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Remo Meyer, zerfällt der FC Luzern?
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Stehen derzeit im Fokus: Markus Neumayr, Ricardo Costa und Tomi Juric. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus )

FCL-Sportkoordinator nimmt zu Gerüchten Stellung Remo Meyer, zerfällt der FC Luzern?

5 min Lesezeit 14.06.2017, 20:10 Uhr

FCL-Missverständnis Ricardo Costa ist weg. Bei Markus Neumayr, Tomi Juric, Hekuran Kryeziu oder den Schneuwly-Brüdern brodelt die Gerüchteküche. Welches Gesicht trägt der FC Luzern in der nächsten Saison? Sportkoordinator Remo Meyer übt sich zwar oft in Floskeln, verrät jedoch auch, wie hoch der Transfererlös diesen Sommer sein muss. Dies dürfte die Fans beruhigen.

zentralplus: Der FC Luzern trennt sich trotz Vertrag bis Sommer 2018 «in gegenseitigem Einvernehmen» von Ricardo Costa. Für diese Floskel müssten Sie eigentlich das Phrasenschwein füttern. Hat man den Portugiesen nicht einfach in die Wüste geschickt?

Remo Meyer: Nein, so kann man das sicher nicht sagen. Wir haben Ricardo Costa als tolle Persönlichkeit erlebt. Nach der Saison haben wir seine Situation analysiert. Sportliche Gründe haben ebenso eine Rolle gespielt wie seine persönliche Situation. Er war das ganze Jahr von seiner Familie getrennt. All dies hat nun zur Trennung geführt.

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zentralplus: Wie hat Ricardo Costa die Trennung aufgenommen?

Meyer: Wir haben diesen Entscheid gemeinsam aufgrund der genannten Fakten gefällt. Auch Ricardo Costa steht voll und ganz hinter dem Entscheid.

«Wir haben nie richtig zusammengefunden.»

zentralplus: Für die Fans ist klar, Costa war ein Missverständnis und ein Fehltransfer. Wie sehen Sie das?

Meyer: Schlussendlich waren wir sportlich nicht vollends zufrieden – er selbst auch nicht. Sicher hat auch seine familiäre Situation eine Rolle gespielt. Aber es ist so, wir haben nie richtig zusammengefunden.

zentralplus: Ist bereits Ersatz im Anflug?

Meyer: Neben möglichen Abgängen sind auch Zuzüge ein Thema. Wir werden reagieren. Aber vermelden kann ich Stand heute nichts.

Remo Meyer hat derzeit alle Hände voll zu tun.

Remo Meyer hat derzeit alle Hände voll zu tun.

(Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

zentralplus: Trainer Markus Babbel hat immer wieder die grosse Erfahrung und die professionelle Einstellung Costas neben dem Platz betont. Sind das auch die Anforderungen an einen neuen Abwehrchef?

Meyer: Das kann sein, muss aber nicht. Auch ein Spieler im Mittelfeld kann eine Leaderrolle übernehmen. Zudem haben wir mit Christian Schwegler bereits einen Neuzugang, der die angesprochene Qualität mitbringt.

zentralplus: Markus Neumayr soll auch vor dem Absprung stehen?

Meyer: Auch in dieser Personalie gibt es absolut nichts zu vermelden. Es gibt Kontakte mit dem Berater in Richtung Türkei. Aber Markus Neumayr hat bei uns einen gültigen Vertrag.

«Dass alle auf einmal weg sind, wird bestimmt nicht der Fall sein.»

zentralplus: Manch einer reibt sich schon die Augen. Markus Neumayr hat im Winter seinen Vertrag um 2 Jahre verlängert. Nun will er angeblich weg. Warum?

Meyer: Im Fussball geht es sehr schnell. Plötzlich ändert sich die finanzielle oder sportliche Perspektive. Dann gilt es, Gespräche zu führen. Bei einem Spieler mit Vertrag gehört dazu das Thema Ablösesumme.

zentralplus: Auch bei Hekuran Kryeziu, Tomi Juric oder Marco Schneuwly ist ein Abgang denkbar. Muss man Angst haben, dass der FCL zerfällt und nächstes Jahr gegen den Abstieg spielt?

