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1,9 Milliarden-Deal unter Verdacht Zuger Klage legt dubiosen Waffen-Deal offen

2 min Lesezeit 19.06.2019, 18:58 Uhr

Der Verkauf von rund 60 Panzern nach Katar wird von Zahlungen an eine ominöse Firma überschattet. Beim Deal mitten drin scheint Jakob Maler* aus Zug. Auch er dürfte sich einige Millionen gesichert haben – doch vieles bleibt im Dunkeln.

Jakob Maler* arbeitete bei einem deutschen Unternehmen für Gewehre und Pistolen. Später machte er sich selbständig und kam ins Geschäft mit Katar, wohin er Waffen exportierte. Heute wohnt der Senior im Kanton Zug.

Maler vermittelte auch in einem 1,9 Milliarden Euro schweren Panzer-Deal zwischen dem deutschen Panzerhersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Katar. Ein Deal, gegen den er später Klage einreichte, um sie daraufhin wieder zurückzuziehen. Der dadurch eröffnete Gerichtsfall gibt Einblicke in einen fragwürdigen Waffendeal, wie die «Zuger Zeitung» berichtet.

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Fragwürdige Drittfirma schaltet sich ein

Im besagten Panzer Deal für Katar hatte die deutsche Bundesregierung 2013 schnell grünes Licht für den Export aus Deutschland gegeben. Von der sonstigen Zurückhaltung, wie sie in Waffengeschäften mit anderen Ländern des Mittleren Ostens zu vernehmen ist, sei nichts zu spüren gewesen, erinnert sich ein Branchenkenner gegenüber der «Zuger Zeitung».

Für Stirnrunzeln bei diesem 1,9 Milliarden Euro Waffendeal sorgt, dass sich plötzlich eine unbekannte Firma einschaltete: Kingdom Projects. Mindestens 28 Millionen Euro scheint KMW an die Gesellschaft aus Doha gezahlt zu haben. Ungewöhnlich, denn der Lieferant KMW, die Scheichs und die deutsche Bundesregierung waren sich alle einig über den Milliardendeal.

Wurden die Malers bestochen?

Der Informationsmangel, was den Prozess anbelangt und die ominöse Drittfirma Kingdom Projects sorgen Misstrauen, wenn man bedenkt, dass bei Rüstungsgeschäften Schmiergelder nicht ungewöhnlich sind. «Da kommt dann eine Rechnung, auf der steht: Vermittlungsprovision. Und dann ist da ein Konto in der Schweiz angegeben, und dahin wird das Geld überwiesen», sagte der mittlerweile verstorbene Unternehmer und Rohrleitungsspezialist Eginhard Viez gegenüber dem «Handelsblatt».

Auch Maler schweigt bezüglich Gründe seiner Klage gegen den Waffen-Deal und auch, weshalb er die Klage wieder zurückgezogen hat. Die Gerichtsunterlagen lassen jedoch erahnen, dass Maler bei dem Deal rund 50 Millionen Euro abgesahnt haben dürfte.

*Namen geändert

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