Quartierverein: «Es geht nicht um die autonome Familie Eichwäldli»
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Wie es mit der Soldatenstube weitergeht, ist noch nicht klar. (Bild: bic)

Positionspapier eingereicht Quartierverein: «Es geht nicht um die autonome Familie Eichwäldli»

2 min Lesezeit 2 Kommentare 23.12.2020, 07:49 Uhr

Der Luzerner Stadtrat hält noch immer an seinem Plan fest. Die Bewohner des Eichwäldlis sollen bis Ende Januar ausziehen, das Gebäude abgerissen werden. Nun hat der Quartierverein Obergrund nochmals erläutert, warum er diesen Weg für falsch hält.

Es ist ein Hin und Her zwischen Stadt und Vereinen. Die Stadt will die Soldatenstube abreissen, die Vereine wollen sie zumindest teilweise erhalten und zwischennutzen (zentralplus berichtete). Zwar zeigt sich der Stadtrat offen für Gespräche, vom Abriss will er jedoch nicht absehen (zentralplus berichtete).

Auf der Gegenseite stehen etwa der Verein Brache Eichwäldli, der eine Zwischenlösung fordert. Unterstützt wird er vom Quartierverein Obergrund. Dieser hat nun ein Positionspapier verfasst, in dem er seine Gründe, warum die Meinung des Stadtrates nicht teilt, festhält. Der Entscheid über einen Rückbau soll um ein Jahr verschoben werden, heisst es darin. «Es geht nicht um die autonome Familie Eichwäldli, sondern um die darauffolgende Zwischennutzung. Abriss auf Vorrat ist unsinnig und bedenklich und schafft Fakten, die für die Zwischennutzung nicht förderlich sind.»

Zu wenig Zeit für Ideen

Stattdessen müsse zumindest ein Teil des Gebäudes erhalten bleiben. Die von der Stadt beauftragten Bauingenieure würden einen Abbruch der Soldatenstube zwar als gerechtfertigt ansehen, das gelte jedoch nicht für das Wohngebäude. Dieses «kann mit wenigen Eingriffen einfach für mindestens ein Jahr erhalten werden», schreibt der Verein. Dafür müssten etwa Strebepfeiler ersetzt und die Decke verstärkt werden. Gleichzeitig müsse sich die Stadt als Eigentümerin ebenso wie Private an die öffentliche Auflage halten, sollte sie weiter am Rückbau festhalten.

Der Quartierverein kritisiert ausserdem, dass die Vorlaufzeit für eine Zwischennutzung im Frühling viel zu kurz sei. «Bis jetzt sind seitens Stadt einzig vage Ideen, die noch mit niemandem besprochen sind, vorhanden. Es fehlt ein ausgereiftes und breit abgestütztes Konzept.» Deshalb hält der Verein an einer Frist von einem Jahr fest. Diese Bedenkzeit sei «technisch, risiko- und kostenmässig durchaus möglich». Gleichzeitig könne die verfahrene Situation so gerettet werden. Dies allerdings unter der Bedingung, dass der für den Januar anberaumte runde Tisch ergebnisoffen sei.

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2 Kommentare
  1. Stefan Ernst, 23.12.2020, 09:37 Uhr

    Wieso immer Zwischennutzung? Die Stadt kann das Areal auch einfach verkaufen wenn sie nicht in der Lage ist es richtig zu bewirtschaften.

    1. Samuel Kneubühler, 23.12.2020, 12:42 Uhr

      Verkaufen darf sie das nicht. Aber im Baurecht abgeben.

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