Meyer: Fakt ist, diese Namen sind bei uns unter Vertrag. Ohne uns geht gar nichts. Wir beschäftigen uns derzeit intensiv mit der Planung. Dass alle auf einmal weg sind, wird bestimmt nicht der Fall sein. Ich gebe aber zu, dass wir etwas spät dran sind. Erst seit dem 1. Juni bin ich vollamtlich beim FC Luzern tätig. Wegen des vorzeitigen Abgangs von Remo Gaugler gab es eine gewisse Lücke. Aber wir müssen nun das Beste aus der Situation machen. Ganz so turbulent, wie Sie nun das Bild gezeichnet haben, sehe ich die Sache allerdings nicht.

«Plan heute ist, Tomi Juric hier zu behalten.»

zentralplus: Tomi Juric könnte am meisten Geld in die Kasse spülen. Hat er ein Preisschild?

Meyer: Nein. Tomi ist ein sehr wertvoller Spieler für uns. Wir planen nächste Saison mit ihm. Ich wünsche ihm nun das Beste für den Confed Cup. Hoffentlich kann er seine gute Form in Tore für Australien ummünzen. Im Fussball geht es manchmal schnell. Was in vier Wochen wieder ist, weiss ich nicht – aber Plan heute ist, ihn hier zu behalten.

zentralplus: Muss in diesem Sommer ein Transfergewinn erzielt werden?

Meyer: Nein, diesen Druck haben wir nicht.

zentralplus: Nicolas Haas verlässt den Verein ablösefrei. Ist das für Sie nicht extrem ärgerlich?

Meyer: Ich denke, es ist auf beiden Seiten ärgerlich. Schlussendlich wollte Haas eine Luftveränderung. Ich kann nur für die letzten beiden Monate sprechen. Wir hatten uns lohnmässig gefunden, bei der Laufzeit des Vertrages waren wir uns einig und auch mit seiner zukünftigen Rolle in der Mannschaft. Es kam nie zur Unterschrift, obwohl alles klar war. Wir bedauern das sehr, denn Haas ist ein Luzerner und hätte die Mannschaft prägen können. An den Reaktionen der Fans haben wir auch erkannt, dass nicht alle glücklich sind mit Haas’ Entscheidung. Wir sind es auch nicht.

zentralplus: Haben die Berater Nicolas Haas den Kopf verdreht?

Meyer: Mit den Beratern ist es immer ein Zusammenarbeiten. Aber in diesem Fall ging der Entscheid wirklich von Nici Haas aus. Er hatte offensichtlich das Gefühl, jetzt bereit für den Schritt ins Ausland zu sein.

zentralplus: Erst diese Woche haben Sie in einem «Blick»-Interview wieder von Titeln gesprochen. Markus Babbel hingegen findet die Erwartungshaltung beim FCL völlig überrissen. Irgendwie passen Ihre Aussagen nicht zueinander.

Meyer: Meine Haltung ist folgende: Ich will eine Mannschaft sehen, die jedes Spiel gewinnen will. Dass die Erwartungshaltung Titelgewinne vielleicht höher ist, als es die Qualität der Mannschaft zulässt, dessen sind wir uns bewusst. Aber wir wollen eine Körpersprache und Wille auf dem Platz sehen. Die Mannschaft muss in jedem Spiel das Bestmögliche erreichen wollen.

zentralplus: Rein budgettechnisch ist aber eher ein Platz in der Region fünf bis sieben realistisch.

Meyer: Ja, wenn man die Budgets anschaut, sind Basel, YB, Sion und der FCZ klar vorneweg. Aber im Fussball gibt es so viele Beispiele von Teams, die das Unmögliche möglich gemacht haben. Wir wollen Überraschungen schaffen. Man kann das Glück auch erzwingen. Ich will Feuer und Leidenschaft beim FC Luzern sehen.

 

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