Dreikönigskonferenz im Hotel Ochsen: Gerhard Pfister (Mitte) erläutert seine Kandidatur, links Kantonalpräsident Martin Pfister, rechts Andreas Hausheer, CVP-Fraktionschef im Kantonsrat.
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Dreikönigskonferenz im Hotel Ochsen: Gerhard Pfister (Mitte) erläutert seine Kandidatur, links Kantonalpräsident Martin Pfister, rechts Andreas Hausheer, CVP-Fraktionschef im Kantonsrat. (Bild: mbe.)

Zuger Nationalrat greift nach Präsidium Pfister will CVP aus dem Jammertal führen

5 min Lesezeit 06.01.2016, 15:23 Uhr

Die Zuger CVP schlägt ihren Nationalrat Gerhard Pfister als Kandidaten für das nationale Parteipräsidium vor. Pfister will die «abendländischen Werte» hochhalten und den Abwärtstrend der nationalen CVP stoppen. Er benutzt klare Worte: «Die Partei muss sich klarer und schneller positionieren.» SVP, FDP und SP machten das besser.

Ist der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister der Retter der CVP und gar der Schweiz? An der jährlichen Dreikönigskonferenz der Zuger CVP-Spitze tönte es ganz so. «Der Schweiz täte mehr CVP gut», sagte Kantonalpräsident Martin Pfister. Die beiden sind übrigens nicht miteinander verwandt.

Die Zuger CVP habe gezeigt, dass sie Wahlen gewinnen könne, erklärte Pfister. Bei den kantonalen Wahlen 2014 habe die CVP ihren Wähleranteil leicht ausbauen können und sei stärkste bürgerliche Partei geblieben. Bei den nationalen Wahlen konnte die CVP zum dritten Mal in Folge ihren Wähleranteil steigern (um 2,1 Prozent auf 24,6 Prozent). Der Zuger Regierungsrat Peter Hegglin sei mit einem Glanzresultat in den Ständerat gewählt worden.

Diese Erfolge führt die Partei teilweise auf das Wirken ihres früheren Präsidenten Gerhard Pfister zurück. Deshalb schickt die CVP ihn nun offiziell ins Rennen ums frei werdende Präsidium der CVP Schweiz (Meldung von Mittwoch morgen). Christophe Darbellay hört auf. Die CVP Zug schlägt Pfister der Findungskommission als Kandidaten vor.

Gerhard Pfister war von 1998 bis 2003 im Kantonsrat, von 1999 bis 2008 Präsident CVP Kanton Zug. Seit 2003 politisiert er im Nationalrat.

«Strudelnder Ideengeber»

Was zeichnet ihn aus? Laut Martin Pfister ist Gerhard Pfister ein «strudelnder Ideengeber». Wenn er etwas anpacke, tue er das mit grosser Lust und Gestaltungswille. «Er hat eine klare politische Positionierung, kann diese wortgewaltig vorbringen, kann aber auch zuhören und integrieren.»

«Wenn Gerhard Pfister etwas anpackt, tut er es mit grosser Lust und Gestaltungswille.»

Martin Pfister, Präsident CVP Kanton Zug

Der Zuger Parteipräsident fände es toll, wenn der Nationalrat die Partei wieder zu einer führenden bürgerlichen Partei der Schweiz machen würde. «Das wäre nicht nur gut für die CVP Schweiz, sondern auch für die ganze Schweiz.»

Noch nicht politmüde

Gerhard Pfister selbst sagt zu seiner Motivation, zu kandidieren, er sei im Herbst mit sehr gutem Resultat wiedergewählt worden und politisiere nach wie vor leidenschaftlich gerne. Seine berufliche Situation sei so ausgestaltet, dass er genügend Zeit habe; im Falle seiner Wahl werde er zusätzlich einige Mandate abgeben, so Pfister. «Und nicht zuletzt werde ich in meinem privaten Umfeld voll unterstützt und getragen.»

Er sei sich bewusst, dass die Führung der CVP im kleinen Kanton Zug, die er von 1998 bis 2008 innehatte, nur bedingt mit der Führung einer nationalen Partei vergleichbar sei. Trotzdem wolle er versuchen, was die CVP Zug erfolgreich gemacht habe, auch auf nationaler Ebene einzubringen.

