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Zwischenrich 2.0 – Was soll’s denn werden?
  • Regionales Leben
Die Ideen fürs Zwischenrich 2.0 sammeln sich langsam an der Wand im Treibhaus. (Bild: jav)

Kleiner, aber ebenso kreativ Zwischenrich 2.0 – Was soll’s denn werden?

3 min Lesezeit 20.01.2019, 04:50 Uhr

Die Zwischennutzung der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern in der Himmelrich-Siedlung war im Sommer 2015 ein riesiger Erfolg. Im Sommer 2019 geht es in die zweite Runde. Kleiner soll es werden, aber auf keinen Fall weniger kreativ. Das zeigte ein Workshop für die Zwischennutzung am Samstag.

Es ist 10 Uhr am Samstagmorgen. Die meisten Teilnehmer des Workshops haben sich an der Bar des «Treibhauses» versammelt, trinken Kaffee, essen Gipfeli und Erdbeeren. Anschliessend geht es los. Mit einer ersten Ideensammlung auf farbigen Zetteln.

Eine Badezimmeroper, ein Botellon oder ein Indoor-Spazierweg. Ein Hol-&-Bring-Markt, die grösste WG der Schweiz oder eine überdimensionierte Kügelibahn durch das ganze Gebäude. Eine Volksküche, eine Klubschule oder ein Begräbnis mit Klageweibern und Trauerkiosk.

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Die erste Sammlung bringt so zahlreiche und vielfältige Vorschläge an die Wand, wie es die Teilnehmer des Workshops sind. 20 externe Teilnehmer und 7 Mitarbeiter der Allgemeinen Baugenossenschaft Luzern (ABL) haben sich im «Treibhaus» zusammengefunden, um sich in den nächsten fünf Stunden zu folgender Frage auszutoben: Wie kann die Claridenstrasse im Sommer 2019 zwischengenutzt werden? Draussen scheint die Sonne, drinnen, hinter schwarzen Vorhängen rauchen die Köpfe.

Wenn die Wände vor lauter Ideen nicht mehr reichen, müssen die Fenster dran glauben.

Wenn die Wände vor lauter Ideen nicht mehr reichen, müssen die Fenster dran glauben.

(Bild: jav)

Sammeln und Bewerten

Eine Pyro-Installation, ein Urwald oder ein himmeltraurig depressiver Raum. Eine Minigolf-Anlage oder ein Leiterlispiel durchs Treppenhaus. Menschen versteigern oder ein Zoo ohne Tiere.

Nach der wilden Ideensammlung werden Punkte verteilt. Jeder Teilnehmer erhält 16 rote Klebepunkte und darf seine Favoriten markieren. Viele schräge Ideen werden aussortiert, trotzdem bleiben haufenweise Zettel hängen.

Welchen Ideen gibt man seine Punkte?

Welchen Ideen gibt man seine Punkte?

(Bild: jav)

Abschied und Ankunft parallel

Vier Jahre ist es her, seit in der Luzerner Neustadt die als «legendär» in Erinnerung gebliebene Zwischennutzung bei der Himmelrich-Siedlung stattfand. Nun, vor dem Abriss der Häuser entlang der Claridenstrasse, entsteht im Herbst 2019 eine weitere Zwischennutzung. «Zwischenrich 2.0» ist der Arbeitstitel.

«Es soll keine Kopie des Zwischenrichs werden, das kann man gar nicht wiederholen», sagt Benno Zgraggen von der ABL (zentralplus berichtete). In einer kleineren und auch anderen Form soll das «2.0» über die Bühne gehen. Doch am Workshop wird klar – angelehnt an die erste Version wird es werden.

Etwas ruhiger soll das Comeback daherkommen. Denn während 2015 kaum noch Nachbaren von der Zwischennutzung betroffen waren, werden im Sommer 2019 bereits neue Mieter eingezogen sein. Ein Teil der neuen Überbauung, der dreieckige Neubau des Himmelrich 3 wird bald fertiggestellt. Über hundert Wohnungen sind bereits vergeben. Die zweite Ausschreibungsrunde startete im Dezember, wobei noch immer nur ABL-Mitglieder zugelassen sind. Ab März 2019 können sich auch Nichtmitglieder auf die verbliebenen Wohnungen bewerben.

Tausende Ideen – und nun?

Nach Älplermagronen zum Zmittag geht es an die Konzeptsuche. Unterschiedliche Gruppen setzen sich zusammen, um eine Möglichkeit zu entwickeln, die so viele irre Vorschläge und Visionen unter einen Hut bringen könnte.

Eine Art Hotel, das «Residence Zwichenrich» wird vorgeschlagen. Hier sollen Projekt und Menschen einige Tage bleiben und wieder verschwinden. Mit Übernachtungen, mit Aktionen und Zuschauern. Ein Kommen und Gehen – koordiniert von einer Rezeption. Auch Festival mit Camping wird vorgeschlagen. Einig scheinen alle Workshopteilnehmer darin, dass die Zwischennutzung wieder mehrere Wochen dauern soll und nicht nur wenige Tage. Alles weitere wird sich zeigen.

Die nächste Phase

Benno Zgraggen schliesst den Workshop mit dem Wort «grossartig». Das ABL-Team sei überrascht und begeistert von den zahlreichen schrägen, aber auch umsetzbaren Ideen. Nun gehe es darum, diese mitzunehmen und gären zu lassen.

In einigen Wochen soll klar werden, welche Mieter wann ausziehen und damit auch, wie lange die Zwischennutzung genau dauern könne. Dann geht es in die nächste Phase, in welcher erneut die Öffentlichkeit gefragt ist. Für weitere Ideen, aber vor allem auch für Organisations- und Muskelkraft. Die Köpfe bleiben weiterhin offen, die Ideen dürfen und sollen sich weiterentwickeln.

Das Thema Abschied inspiriert.

Das Thema Abschied inspiriert.

(Bild: jav)

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