Segelclub Tribschenhorn hat die Nase voll vom Güsel
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Die Mole des Segelboothafens lädt viele junge Personen dazu ein, mit Freunden Abende am See zu verbringen. (Bild: jal)

Spannungen am Luzerner Seeufer Segelclub Tribschenhorn hat die Nase voll vom Güsel

4 min Lesezeit 6 Kommentare 13.06.2021, 05:00 Uhr

Der kühle See, ein paar einladende Bänke und leider ganz viel Abfall – so sieht es regelmässig am «Morgen danach» beim Segelclub Tribschenhorn am linken Luzerner Seeufer aus. Der Segelclub hat seit Längerem mit einem Litteringproblem zu kämpfen und fordert nun eine Lösung des Problems. Dazu braucht es einen Runden Tisch, an den sich auch die Stadt Luzern wird setzen müssen.

Es ist schönes Wetter oder zumindest ist es einigermassen warm und die Bars sind geschlossen. Solche Abende haben viele Luzernerinnen in diesem Frühling erlebt – auch wenn er der kälteste seit 1987 gewesen sein soll. Gerade Jugendliche und junge Erwachsene locken nun die milden Temperaturen ins Freie, um mit Freunden ein oder zwei Bierchen zu trinken.

Das linke Seeufer und sein Litteringproblem

Eignen tut sich dafür das linke Seeufer Luzerns ganz gut. Beginnend beim KKL mit dem Inseli, laden weitere Grün- und Verweilflächen wie die Ufschötti, das Areal vor der Kantonsschule Alpenquai und auch jenes des Segelclubs Tribschenhorn sowie die Liegewiese unter den hohen Pappeln beim Richard-Wagner-Muesum zum Verweilen ein.

So weit, so gut, würde da in den letzten Jahren nicht immer wieder die Rücksichtslosigkeit überhandnehmen. Immer und immer wieder habe man nämlich am nächsten Morgen mit überall verstreuten Glasscherben, leeren Flaschen, beschädigten Booten und sonstigem Abfall zu kämpfen, heisst es beim Segelclub im Luzerner Tribschenquartier.

«Wenn am nächsten Morgen unsere Junioren ihre Boote seetauglich machen und sich auf Glasscherben und Abfall bewegen müssen, ist das ein grosses Problem.»

Markus Rindlisbacher, Präsident Segelclub Tribschenhorn

Markus Rindlisbacher, Präsident des Vereins, erklärt auf Anfrage: «Bei uns auf dem Areal gibt es immer viel Party. Das darf und soll auch so sein, doch es gibt Regeln, an die sich alle halten müssen. Wenn am nächsten Morgen unsere Junioren ihre Boote seetauglich machen und sich auf Glasscherben und Abfall bewegen müssen, ist das ein grosses Problem.»

Nicht zuletzt werden immer wieder Schäden an im Hafen liegenden Booten festgestellt. Die Vorfälle haben sich in letzter Zeit gehäuft. «Die Jungen wollen sich draussen treffen, das verstehen wir natürlich. Und unser Areal eignet sich, um einander zu treffen. Wir brauchen aber, so wie auch an anderen Orten am linken Seeufer, eine nachhaltige Lösung für dieses Problem», so Rindlisbacher weiter.

Der runde Tisch

Tatsächlich ist die Causa Littering am linken Seeufer des Luzerner Seebeckens schon länger ein Thema. In der Ufschötti wurde deswegen in der letzten Saison ein neues Abfallkonzept getestet, welches sich bewährte (zentralplus berichtete). «Genau so etwas könnte bei uns unter Umständen auch zu einer Verbesserung der Lage führen», findet Rindlisbacher. Und auch eine Sensibilisierung dürfte helfen: «Noch wissen wir nicht, was genau das Problem lösen wird. Wir brauchen erstmal einen runden Tisch mit allen Beteiligten, um die nötigen Verantwortlichkeiten klarzustellen.» Aus diesem Grund hat der Segelclub einen Brief an die Stadt Luzern geschrieben, in dem er sie verschiedene Fragen zu beantworten bat.

«Schlussendlich geht es uns darum, dass es zwischen allen Gruppen, die sich hier bewegen, ein Miteinander gibt.»

