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Solidaritätskonto ist auch Abstimmungskampfkonto
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Die Luzerner wollen, dass die Gütschbahn bald wieder fährt und haben einen Kredit von 1,73 Millionen gesprochen. Dieser Betrag dürfte nun minim kleiner ausfallen. (Bild: Archivfoto)

Spenden für Gütschbahn Solidaritätskonto ist auch Abstimmungskampfkonto

3 min Lesezeit 2 Kommentare 03.12.2014, 09:12 Uhr

Um die Stadt zu entlasten, haben die Grünliberalen im Mai ein Solidaritätskonto für einen Beitrag an die Gütschbahn lanciert. Pikant: Es handelt sich um dasselbe Konto, mit dem die Partei auch den Abstimmungskampf für die Gütschbahn finanzierte. Hat die Partei noch den Überblick über die Gelder? 

Als im Mai diesen Jahres bekannt wurde, dass sich die Stadt mit einen Beitrag an der Wiedereröffnung der Gütschbahn beteiligen wollte, reagierte die GLP sofort. Um die Kassen der Stadt zu entlasten, lancierten sie ein Solidaritätskonto (zentral+ berichtete). «Wichtig ist den GLP-nahen Kreisen, dass für alle proaktiv eine Möglichkeit besteht, diesem wichtigen Luzerner Projekt zu helfen», schrieb die Partei damals in einer Mitteilung. Private, Verbände und Firmen «werden ab sofort aufgefordert, eine Spende zugunsten der Gütschbahn zu tätigen.» Das war noch bevor CVP und FDP gegen den städtischen Beitrag von 1,73 Millionen das Referendum ergriffen.

Solidaritätskonto ist auch ein Abstimmungskampfkonto

Es ist still geworden um das Solidaritätskonto. Was ist aus dem Geld geworden? Die grossen Spenden blieben aus, wie GLP-Fraktionschef Andras Özvegyi sagt. «Es ist ein gerundeter Betrag von 1’400 Franken zusammengekommen.» Özvegyi engagierte sich im Wahlkampf ebenfalls als Präsident des überparteilichen «Komitees Pro Gütschbahn». Das Spendenkonto wurde aber bereits jetzt belastet, wie Özvegyi sagt: «Wir haben das Konto dann auch gebraucht, um den Abstimmungskampf für die Gütschbahn zu betreiben.» Mit «dann» meint er den Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass es zur Abstimmung kommen wird. Es war der Auftakt für den Abstimmungskampf.

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Gelder zweckgebunden für Gütschbahn

Dazu muss man wissen, dass die Konten «Solidaritätskonto für die Gütschbahn» und das allgemeine Spendenkonto über die gleiche GLP-Kontonummer abgewickelt werden. Wie Özvegyi sagt, wurde dieses von Mitte Mai bis September als Solidaritätskonto für die Gütschbahn gebraucht und ab Zeitpunkt des Referendums als Konto für den Abstimmungskampf. Fällt es da nicht schwer den Überblick zu behalten, welche Gelder zu welchem Zweck einbezahlt wurden? «Wir haben den Überblick», entgegnet Özvegyi. Der vierstellige Betrag aus dem Solidaritätskonto sei für die Gütschbahn reserviert, die Gelder zweckgebunden.

Wie viel genau die GLP für den Wahlkampf ausgegeben hat, will Özvegyi nicht verraten. Nur soviel: «Finanziell etwa gleich viel wie die anderen Parteien im überparteilichen Komitee.» Der grosse Beitrag sei der zeitliche Aufwand für den Lead der ganzen Kampagne gewesen. Özvegyi schätzt diesen auf etwa 250 Stunden.

Konto bleibt offen

Ganz zur Freude des engagierten GLP-Fraktionschefs haben die Stadtluzerner dem Investitionskredit von 1,73 Millionen Franken der Stadt an die Gütschbahn zugestimmt. Dieser Betrag wird nun ein wenig kleiner. Laut Özvegyi sei das Spendenkonto weiterhin aktiv, «mindestens solange wie die Bahn fährt.» Wie und wann die Spendengelder übergeben werden sei noch nicht ganz klar. «Möglich ist, dass wir der Stadt bei der Eröffnung einen Check überreichen», so Özvegyi.

Und bis zur Eröffnung der Bahn wird es noch ein paar Monate dauern. Wie Gesa Eichler, Geschäftsführerin der Château Gütsch Immobilien AG auf Anfrage sagt, sei die Bahntechnik bereit, allerdings müssten die Kabinen noch gebaut werden. «Wenn alles gut geht, dürfte die Bahn zwischen Mai und Juni ihren Betrieb wieder aufnehmen» (zentral+berichtete).

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2 Kommentare
  1. Jules Gut, 03.12.2014, 22:13 Uhr

    dann bitte ein klein bisschen recherchieren, herr portmann? der mann ist nicht parteipräsident, sondern fraktionschef… das ist jetzt nicht so schwierig zu verstehen, oder?

    1. Sandro Portmann, 04.12.2014, 09:27 Uhr

      Vielen Dank für den Hinweis, Herr Gut. Da ist mir tatsächlich ein Fehler unterlaufen. Wir haben ihn nun korrigiert.