Politik
Diskussion in der «Arena»

Tierhaltung: Luzerner Bäuerin kritisiert Konsumenten

In keinem Kanton der Schweiz leben mehr Schweine als in Luzern. (Bild: Pascal Debrunner/Unsplash)

In der «Arena» ging es am Freitagabend um die Massentierhaltungs-Initiative. Eine Bäuerin aus Luzern im Publikum betonte, dass nicht die Bauern das Problem seien.

Wie viel Platz und Auslauf sollen Nutztiere in der Schweiz erhalten? Um diese Frage dreht sich die Massentierhaltungs-Initiative, über die wir am 25. September abstimmen. Am Freitagabend war die Initiative Thema in der «SRF-Arena».

Im Säuli-Kanton Luzern hat die Vorlage sowieso einen schweren Stand, schliesslich wären unzählige Bauern von einem Ja betroffen. Sie wären dann verpflichtet, ihre Produktion den Bio-Standards anzupassen. Das stösst auf Gegenwehr.

Luzerner Bäuerin kommt sich wie Verbrecherin vor

Stellvertretend dafür sass Tanja Müller aus Ebersecken im Kanton Luzern im Publikum. Sie besitzt auf ihrem Hof rund 800 Schweine. Und stellt klar, dass ihr die Diskussionen um die «bösen Bauern», die sich scheinbar nicht fürs Tierwohl interessieren, nahe gehen. «Ich komme mir wie ein Verbrecher vor, wenn ich Herrn Ryf zuhöre.» Philipp Ryf vom Verein «Sentience Politic» hatte zuvor die Bedingungen für Nutztiere auf Schweizer Höfen scharf kritisiert. Die Wertschätzung gegenüber den Bauern gehe in der Diskussion verloren, kritisierte Müller weiter.

Später in der Diskussion hielt Tanja Müller aus Luzern fest, dass Schweizer Bäuerinnen auf jeden Fall am Tierwohl interessiert seien. Viele Betriebe möchten gar auf eine umweltfreundlichere Produktion umstellen, doch enden beim Label IP Suisse auf der Warteliste. Denn das Problem bei der Tierhaltung liege nicht bei den Bauern, sondern auf Konsumentenseite. «Wir möchten das Tierwohl erhöhen. Aber der Konsument kauft es nicht.»

Tatsächlich liegt der Bio-Anteil beim Fleisch in der Schweiz nur gerade bei knapp elf Prozent. Die Tierhaltungsinitiative dürfte darum nicht nur bei den Bauern, sondern auch bei grossen Teilen der Konsumenten für Skepsis sorgen.

Verwendete Quellen
  • Zusammenfassung der «Arena» von «Watson»
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