News aus der Region
Stadt Zug ehrt ehemaligen «Revolutionär»
  • Aktuell
  • Lebkuchen des Klosters Frauenthal vergeben
Der Zuger Stadtrat ehrt Daniel Brunner (vorne links), sowie die Loipengusler (ebenfalls vorne). (Bild: zvg)

Stadt Zug ehrt ehemaligen «Revolutionär»

3 min Lesezeit 02.12.2015, 13:46 Uhr

Der Zuger Stadtrat verteilte an der traditionellen Feier die Lebkuchen des Klosters Frauenthal an Daniel Brunner, Gründer des Doku-Zug sowie an den Verein Loipe Zugerberg. Er ehrte damit eine Person und eine Organisation, die sich für die Bevölkerung der Stadt verdient gemacht haben.

«Es gab eine Zeit, wo der Name Daniel Brunner für die braven Bürgerinnen und Bürger ein Reizwort war», sagte Stadtpräsident Dolfi Müller in seiner Laudatio. Im Bunde mit Jo Lang gelang Brunner der Sprung ins Stadtparlament. «Eine kleine Revolution im damals noch beschaulichen, aber bereits zu neuen Ufern aufbrechenden Zug. Regiert von einer satten bürgerlichen Mehrheit – im Hinterzimmer des Hotels Ochsen, während Marc Rich schon sein globales Business betrieb.»

«Dahinter steckt ein immenser finanzieller Einsatz aus seinem Privatvermögen, der keineswegs selbstverständlich ist.»

Dolfi Müller, Stadtpräsident Zug

Diesen Daniel Brunner – vor allem seine Verdienste beim Aufbau von Doku-Zug – ehrt nun der Stadtrat mit einem Lebkuchen des Klosters Frauenthal, wie er in einer Mitteilung schreibt. Aus einer improvisierten Dokustelle am Ibelweg wurde ein Informationszentrum mit neun Vollzeitstellen und 2,5 Millionen ausgewerteten Dokumenten mitten in der Altstadt. Dolfi Müller: «Es war definitiv nicht Eitelkeit, die Daniel Brunners Engagement für sein Doku-Zug vorangetrieben hat. Es ist Ausdruck seiner Verbundenheit zu Zug und zu den Menschen, die seine Dokustelle besuchen und dort arbeiten. Dahinter steckt ein immenser finanzieller Einsatz aus seinem Privatvermögen, der keineswegs selbstverständlich ist.»

Anerkennung für die «Loipengusler»

Ebenfalls geehrt wurde der Verein Loipe Zugerberg, der seit über 30 Jahren seine Dienste für Langläufer leistet. Der Verein zählt zwischen 400 und 500 Mitglieder und unterhält ein Loipennetz von rund zwanzig Kilometern. Laut dem Vereinspräsidenten Peter Hodel sind einzelne «Loipengusler», wie die Helfer bei der Spurlegung genannt werden, seit Jahrzehnten dabei, «wobei sie noch nie auf Langlaufskiern standen».

Gemäss dem Motto «Langläufer leben länger» wünschte Stadtrat Karl Kobelt dem Verein Loipe Zugerberg viel Nachwuchs und ein langes Leben. «Für uns Zuger ist unser Hausberg eine Herzensangelegenheit, ein Naherholungsgebiet, wie es im Buche steht: klein aber fein, unaufdringlich aber überaus wertvoll, eine Perle, eine wohltuende Oase für unsere alltagsgestressten Seelen. Der Verein Loipe Zugerberg leistet hierzu einen wertvollen Beitrag.»

Der Zuger Stadtrat ehrt Daniel Brunner (vorne links), sowie die Loipengusler (ebenfalls vorne).

Der Zuger Stadtrat ehrt Daniel Brunner (vorne links), sowie die Loipengusler (ebenfalls vorne).

(Bild: zvg)

Die Beziehung zum Kloster Frauenthal

Die Lebkuchenfeier geht auf eine besondere historische Beziehung zwischen der Stadt Zug und Kloster Frauenthal zurück. Am 5. Januar 1386 nahmen Ammann, Rat und Bürger der Stadt Zug die Äbtissin und den Konvent des Gotteshauses Frauenthal ins Bürgerrecht der Stadt auf. Gleichzeitig wurde das Kloster unter den «Schutz und Schirm» der Stadt gestellt; dafür hatte das Kloster eine Steuerabgabe (3 Pfund Geld), Zoll und Umgeld zu entrichten.

Seit Menschengedenken haben die Nonnen von Frauenthal zur Weihnachtszeit grosse Lebkuchen gebacken, die von der Zuger Schirmherren ganz besonders geschätzt und als Teil der geschuldeten Abgaben entgegen genommen wurden. Nicht immer allerdings war das Verhältnis ungetrübt zwischen den Nonnen und den Ratsherren von Zug. Im Jahre 1735 begehrte der Stadtrat, dass jedem Ratsherrn auf Neujahr ein Lebkuchen von 14 Pfund oder ein Dukaten zu überreichen sei. Anscheinend wurden weiterhin nur 12 Pfund schwere Lebkuchen gebacken und mit den guten Wünschen an die Ratsherren versandt. Denn bereits zwei Jahre später, am 5. Januar 1737, kam der Rat auf die Sache zurück und rügte, «dass die Lebkuchen an Gewicht und Wesenheit zu gering seien.» Man einigte sich, dass von nun an ein Lebkuchen von genau 14 Pfund geschickt werde, aber nur einer für den gesamten Rat.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

War dieser Artikel nützlich für Dich?
Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

0 Kommentare

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.