Markus Rindlisbacher, Präsident Segelclub Tribschenhorn

An einem Treffen, an dem Vertreterinnen der Stadt, der Kantonsschule, des Segelclubs und der Bootshafen AG teilnehmen, suchen die Parteien einen gemeinsamen Nenner: «Schlussendlich geht es uns darum, dass es zwischen allen Gruppen, die sich hier bewegen, ein Miteinander gibt», so Rindlisbacher. Es gehe dem Segelclub nicht darum, nur einfach Leute zu bestrafen oder gar vom Areal wegzubekommen. Sondern um den Dialog und eine Lösung, die für alle Betroffenen passt.

Und was macht die Polizei?

An Wochenenden fährt die Luzerner Polizei nicht selten mit Streifenwagen durch das Gelände. Wie kam es, dass das Problem dennoch so gross wurde? «Wie die Möglichkeiten der Polizei sind, in solchen Situationen etwas zu unternehmen, wissen wir schlichtweg nicht und erhoffen uns, am Treffen über genau solche Dinge sprechen zu können», sagt Rindlisbacher dazu.

«Wenn niemand von der Polizei vor Ort ist, wird der Abfall einfach weggeworfen.»

Urs Wigger, Mediensprecher Luzerner Polizei

Auf Anfrage sagt Urs Wigger, Sprecher der Luzerner Polizei: «Die Kontrollen werden im Rahmen der normalen Patrouillentätigkeit an den Brennpunkten gemacht.» So auch am Tribschenhorn. «Im Kontakt mit der Bevölkerung stellen wir fest, dass sie für das Abfallproblem sensibilisiert ist.» Heisst: Wenn die Polizei präsent ist, hält sich ein grosser Teil an das Gesetz und entsorgt die Abfälle richtig. «Wenn niemand von der Polizei vor Ort ist, wird der Abfall einfach weggeworfen.»

Das zeigt, dass reine Kontrollen und Bussen durch die Polizei das Problem nicht lösen. Zusätzliche Massnahmen – wie etwa mehr Entsorgungsmöglichkeiten – dürften nach einem klärenden Gespräch mit allen Involvierten für mehr Frieden im Luzerner Segelhafen sorgen.

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6 Kommentare
  1. Hans Hafen, 15.06.2021, 16:02 Uhr

    Arrrrrrr! Beim Klabautermann – Respekt der Mole ihr Landratten!!
    Wer sein Labskaus dort futtert und seinen Grog dazu trinkt, räumt seinen Dreck nachher wieder weg.
    Oder ihr kriegt eins mit dem Holzbein!

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  2. Paul, 13.06.2021, 13:38 Uhr

    Kontrolle um 22.00… Foto und Aufnahme der Namen…. Kontrolle um 2.00uhr und bei „güselei“ die Bande zu Hause abholen fürs aufräumen. Dies zwei Wochen lang machen und gut ist. Evtl. die Eltern zum putzen auch mit nehmen….

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    1. S. Egeltörn, 14.06.2021, 16:31 Uhr

      Die Mole ist nur von 8 bis 19 Uhr öffentlich zugänglich, danach nur für Berechtigte. Wer sind dann die Leute, die sich um 22 Uhr auf der Mole aufhalten? Die Sprösslinge der Bootsbesitzer selber, und ihre Kumpel?

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  3. Paul Bründler, 13.06.2021, 10:47 Uhr

    Mich würde einmal interessieren, was für Leute das sind, welche diesen Mist hinterlassen.
    Die «Klimajugend» wird es wohl nicht sein, oder doch?
    Ich wurde nicht so erzogen, alles liegen zu lassen und damals war «Umwelt» noch nicht hoch gehängt wie heute.
    Es gab auch noch etwas Selbstkontrolle in den Gruppen meiner Jugend.
    Da hat immer mindestens einer gesagt: «Das können wir jetzt aber nicht so liegen lassen» und da hat man mitgeholfen, den Müll wegzuschaffen.
    Aber ja, es sollte natürlich schon gut dimensionierte Abfalleimer geben an solchen Orten.
    Es ist momentan sicher auch eine Folge der Coronamassnahmen, aber immer auch davon, dass man immer mehr Menschen in dieses Land stopft.

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    1. Andreas Pearson, 13.06.2021, 23:33 Uhr

      Herr Bründler – Sie sagen das sehr richtig: Man bringt immer mehr Leute in dieses Land. So viele, dass es die Natur nicht mehr erträgt. Ich frage mich bei den Grünen immer: Wenn man für die Natur ist, dann kann man doch nicht für übermässige Einwanderung sein. Aber diese Frage wurde mir noch nicht beantwortet.

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    2. Burch H.P., 14.06.2021, 16:04 Uhr

      @Pearson: Damit stellen Sie eine der Fragen, die nicht gestellt werden darf.

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