Bein geht, und durch ihr schillerndes Auftreten. Ihr charakteristischer Mantel im Look einer Discokugel verlieh der sympathischen Leadsängerin ebenso einen Hauch von Glamour wie der Umstand, dass Ay Wing Phil Dankner anders als die anderen Künstler nicht zum Interview bereitstanden. Die Sprache der Musik braucht bekanntlich keine Worte.

77 Bombay Street – Musikalisches Highlight des Abends

Highlight und gleichzeitig Headliner des Anlasses waren 77 Bombay Street. Nach zweijähriger Bühnenabstinenz meldeten sich die Bündner Brüder 2019 mit zwei Akustikkonzerten im Livegeschäft zurück. Eines davon fand im Rahmen der Saisoneröffnung in der Chollerhalle in Zug statt.

Auch wenn drei der vier Folk- und Poprocker zwischenzeitlich im Gastrogewerbe tätig waren, wurde mit dem ersten Ton deutlich, dass hier wahre Profis am Werk sind. 77 Bombay Street überzeugte auch ohne verzerrte Instrumente durch und durch und brachten das Publikum zum mitsingen, mitjohlen und zum mittanzen. Selbstverständlich durften auch ihre Hits «Up in the sky» und «Empire», die Hymne zur Ski WM 2017 in St. Moritz, nicht fehlen.

Mit ihrer Performance von «long away» sorgten die vier Musiker zudem gewissermaßen für den «magic moment» des Openings. Nur von einer unverstärkten Ukulele begleitet, tanzten sie in Reih und Glied durch die Menge, ohne das mitsingende Publikum dabei auch nur einen Moment zu verlieren.

Vocabular – Acapella aus Luzern

Gleich ganz auf die Instrumente verzichtete die Sängertruppe von Vocabular. Für die Melodien und Rhythmen sorgen allein ihre Stimmen. Bei Ihrem Showcase in Zug zeigten die sechs Luzerner eindrücklich, dass Acapella-Musik weit mehr ist als verstaubte Songs im Stil von «Mein kleiner grüner Kaktus». Vocabular schreiben ihre Songs auf Schweizerdeutsch. Aber selbst moderne Genres wie Reggaeton sowie Schweizer- und internationale Dancehits der 90er Jahre sind nicht sicher vor ihren erfrischenden Interpretationen. Mit gekonnten Tanzeinlagen, einer Spur Gesellschaftskritik und jeder Menge Wortwitz trugen Vocabular ihre ganz persönliche Note zu einem rundum gelungenen Abend und einem würdigen Saisonbeginn 2019 bei.

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