Nationalratsdebatte

Keine Lotto-Millionäre mehr für Zug?

Wer im Lotto gewinnt, soll nicht mehr mit einem Wohnortswechsel Steuern sparen können. (Bild: Adobe Stock)

Der Kanton Zug ist beliebt bei steuerflüchtigen Lotto-Millionären. Damit soll bald Schluss sein. Lotto-Gewinner sollen nicht mehr mit einem Wohnortswechsel Steuern sparen können.

62 Millionen sind im Lottojackpot, der am Mittwochabend vergeben wird. Einen grossen Teil dessen muss der Gewinner oder die Gewinnerin aber in Form von Steuern an den Staat abrücken. Kein Wunder, dass der Wohnortwechsel in eine steuergünstige Gemeinde unter Lotto-Millionären beliebt ist. Es gilt dabei, dass die Gewinner dort besteuert werden, wo sie am 31. Dezember des entsprechenden Jahrs wohnen.

Viele flüchten in den Kanton Zug, wie dessen Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP) gegenüber dem «Tagesanzeiger» bestätigt. Die Zuzüger mit dem dicken Portemonnaie bereichern den Kanton nicht unwesentlich. 2022 etwa machte der Kanton ein Plus von 290 Millionen Franken. Dies unter anderem dank des Zuzugs von gleich mehreren Personen, die im Lotto gewonnen hatte, wie der Kanton damals mitteilte (zentralplus berichtete).

SP will Steuerflucht einen Riegel schieben

Damit soll nun aber bald Schluss sein. Demnächst berät der Nationalrat eine Vorlage, die besagt, dass Lotto-Gewinner künftig dort besteuert werden, wo sie zum Zeitpunkt des Gewinns wohnen. Ein nachträglicher Umzug, um Steuern zu sparen, bringt dann nichts mehr. Der Vorstoss dazu wurde vom Solothurner SP-Nationalrat Roberto Zanetti eingereicht und wird von einer knappen Mehrheit der Wirtschaftskommission unterstützt.

Wer auch immer am Mittwochabend den Jackpot knackt, dürfte davon aber noch nicht betroffen sein. Sollte die Vorlage angenommen werden, dürfte der Bund eher Jahre als Monate für die Umsetzung benötigen.

Zumindest einen Lotto-Millionär oder -Millionärin liegt also noch drin für Zug.

Verwendete Quellen
  • Artikel «Tagesanzeiger»
  • Medienarchiv zentralplus
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