Unwetter im Kanton Luzern: «Einige Gebäude sind nicht mehr bewohnbar»
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Wolhusen wurde besonders hart vom Unwetter getroffen: Hier sind die Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Die Einsatzleitung hat alle Hände voll zu tun (v.L.n.R.): Peter Aregger (Leutnant Feuerwehr Wolhusen), Marco Lötscher (Einsatzleiter kantonale Gebäudeversicherung), Willi Bucher (Gemeindeammann) und Michael Grau (Kommandant ZSO Entlebuch). (Bild: Gemeinde Wolhusen)

Einsatzkräfte stossen an ihre Grenzen Unwetter im Kanton Luzern: «Einige Gebäude sind nicht mehr bewohnbar»

3 min Lesezeit 02.07.2021, 11:55 Uhr

Nach dem heftigen Gewitter mit starkem Hagel von vergangenem Montag sind die Schäden immens. Von Wolhusen bis Römerswil hat das Unwetter im Kanton Luzern ganze Gebiete verwüstet. Die örtlichen Feuerwehren sind auch Tage danach im Dauereinsatz, Dachdecker haben alle Hände voll zu tun.

Es hat gestürmt wie schon lange nicht mehr. Genauer gesagt, waren die jüngsten Gewitter die schlimmsten Naturereignisse im Kanton Luzern seit dem Hochwasser von 2005 (zentralplus berichtete). Die Gemeinden Wolhusen, Beromünster, Menznau, Buttisholz und Ruswil wurden besonders schwer getroffen. Die Aufräum- und Reparaturarbeiten in diesen Gebieten sind auch Tage später immer noch in Gang.

Für die örtlichen Feuerwehren bedeutet das Arbeiten in Dauerschleife. Dabei werden sie mittlerweile von Nachbarfeuerwehren, den regionalen Zivilschutzorganisationen und privaten Dachdeckerunternehmen unterstützt. Dass es zwischendurch immer wieder regnet, verschärft die Situation noch zusätzlich. Starke Windböen reissen Notdächer immer wieder auf. Unterdächer haben sich mit Wasser gefüllt und werden undicht und in vielen Gebäuden tritt Wasser ein. Die Gebäudeversicherung Luzern hält in einer Medienmitteilung fest: «Einige Gebäude sind nicht mehr bewohnbar.»

Meldungen müssen koordiniert und priorisiert werden

Für die Einsatzleitungen der Feuerwehren sei es in der Anfangsphase schwierig gewesen, einen Überblick über die Schadenlage zu bekommen, heisst es in der Mitteilung weiter. In den besonders stark getroffenen Gemeinden Beromünster und Wolhusen steht seit Mittwoch ein Führungsstab mit Katastropheneinsatzleitern der Gebäudeversicherung Luzern, den verantwortlichen Gemeinderäten, Feuerwehr- und Zivilschutzkommandanten im Einsatz. Allein in den Gebieten um Steinhuserberg sind über 200 Gebäude betroffen, wie die Feuerwehr der Gemeinde Wolhusen schreibt.

Das Video eines Leserreporters zeigt abgedeckte Häuser in Wolhusen.

Ihre Aufgabe ist es, die unzähligen Meldungen – Wie viele das sind, kann derzeit noch nicht beziffert werden – zu koordinieren und die Einsätze zu organisieren. Dabei gilt es, die Meldungen zu priorisieren und zuerst dort zu intervenieren, wo Wasser in die Häuser und Scheunen eindringt und weitere grosse Schäden anrichtet.

Die rund 800 Einsatzkräfte der Feuerwehren waren aber nicht genug, um den immer zahlreicher werdenden Schäden Herr zu werden. Darum wurden Fachkräfte aus Dutzenden Dachdecker- und Zimmereibetrieben aus der ganzen Schweiz mit ihren Geräten organisiert. Auch sie sind bis heute im Einsatz. Wie die Gebäudeversicherung Luzern schreibt, steht derzeit vor allem die Schadenbegrenzung im Vordergrund. Dachdecker-Firmen jonglieren aktuell mit einem Auftragsvolumen für zwei Jahre (zentralplus berichtete).

Solidarität ist gross

Ab dem zweiten Tag wurden auch Zivilschutzorganisationen zur Unterstützung aufgeboten. «Die Zusammenarbeit von Feuerwehr und Zivilschutz hat sehr gut geklappt», resümiert Feuerwehrinspektor Vinzenz Graf, der den Gesamteinsatz koordiniert. Die Herausforderung liegt aber nicht nur im personellen Bereich. Nebst der hohen Anzahl an eingegangenen Meldungen, müssen vor allem spezielle Situationen mit Photovoltaikanlagen, Lagerräumen, nassen Heustöcken und Kulturgütern beurteilt werden. Zudem war es schwierig, genügend Planen, Blachen und anderes Baumaterial für die Notdächer zu organisieren.

Laut der Gebäudeversicherung Luzern sei aber die Solidarität unter der Bevölkerung sehr gross. «Aufgrund der zahlreich betroffenen Gebäuden ist das Verständnis dafür da, dass die Einsatzkräfte nicht gleichzeitig überall sein können», heisst es in der Mitteilung weiter. Auch die Gebäudeversicherung bittet um Geduld, um die zahlreichen Schadensfälle – aktuell geht sie von über 7000 Meldungen aus – zu bearbeiten.

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