«Freiheit, Sicherheit, Wohlstand»

Er sei überzeugt, dass der Erfolg der Schweiz, ihre Freiheit, ihre Sicherheit und ihr Wohlstand nur dann erhalten werden können, wenn es auch eine starke christlichdemokratische Partei gebe. «Es braucht eine Partei, die für Freiheit, Verantwortung, Föderalismus und Solidarität einsteht.» Hochgehalten werden müssten auch «die abendländischen Werte» und die erfolgreiche soziale Marktwirtschaft.

«Der Erfolg der Schweiz kann nur mit einer starken christlichdemokratischen Partei erhalten werden.»

Gerhard Pfister, Kandidat fürs CVP-Parteipräsidium

Er wisse, dass es äusserst anspruchsvoll sei, den Trend der sinkenden Wählerstärke der CVP umzukehren. Das sei nicht eine Aufgabe von Monaten, sondern von Jahren, so Pfister. Doch er verweist auf die CVP Zug, die 1998 am Boden gelegen habe. «Seither hat sie sich erholt und steht besser da als damals.»

Die wichtigsten Statements Pfisters

Wie würden Sie die CVP neu positionieren?

«Ich will die CVP nicht neu positionieren. Sie muss von einer Milieupartei zu einer Partei der Ideen werden. Der erste Schritt auf dem Weg zum Erfolg wäre, die Partei zu stabilisieren und ihre Positionen zu klären.»

Welche Positionen müssten denn geklärt werden, wo ist die CVP nicht klar?

«Sie ist dort nicht klar, wo sie nur als reaktive Kraft wahrgenommen wird und die Parteien an den Polen die Themen setzen. Es muss der CVP gelingen, ihre eigenen Ideen stärker zu transportieren und neue zu setzen.»

Profitiert die CVP vom Rechtsrutsch in Bern bei den Wahlen 2015?

«Die neue Zusammensetzung des Nationalrats ist eine Chance für die CVP. Sie entbindet unsere Partei von ihrer Rolle als klassischer Mehrheitsbeschaffungspartei.»

Was würden Sie als Erstes ändern in der CVP Schweiz?

«Es braucht eine Professionalisierung der Parteistrukturen. Wir müssen die Themen besser bewirtschaften und die Themenführerschaft wieder anstreben.»

Sie politisieren am rechten Rand Ihrer Partei. Führen Sie die CVP von der Mitte nach rechts?

«Meine Aufgabe als Parteipräsident ist eine andere als diejenige als Parlamentarier. Im Wahlkampf 2011 und als ehemaliger Zuger CVP-Präsident habe ich ausreichend bewiesen, dass ich unterscheiden kann zwischen der Parteiführung und meiner eigenen politischen Profilierung.»

Die CVP Zug gilt als sehr wirtschaftsfreundlich. Würden Sie die nationale Partei in eine ähnliche Richtung führen?

«Mir geht es nicht darum, die CVP in eine inhaltliche Richtung oder nach rechts zu führen. Ich verstehe es, zu integrieren und andere Meinungen aufzunehmen, diese zu bündeln und die Partei zu einem Entscheid zu führen. Es müssen nicht alle gleich denken wie ich. Wenn die CVP ein Unternehmen wäre, würde man auch prüfen, warum dieses erfolgreich oder nicht erfolgreich ist. Die SVP, die FDP machen das gut, und auch die SP hat sich gut erhalten. Es ist nicht auszuschliessen, dass man von ihnen etwas lernen kann, ohne sich inhaltlich anzugleichen.»

Sie sind für Ihre aufbrausende Art bekannt. Wie wollen Sie als Parteipräsident damit umgehen?

«Das wurde inzwischen so oft geschrieben, dass es schon ein Klischee ist. Ich verwende deutliche Worte und mag auch deutliche Wort von der Gegenseite.»

Welche Wahlchancen räumen Sie Ihrer Kandidatur ein?

«Das Schlimmste, das mir passieren kann, ist, dass ein anderer gewählt wird. Aber ich sehe das sehr sportlich. Es hängt von der Anzahl Kandidaten ab.»

Welchen Rückhalt geniessen Sie in Ihrer Partei?

«Ich habe ermunternde Signale aus den Stammlanden der CVP erhalten. Genauer will ich nicht werden. Wie das in der Findungskommission oder bei den Delegierten aussieht, ist etwas anders.»

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