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Mit 75 Jahren nimmt Joseph Schärli den Hut
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Tritt nach fast sechs Jahrzehnten in der Politik ab: Joseph Schärli (Bild: zvg)

Ältester Luzerner Grossstadtrat tritt zurück Mit 75 Jahren nimmt Joseph Schärli den Hut

3 min Lesezeit 23.01.2018, 12:44 Uhr

Er war der Dinosaurier unter den Luzerner Grossstadträten: Mit 75 Jahren verlässt SVP-Politiker Joseph Schärli das Luzerner Stadtparlament aus gesundheitlichen Gründen. Der alt Kantonsrat war jahrzehntelang in der Gemeinde Littau und wehrte sich vehement gegen die Fusion mit der Stadt. Für ihn rückt ein Unternehmer nach.

Joseph Schärli tritt aus dem Luzerner Stadtparlament zurück. Aus gesundheitlichen Gründen habe sich der 75-Jährige in Absprache mit der Parteileitung und der Grossstadtratsfraktion der SVP Stadt Luzern dazu entschieden, wie die SVP mitteilt. Der Littauer konnte zuletzt an mehreren Sitzungen nicht teilnehmen. Als Ersatz wird der 45-jährige Unternehmer Thomas Gfeller das Amt weiterführen.

Damit tritt nicht nur der älteste Grossstadtrat ab, sondern auch ein Urgestein der Luzerner Politik. Im Grossen Stadtrat war Joseph Schärli war seit der Fusion der Stadt Luzern mit Littau vor acht Jahren präsent. Doch sein politisches Engagement begann schon viele Jahre früher.

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Ältestes Mitglied des Parlaments

Seine politische Karriere startete Joseph Schärli im Jugendparlament des Kantons Luzern. Später wurde er in den Littauer Einwohnerrat gewählt, in dem er acht Jahre Einsitz hatte. Im Anschluss an sein Präsidialjahr 1982/83 wurde er in den Gemeinderat von Littau gewählt, in dem er während 22 Jahren als Gemeindeammann amtete. Gleichzeitig war Joseph Schärli 16 Jahre im Grossen Rat des Kantons Luzern, dem heutigen Kantonsrat (zentralplus berichtete).

Joseph Schärli, der ursprünglich der CVP angehörte und nach einem Streit vor 16 Jahren zur SVP wechselte, setzte sich in seiner gesamten Karriere immer für die Belange von Littau ein. Als Initiant der Entwicklung des Littauer Bodens demonstrierte er seinen Einsatz für einen guten Wirtschaftsstandort. Während seiner Amtszeit als Gemeindeammann entstanden laut der SVP in den Gebieten Grossmatte und Littauer Boden rund 850 neue Arbeitsplätze.

Mit diesem Foto machte Joseph Schärli im Grossratswahlkampf 1991 Wahlkampf.

Mit diesem Foto machte Joseph Schärli im Grossratswahlkampf 1991 Wahlkampf.

 

Nebst der Wirtschaft engagierte sich Schärli auch für den Sport und die Kultur. Während seiner Amtszeit setzte er sich etwa für den Bau das Waldschwimmbads Zimmeregg und die Sportanlage Ruopigenmoos mit den Sportplätzen für den FC Littau, Tennis und Boccia, ein. Schärli war zudem Gründungsmitglied des Stiftungsrates des Luzerner Theaters und amtete als Vizepräsident des Zentralschweizer Jodlerfestes.

Dezidierter Gegner der Fusion

Als Ur-Reussbühler und Alt-Gemeindeammann wehrte er sich vehement gegen die Fusion von Luzern und Littau. Doch obwohl zu den Verlierern der Abstimmung gehörte, stellte er sich für das fusionierte Parlament erneut zur Wahl. Zwar verpasste er diese, rückte aber 2011 ins Stadtparlament nach. Bei den Wahlen 2016 kandidierte er erneut und ärgerte sich darüber, wenn man sein Alter thematisierte (zentralplus berichtete). Nun, mit 75 Jahren, zieht er sich also aus dem Rat zurück.

Die SVP Stadt Luzern bedauert sehr, dass er aufgrund seines Gesundheitszustands sein Amt in absehbarer Zeit nicht mehr ausüben kann. Die Partei bedankt sich bei Joseph Schärli für sein Engagement.

Thomas Gfeller wird am 1. Februar in den Grossen Stadtrat nachrücken.

Thomas Gfeller wird am 1. Februar in den Grossen Stadtrat nachrücken.

(Bild: zvg)

Mit Thomas Gfeller rutscht ein Unternehmer in den Grossen Stadtrat nach. Er ist Inhaber und CEO einer Immobilienbewirtschaftungsfirma sowie einem Reinigungsunternehmen, verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter. Der 45-Jährige ist in der Parteileitung als Verantwortlicher für die Infrastruktur. Ob und in welche Kommission er allenfalls Einsitz nimmt, werde an einer der kommenden Fraktionssitzungen besprochen, teilt die SVP mit. Er wird an der kommenden Sitzung des Grossen Stadtrats vom 1. Februar vereidigt werden.

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