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Zu gut im Amt: Im Westen nichts Neues
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Ist der alte auch der neue Rischer Gemeinderat? Es ist zu vermuten. (Bild: zVg )

Flauer Wahlkampf um Rischer Gemeinderatssitze Zu gut im Amt: Im Westen nichts Neues

4 min Lesezeit 17.09.2018, 04:49 Uhr

Während in anderen Zuger Gemeinden ein heisser Kampf um die Gemeinderatssitze entbrennt, geht es in Risch-Rotkreuz gemächlich zu. Zwar bewerben sich sieben Kandidaten für die fünf Sitze. Dass es im Zuger Westen so ruhig ist, hat einen bestimmten Grund.

In rund einem Monat wird in Zug wie verrückt gewählt. Und das bis in die Wurzeln runter, in die einzelnen Gemeinden. Während sich in anderen Gemeinden grosse Veränderungen anbahnen (zentralplus berichtete), scheint in Risch alles ähnlich zu bleiben wie bis anhin.

Auch politaffine Ur-Rotkreuzer sprechen von einem «flauen Wahlkampf». Nicht etwa, weil mittelprächtige Politiker zur Wahl stünden. Im Gegenteil. «Weil die jetzigen Räte so gut sind, dass sie mit grösster Wahrscheinlichkeit wiedergewählt werden», ist der Grundtenor in der Bevölkerung.

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Alle fünf Herren Gemeinderäte haben Lust auf mehr Kommunalpolitik, sie kandidieren für eine weitere Legislatur. Das ist verständlich, ist Risch doch eine Gemeinde, die pulsiert.

Mit der Suurstoffi ist in Rotkreuz nicht nur ein gewichtiger Firmen-, sondern mit dem HSLU-Departement Informatik auch ein Hochschulstandort entstanden. Aus dem lieblosen Dorfkern wurde eine Begegnungszone, ausserdem sollen nahe dem Bahnhof mit der Überbauung Chäsimatt bald knapp 180 Wohnungen entstehen (zentralplus berichtete). In der 10’500-Seelen-Gemeinde passiert entsprechend viel, Risch gilt aktuell als die Zuger Gemeinde, die sich am schnellsten entwickelt.

Der Gemeindepräsi hat nach elf Jahren nicht genug

CVP-Gemeindepräsident Peter Hausherr hat Lust, diese Entwicklung mitzugestalten. Hausherr ist seit 2007 im Rischer Gemeinderat und einer, der dafür bekannt ist, aktiv am Gemeindeleben teilzunehmen. Nach dem Rücktritt der amtierenden Gemeindepräsidentin Maria Wyss-Stuber übernahm er 2009 ihr Amt. Hausherr, der die Entwicklung in der Gemeinde zu grossen Teilen mitgetragen hat, scheint in der Bevölkerung einen guten Ruf zu haben. Er dürfte seine Wiederwahl entsprechend im Schlafwagen schaffen.

Knüsels Chancen sind gut, trotz Verkehrsproblemen

Weiter tritt der Gemeinderat Ruedi Knüsel erneut an. Für den FDP-Mann ist es die vierte Legislatur. Mit den grossen baulichen Veränderungen in der Gemeinde hat der Rischer Bauvorsteher alle Hände voll zu tun. Dass er seinen Sitz in der Exekutive halten kann, ist wahrscheinlich.

Auch wenn gerade in Sachen Verkehr nicht alles rund läuft. Denn mit immer mehr Arbeitskräften in der Gemeinde steigert sich auch der Verkehr. Die aktuelle Infrastruktur kommt an den Anschlag, ein Gesamtverkehrskonzept soll’s richten (zentralplus berichtete).

Der bisherige Gemeinderat und CVP-Mann Markus Scheidegger will es ebenfalls noch einmal wissen. Zum dritten Mal, genauer gesagt. Ein wichtiges Thema, das den Bildungsvorsteher beschäftigt: die stark zunehmende Schülerzahl. Die Planung des Neu- und Umbaus der Schulanlage Waldegg, welcher gerade begonnen hat, fiel in seinen Zuständigkeitsbereich. Und ging ohne viel Aufhebens über die Bühne. Auch Scheidegger scheint in seiner Gemeinde wenige Gegner zu haben. Dasselbe gilt für den Sozialvorsteher.

Roger Gwerder will die Alternative – die Grünen zurückbringen.

Roger Gwerder will die Alternative – die Grünen zurückbringen.

(Bild: zVg)

Kein Skandal, kaum Kritik

Roland Zerr hat, verglichen mit seinen Gschpändli, wenig Erfahrung als Gemeinderat. Der Ökonom und FDP-Gemeinderat steht nun am Ende seiner ersten Legislatur, möchte jedoch gerne eine zweite anhängen. Zerr ist seit 2017 Präsident der sozialen Institution ConSol. Für ihn gilt dasselbe wie für seine Kollegen: Eine Abwahl ist sehr unwahrscheinlich.

Last but not least möchte auch Francesco Zoppi im Amt bleiben. Der SVP-Gemeinderat hat das Amt des Finanzvorstehers inne und ist nebenbei Berufsschullehrer. Um die Rischer Finanzen steht es seit Jahren gut. Zoppi scheint seinen Job zu machen. Seine Chancen für eine Wiederwahl sind absolut intakt.

Ein Grüner und ein SVPler wollen rein

Für die zwei Neukandidaten, die heuer dazustossen, dürfte es daher ein harter Wahlkampf werden. Zum einen der Alternativ-Grüne Roger Gwerder, der seine Partei nach vier Jahren Absenz wieder in den Rat bringen möchte. Gwerder ist, wie auch der andere Neuling sowie der amtierende Gemeindepräsident, in der Immobilienbranche tätig und im Vorstand der Lokalpartei.

Matthias Werder buhlt um einen Gemeinderatssitz.

Matthias Werder buhlt um einen Gemeinderatssitz.

(Bild: zVg)

Nicht zu verwechseln ist der Alternativ-Grüne Gwerder mit seinem Beinah-Nachnamensvetter Matthias Werder. Der SVP-Mann möchte sich zu seinem Parteikollegen Francesco Zoppi in den Gemeinderat gesellen. Und er will noch mehr. Der Immobilienbewirtschafter kandidiert nämlich auch für den Kantonsrat sowie die Rechnungsprüfungskommission. In dieser sitzt er heute bereits.

Die lokale Verbundenheit, welche beide Neukandidaten mitbringen, dürfte ihnen jedoch nur bedingt helfen. Zu sehr sind die jetzigen Räte etabliert – und geschätzt.

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