Wer will «Radio Pilatus» und die «Neue Luzerner Zeitung»?
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Haben die «Neue Luzerner Zeitung» und «Radio Pilatus» bald einen neuen Minderheitsbesitzer?

Minderheitsanteil an Luzerner Medien Wer will «Radio Pilatus» und die «Neue Luzerner Zeitung»?

2 min Lesezeit 23.04.2014, 16:05 Uhr

Die «Neue Luzerner Zeitung» dürfte bald einen neuen Minderheitsbesitzer haben. Nicht zum ersten Mal macht der Name von Christoph Blocher die Runde. Realistisch ist aber, dass die NZZ-Gruppe ihre Beteiligung an der NLZ und an Radio Pilatus auf 100 Prozent aufstockt.

Die «Neue Luzerner Zeitung» gehört zu 90 Prozent der Freien Presse Holding (FPH), welche wiederum von der NZZ-Gruppe (75 Prozent) und Publigroupe (25 Prozent) kontrolliert wird. Die selben Besitzverhältnisse gelten für Radio Pilatus und Tele 1.

Blocher will alles oder nichts

Seit einigen Wochen möchte die Publigroupe (früher Publicitas) ihre Anteile verkaufen. In den Büchern führt sie diese mit stolzen 46,6 Millionen Franken. Bereits im März schrieb die «Schweiz am Sonntag», dass die Publigroupe über einen Mittelsmann und «unter höchster Geheimhaltung» aktiv auf Christoph Blochers Medienvielfalt Holding zugegangen sei. Man sei davon ausgegangen, dass Blocher für den Einfluss in den ländlichen, bürgerlichen Gegenden «eine stolze Summe» bezahlen würde.

Entgegen dieser Annahmen blieb das Interesse jedoch aus, denn auch mit einer 25-Prozent-Beteiligung hätte die NZZ-Gruppe nach wie vor das Sagen. Würde sich die Chance ergeben, auch den grossen Teil des Kuchens zu erwerben, würden sich Blocher und dessen Mittelsmann Tito Tettamanti wohl nicht zweimal bitten lassen.

Zukauf statt Verkauf

NZZ-Kommunikationschefin Bettina Schibli – eine frühere Mitarbeiterin der «Luzerner Zeitung» – dementierte gegenüber der «Schweiz am Sonntag» jedoch eine vom Fachmagazin «Schweizer Journalist» geäusserte Vermutung, ein mittelfristiger Kauf sei ein realistisches Szenario. Zwar ist die «Neue Luzerner Zeitung» längst nicht mehr die Milchkuh von einst. Doch auch nach einem Umsatzrückgang um elf Prozent und einem Gewinnrückgang von zuletzt 18,5 Prozent lag der Unternehmensgewinn immer noch bei gut neun Millionen. Der am Maihof immer wieder als brutal empfundene Spardruck sichert den Zürcher Besitzern also auch heute noch eine anständige Rendite.

Nun wagt der «Schweizer Journalist» eine neue Prognose: Die Publigroupe dürfte ihre Aktien der NZZ verkaufen, die über ein Vorkaufsrecht verfügt. Allerdings werde der Preis deutlich tiefer als die erhofften 50 Millionen Franken zu liegen kommen.

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