Defizitärer Betrieb ist nicht mehr tragbar «Zuwebe» schliesst Schlosserei in Hünenberg

2 min Lesezeit 27.09.2016, 14:08 Uhr

Die soziale Institution «Zuwebe» gibt ihre Schlosserei am Standort Bösch in Hünenberg auf Ende Januar 2017 auf. Von der Schliessung sind zwei Fachpersonen betroffen. Die Mitarbeiter der geschützten Arbeitsplätze erhalten eine neue Beschäftigung.

«Die Auftragslage der Schlosserei ist seit Jahresbeginn stark rückläufig und der Preis- und Zeitdruck verschärft sich laufend», teilt die Zuwebe am Dienstag mit. Seit Ende 2015 habe die Schlosserei fünf Kunden verloren.

Die Zuwebe könne den defizitären Betrieb nicht mehr weiterführen. «Der Strukturwandel in der Metallverarbeitungsbranche, der damit verbundene Kostendruck und insbesondere das kantonale Entlastungsprogramm würden es nicht mehr zulassen», schreibt die Institution. Dem Entscheid sei eine ausführliche Situationsanalyse und Fachgespräche vorausgegangen.

1,3 Millionen weniger Geld

Das Zuger Sparprogramm trifft die Zuwebe hart: Sie ist mit einer Kürzung der Leistungsvereinbarung in der Höhe von 1,3 Millionen Franken betroffen. Darum sei die Schliessung der Schlosserei aus diesen Gründen und den fehlenden Perspektiven unumgänglich, so die Mitteilung. «Der Vorstand und die Geschäftsleitung bedauern diesen Entscheid ausserordentlich.»

Die Zuwebe hat für die beiden betroffenen Fachpersonen einen Sozialplan ausgearbeitet, sie werden bei der beruflichen Neuorientierung durch einen externen Partner unterstützt.

Hoher Investitionsbedarf

Der Produktionsstandort im Bösch wird 2018 komplett saniert. In diesem Zusammenhang hat die Zuwebe den Maschinenpark der Schlosserei analysiert. Die Auswertung habe gezeigt, dass die Geräte veraltet sind und hohe Ersatzinvestitionen notwendig gewesen wären.

Die Nachfrage nach geschützten Arbeits- und Ausbildungsplätzen in der Schlosserei sei in den letzten Jahren zudem stark zurückgegangen, schreibt die Zuwebe. «Kaum ein Lernender mit einem IV-Ausbildungsplatz kann sich noch eine Ausbildung in der Schlosserei vorstellen.» Dies habe den Entscheid bestärkt, den Schlosserei-Betrieb einzustellen.

Mehr Garten und Gastronomie

Die Zuwebe will sich nun auf andere Arbeitsprojekte konzentrieren: Bereiche wie Garten, Umgebungspflege oder Gastronomie.

Die Zuwebe im Kanton Zug bietet mehr als 300 Menschen mit einer geistigen Behinderung oder psychischen Beeinträchtigung eine Ausbildung, Wohnraum und Arbeit in verschiedenen Bereichen. Sie werden dabei von über 200 Fachpersonen ihren Bedürfnissen entsprechend unterstützt und betreut.

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