Regierung plant Verbesserungen

Biker vs. Wanderer und Wild: Luzern anerkennt Handlungsbedarf

Ein Mann hatte Glück im Unglück bei seinem Moutainbike-Ausflug. Er wurde von einer Joggerin entdeckt. (Bild: Unsplash/Jan Kopřiva)

Seit Corona sind viele Menschen öfters in der Natur unterwegs. Mountainbiken erfreut sich entsprechend grosser Beliebtheit. Doch im Kanton Luzern fehlt es vielerorts an geeigneten Trails, sodass Biker allzu oft abseits erlaubter Wege unterwegs sind. Die Regierung will das Problem grundsätzlich anpacken.

Velofahren boomt, nicht nur auf den Strassen, sondern auch in den Wäldern. Die wachsende Beliebtheit des Bikens freut den CVP-Kantonsrat Michael Kurmann grundsätzlich. «Leider kommt es dabei auf den Wegen vereinzelt aber zunehmend zu Konflikten und manchmal zu Unfällen mit Fussgängern, und neben den bestehenden Wegen zu starken Beeinträchtigungen von Fauna und Flora», schreibt er in einem Postulat, das von Kantonsräten aller Fraktionen unterzeichnet wurde. Sie fordern vom Regierungsrat geeignete Regelungen oder zumindest eine Sensibilisierung.

Dass Handlungsbedarf besteht, anerkennt die Regierung, wie aus ihrer aktuellen Stellungnahme hervorgeht. Im Unterschied zu Wanderwegen fehle im Mountainbike-Bereich aber eine gesetzliche Grundlage, um Trails zu schaffen und zu finanzieren. «Gleichzeitig erfreut sich Mountainbiking immer grösserer Beliebtheit, was vermehrt zu Nutzungskonflikten führt. So fahren Bikerinnen und Biker im Wald immer wieder abseits erlaubter Wege», beschreibt die Regierung das Problem. Auch Hindernisse für Sprünge würden oft ohne die nötige Erlaubnis erstellt, und in vielen Fällen seien Biker ohne das Einverständnis der Grundeigentümer am Werk.

«Die wichtige Lenkung auf legale Mountainbike-Wege wird kaum im erforderlichen Umfang vorankommen.»

Luzerner Regierung

Die Velofahrer auf repressivem Weg einfach zur Verantwortung zu ziehen, greift laut dem Regierungsrat aber zu kurz. Nur schon, weil der Freizeitsport immer beliebter wird. Denn auch die Velofahrer selber gehörten zu den Leidtragenden, weil sie kein zuverlässiges Wegnetz nutzen können.

Kanton möchte mehr legale Routen

Lieber will der Kanton Luzern legal angelegte Bike-Pisten und -Routen als Alternative stärken. Auf freiwilliger Basis hätten erste Gruppen entsprechende Wege angelegt oder seien daran, solche vorzubereiten. Jüngste Beispiele sind die Pilotprojekte «Bikerlenkung Beromünster» oder «Bikerlenkung Bireggwald». Mit Mountainbike Zentralschweiz wurde zudem ein Verein ins Leben gerufen, der sich dem Thema annimmt (zentralplus berichtete).

Der Kanton macht sich aber keine Illusionen. Es bleibe anspruchsvoll, verlässliche Trägerschaften aufzubauen, die sowohl das nötige Wissen als auch genügend Personal und Geld hätten, um neue legale Trails zu errichten. «Als Folge davon wird die wichtige Lenkung auf legale Mountainbike-Wege kaum im erforderlichen Umfang vorankommen», prognostiziert die Regierung.

Bessere Koordination nötig

Es brauche daher eine bessere Koordination und eine klare Regelung der Zuständigkeiten zwischen Kanton und Gemeinden. Gleichzeitig will der Kanton innerhalb der Verwaltung das nötige Fachwissen für die Beratung stärken. Er will diese Pläne mit seiner neuen Mobilitätsstrategie sowie dem nationalen Veloweggesetz koordinieren. Eine Projektorganisation mit Einbezug von Gemeinden, Verwaltungsstellen sowie interessierten Velo- und Moutainbike-Kreisen soll die nötigen Fragen angehen und klären.

Eine separate App oder interaktive Karten mit den Wegen – nicht nur für Biker, sondern auch für Wanderer, Reiter oder E-Bike-Fahrer – lehnt die Regierung derzeit hingegen ab. Auch von einer zusätzlichen Beschilderung vor Ort will er vorläufig absehen. Dies waren Forderungen von zwei weiteren Vorstössen der CVP zu diesem Thema.

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