Politik
Anstieg der Krankenkassenprämien

Beträchtliche Unterschiede zwischen Luzern und Zug

Anstieg der Prämien seit 2007 (Bild: Datawrapper / Zentral+)

Die Krankenkassenprämien werden im Kanton Luzern im kommenden Jahr stärker ansteigen als in den Jahren zuvor. Dies macht monatlich 17.56 Franken pro Person aus. Anders im Kanton Zug: Hier steigen die Prämien nur um 3,6 Prozent, die Zuger werden sogar noch eine Gutschrift erhalten. Vergleicht man die Entwicklung der letzten Jahre, so sind die Kosten in Luzern stetig höher.

Eine erwachsene Person bezahlt demnach im Kanton Luzern im kommenden Jahr bei einer Franchise von 300 Franken eine monatliche Prämie von durchschnittlich 375 Franken. Damit liegt die Prämie weiterhin unter dem schweizerischen Durchschnitt von 412 Franken, erklärt der Kanton. Die Erhöhung entspricht monatlichen Mehrkosten von 17.56 Franken pro Person. Die Prämien für junge Erwachsene im Kanton Luzern steigen um 5,8 Prozent, jene für Kinder um 4,7 Prozent.

Kosten für ambulante Behandlungen nahmen zu

Der überdurchschnittliche Prämienanstieg habe mehrere Gründe. Zum einen habe die Luzerner Bevölkerung insgesamt mehr medizinische Leistungen beansprucht. Dabei seien vor allem die ambulanten Behandlungskosten gestiegen. Ein weitere Faktor sei die demographische Entwicklung: Die Menschen werden immer älter und brauchen folglich länger medizinische Leistungen.

Ein weiterer Grund für den Anstieg sei die vom Bund beschlossene Prämienkorrektur. In einigen Kantonen stimmten die Prämien der vergangenen 17 Jahre nicht mit den Kosten für die medizinischen Leistungen überein. Sie waren in Luzern zu tief angesetzt. Dies wird nun teilweise korrigiert und die Bevölkerung des Kantons Luzern hat deshalb in den kommenden drei Jahren einen Prämienzuschlag zu zahlen. Im Jahr 2015 beträgt dieser 62.40 Franken.

In Luzern kommt es im Zusammenhang mit der neuen Spitalfinanzierung bis 2017 zudem zu einer Anpassung der Kostenbeteiligung des Kantons an den stationären Spitalkosten, sagt Regierungsrat Guido Graf: «Es findet also eine finanzielle Verschiebung zu Lasten des Kantons und zu Gunsten der Krankenkassen im Umfang von rund 12 Millionen Franken statt.» Diese Kostenverschiebung schlage sich jedoch entgegen den Erwartungen nicht in den neuen Krankenkassenprämien nieder.

Prämien für Erwachsene in Zug und Luzern

Anders ist die Ausgangslage im Kanton Zug. Hier profitiert die Bevölkerung im nächsten Jahr von der Korrektur früher zu viel bezahlter Prämien. So werden die Versicherten im Kanton Zug in den Jahren 2015 bis 2017 als Einzige in der Zentralschweiz eine Rückerstattung erhalten. Die genaue Höhe wird der Bund aber erst im Februar 2015 bekannt geben.

Zuger zahlen 12.22 Franken mehr

Auch ohne diese Rückzahlung zählt Zug zu den drei Kantonen mit dem geringsten Prämienwachstum der Schweiz. Nur gerade Bern und Appenzell Innerrhoden verzeichnen eine geringere Erhöhung. Der Anstieg der Durchschnittsprämie für Erwachsene im Kanton Zug beträgt 3,6 Prozent oder 12.22 Franken pro Monat. Die Prämienanpassungen der einzelnen Versicherer reichen von einer Reduktion um 6.0 Prozent bis zu einer Erhöhung um 9.6 Prozent.

Damit ist Zug auch in der Liste der prämiengünstigsten Kantone um einen Platz vorgerückt. Neu gibt es noch fünf Kantone mit günstigeren Prämien (AI, NW, GR, UR, OW). Gesundheitsdirektor Urs Hürlimann will denn auch den eingeschlagenen Kurs weiterverfolgen: «Wir setzen auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit den Leistungserbringern, den Nachbarkantonen und den Krankenversicherern.»

Schweizweiter Anstieg um 4 Prozent

Schweizweit steigen die Prämien für Erwachsene für nächstes Jahr um durchschnittlich 4 Prozent, diejenigen für Jugendliche um 4,4 und die Kinderprämien um 3,8 Prozent. In den vergangenen drei Jahren lag die Prämiensteigerung zwischen 1,5 und 2,2 Prozent

Am geringsten fällt der Anstieg im Kanton Bern aus, wo die Prämien für Erwachsene um 2,7 Prozent ansteigen. Hier beträgt die Prämienlast jedoch bereits 438 Franken pro Monat. Am höchsten sind die Prämien für Erwachsene in Basel-Stadt mit 533 Franken und Genf mit 500 Franken. Immer teurer werden auch die Prämien für Jugendliche zwischen 19 und 25 Jahren. Mit 4,4 Prozent oder 16 Franken pro Monat steigen ihre Prämien dieses Jahr wiederum stärker an.

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